Einfach mal was Schönes

Einfach mal was Schönes (2022), Deutschland
FSK: - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

Einfach mal was Schönes Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Was tun, wenn die biologische Uhr immer lauter wird und weit und breit kein passender Partner in Sicht? Karla (Karoline Herfurth) ist 39, Radiomoderatorin einer nächtlichen Musiksendung und mal wieder Single. Sie sehnt sich danach, ein Kind zu bekommen und endlich eine richtige Familie zu gründen, doch unter Zeitdruck einen passenden Partner zu finden ist gar nicht so leicht. Also beschließt sie, sich ihren Kinderwunsch selbst zu erfüllen. Und plötzlich haben alle eine Meinung: die Eltern (Ulrike Kriener und Herbert Knaup), die Geschwister (Nora Tschirner und Milena Tscharntke), die Freunde, sogar die Nachbarn, und das, obwohl alle in ihren eigenen komplizierten Lebensentwürfen feststecken. Nur ihre beste Freundin Senay (Jasmin Shakeri) steht ihr mit Rat und Tat und den richtigen Fragen zur Seite. Und dann mischt sich auch noch das Schicksal ein, als Karla ausgerechnet jetzt auf den viel zu jungen Ole (Aaron Altaras) trifft, der so gar nicht in ihre Zukunftspläne passt und alles auf den Kopf stellt.

Karoline Herfurth, Nora Tschirner und Milena Tscharntke | mehr Cast & Crew


Filmkritik Einfach mal was Schönes

Filmwertung: | 8/10


Karoline Herfurth ist spätestens seit "Fack Ju Göhte" im deutschen Kino angekommen. Sie wird von vielen Konsumenten geschätzt und ist eine talentierte Schauspielerin. Doch dass sie auch mehr als das kann, hat sie erstmals mit dem Film "SMS für dich" im Jahre 2016 bewiesen. Dort übernahm sie die Regie und schrieb das Drehbuch. Sie holte sich aber erstmals auch Nora Tschirner in ihren Film. Die Arbeit der beiden war dabei nicht nur im Film zu spüren, sondern auch bei Dreharbeiten müssen sie sich super verstanden haben. Denn nun ist Herfurths vierter Film da und sie arbeiten das dritte Mal zusammen. Einst waren sie beste Freunde, nun spielen sie Schwestern und in dem Film geht es viel ums Thema Kinder, weshalb die Frage aufkommen könnte, ob Herfurth eigentlich im echten Leben welche hat. Sie selbst hält ihr Privatleben so gut es geht aus der Öffentlichkeit heraus, 2012 ist aber eine Schwangerschaft bei ihr aufgefallen, weshalb sie mindestens einmal Mutter sein muss. Sie selbst kennt das Thema und hat Erfahrung, eine klare Stärke, die die man diesem Projekt an vielen Stellen auch immer wieder ansieht. Er geht 116 Minuten und ist demnach 15 Minuten kürzer als ihr letztes Projekt "Wunderschön". Dieser ging definitiv zu lang, so ist es schön, dass man nun wieder auf die Zeit geachtet hat und hier kommt es nun zu keinen Längen mehr. Im Kern geht es um Karla. Sie hat den Wunsch, ein Kind zu bekommen und würde dafür alles geben, doch ihr Freund möchte davon nichts wissen. Als sie herausfindet, dass er stattdessen sogar mit einer anderen Frau schreibt, trennt sich das Paar. Anschließend gibt es einen Sprung von drei Jahren. Ihr Wunsch ist immer noch da und sie denkt, das Leben ihrer beiden Schwestern ist sehr viel leichter und sie hätte auch gerne nochmal "Einfach mal was schönes" und das am liebsten mit einem Baby. Sie versucht alles und würde auch eine künstliche Befruchtung in Betracht ziehen. Doch auch damit hat sie kein Glück. Dann aber trifft sie auf Ole und endlich scheint alles perfekt zu sein. Aber ist es wirklich das, was sie sich gewünscht hat?

Nachdem die letzten beiden Werke "Sweethearts" und "Wunderschön" von ihr viele Schwächen besaßen, hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind und auch der Trailer für dieses Projekt nun ebenfalls nicht ideal aussah, konnte man skeptisch werden und sich die gleiche Frage stellen: "Ist es wirklich das, was man sich gewünscht hat?". Zum Glück bekommt man aber sofort eine Bestätigung und man kann sich darüber freuen, wie man es nun schafft, nicht nur die letzten beiden Werke, sondern auch ihr Erstes zu toppen. Er erfindet das Genre zugegebenerweise nicht neu und geht die gleichen Abläufe, die man schon x Mal gesehen hat, aber dem ist er sich bewusst und will auch nicht mehr als das sein. Es bleibt Standardware, das Meiste ist schon von vornherein klar und man weiß sofort, wie dieses Projekt ausgehen wird. Doch die Stärken liegen auch an anderen Stellen. Zum einen ist das Zusammenspiel aus Herfurth und Tschirner wieder perfekt und man versteht sofort, wieso sie schon mehrmals miteinander gearbeitet haben. Herfurth ist in ihren Rollen gerne aufgedreht und übertreibt in ihrem Schauspiel. Tschirner hingegen ist ruhig, gelassen und cool. Es sind also absolute Gegensprüche, doch genau deswegen funktioniert es so. Karoline ist in diesem Projekt aber mal nicht die Figur, die am meisten weint. Dieser Posten geht nun an die Darstellerin Milena Tscharntke. Sie rundet ihre beiden Kolleginnen gut ab und macht das Schwester-Gespann komplett. Tatsächlich stiehlt sie aber an vielen Stellen den anderen beiden die Show und ist eine absolute Entdeckung.

Der Film hat einige sehr persönliche Themen, denen er genug Platz einräumt und wo er die Möglichkeit aufgibt darüber zu diskutieren, denn jeder von uns hat zum Thema Familie, Kindern und Eltern eine eigene Meinung und dafür findet der Film keine Lösung, wo er sagen möchte "So muss das sein!". Die Emotionen werden nicht so erzwungen, wie zuletzt bei "Wunderschön". Sie werden nicht nur angesprochen, man spürt sie sogar und der Film hat das Herz am rechten Fleck. Er besitzt einige Momente, die im Kopf bleiben werden und abgesehen davon, dass er bei vielen Punkten nicht aus der Masse heraus sticht und die Geschichte rund um die Mutter der drei zu viel Platz einnimmt, ist er sehr stimmig.

Fazit:
Einfach mal was Schönes kommt aus einem Genre, wo es nicht viel Spielraum gibt und man manche Schwäche nicht ändern kann, doch letztendlich geht es darum, wie sehr ein Genrevertreter einen berührt und dieser hat es komplett geschafft bei mir.
by Peter Brauer

Bilder © Warner Bros.