Eine neue Freundin

Une nouvelle amie (2014), Frankreich
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Weltkino Filmverleih GmbH

Eine neue Freundin Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Claire und Laura sind beste Freundinnen seit Kindertagen. Seite an Seite wachsen sie auf, teilen alle schönen und traurigen Erfahrungen. Doch die Freundschaft, die für ewig bestimmt zu sein schien, findet ein jähes Ende, als Laura stirbt. Sie hinterlässt ein kleines Baby und ihren Ehemann David. Claire muss ihre eigene Trauer unterdrücken, da sie Laura versprochen hat, sich um David und das Baby zu kümmern. Als sie unangemeldet bei David auftaucht, erlebt sie eine schockierende Überraschung ...

Romain Duris, Anais Demoustier und Raphael Personnaz | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Eine neue Freundin

Blu-ray
Eine neue Freundin Eine neue Freundin
Blu-ray Start:
18.09.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 108 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Eine neue Freundin Eine neue Freundin
DVD Start:
18.09.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 104 min.

Filmkritik Eine neue Freundin

Filmwertung: | 8/10


Der neue Film „Eine neue Freundin“ (Originaltitel: „Une nouvelle amie“, Frankreich, 2014) des bekannten, französischen Regisseurs François Ozon besticht durch sein leichtes und unterhaltsames Spiel mit Geschlechterrollen und Klischees.

Claire (Anaïs Demoustier) und Laura (Isild Le Besco) sind seit ihrer Kindheit die besten Freundinnen. Als Laura durch eine Krankheit sehr früh stirbt, hinterlässt sie ein Baby und ihren Ehemann David (Romain Duris). Claire versprach ihrer besten Freundin sich um die beiden nach deren Tod zu kümmern. Als sie eines Tages unangekündigt bei David vorbeischaut, findet sie ihn in den Kleidern von Laura samt Perücke und Make-Up vor. Er nennt sich Virginia und erklärt sein Verhalten mit dem Wohl des Kindes, das den Geruch der Mutter braucht, um sich zu beruhigen. Doch nach und nach wird David immer mehr zu Virginia und fühlt sich in dieser Haut wohler. Auch Claire legt ihre Befremdung ab und gewinnt eine neue Freundin, die ungeahnte Gefühle bei ihr auslöst.

Die Kurzgeschichte „The new Girlfriend“ von Ruth Rendell bildet mit ihren geraden mal 15 Seiten lose die Grundlage für den Film. Bereits vor 20 Jahren hatte François Ozon diese Geschichte gelesen und wollte sie verfilmen. Er wollte diese damals originalgetreu adaptieren, fand dafür aber nicht die finanziellen Mittel und nahm so wieder Abstand von dem Projekt. Neue Impulse gab der Dokumentarfilm „Crossdresser“ (2009) von Chantal Poupaud, der von heterosexuellen Männern berichtet, die sich als Frauen verkleiden. Er setzte sich mit der Regisseurin in Verbindung und holte sich Rat. Daraus entstand die Idee zu dem Tod der Ehefrau, welcher den Auslöser für Davids Verwandlung darstellt. Ozon mochte bereits immer mehr die Filme, welche sich mit Transvestitismus beschäftigen, bei denen der Drang sich zu verkleiden aus äußeren Umständen herrührt und nicht aus einem inneren Drang heraus (beispielsweise Filme wie „Victor, Victoria“ (1982), „Manche mögens heiß“ (1959) und „Tootsie“ (1982)). Herausgekommen ist ein interessanter Film, der eine außergewöhnliche Geschichte erzählt, die Tabuthemen aufgreift und zeigt, dass Liebe keine geschlechtlichen Grenzen kennt und keine Definitionen der ausgeübten Sexualität benötigt. Ozon macht es Spaß nicht nur Claire zu verwirren, sondern auch sein Publikum. Dies alles inszeniert er mit einer überzeugenden Leichtigkeit, die den Film unterhaltsam und sehenswert macht. Zudem schafft er eine sympathische Charakterzeichnung, die den Zuschauer immer am Schicksal der Personen teilhaben lässt. Dies hängt auch eng mit der Auswahl der beiden Schauspieler Anaïs Demoustier und Romain Duris zusammen. Demoustier schafft es die Verletzlichkeit, Verwirrtheit und die sanften Veränderungen, die sich bei Claire einstellen, perfekt zu verkörpern. Duris, der zurzeit hohes Ansehen genießt, wagt sich hier in eine ungewöhnliche Rolle, die er mit der richtigen Balance darzustellen schafft. Er verleiht Virginia eine naive Lebensfreude und zeigt, ohne jemals die Figur ins Lächerliche zu ziehen, die Verwandlung von David in eine Frau. Dafür nahm er extra bei einer Choreographin Unterricht, um die richtigen femininen Bewegungen zu erlernen. Hinzu kommt, dass der Film auch formal bestechend ist. Die Musik sowie die Filmaufnahmen an sich sind stimmig arrangiert. Im Gesamten ist Ozon mit seinem neusten Werk ein überzeugender Film gelungen, der sich zwischen Drama und Liebesfilm mit zusätzlichen Thrillerelementen einordnet und eine nicht alltägliche Geschichte mit großer Leichtigkeit und mit hohem Unterhaltungswert erzählt.


Fazit:
Der Film „Eine neue Freundin“ ist ein exzellentes Stück französischen Kinos. Er glänzt durch gute Dialoge, charmante Darsteller, eine perfekte Maske und Garderobe und dem vorzüglichen Spiel mit Rollenklischees, Sexualitätsgattungen und dem Thema Transvestitismus.
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Bilder © Weltkino Filmverleih GmbH