Ein Weihnachtsfest für Teddy

Teddybjørnens jul (2022), Norwegen
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Familie
Kinostart Deutschland: - Verleih: capelight pictures

Ein Weihnachtsfest für Teddy Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Das Weihnachtsfest steht vor der Tür und Teddy spürt ganz deutlich, dass heute etwas Besonderes passieren wird. Der putzige Bär, der auf dem obersten Regal einer Losbude sitzt, wünscht sich nichts sehnlicher, als die Welt zu entdecken. Doch dafür braucht das wählerische Kuscheltier einen Besitzer. Reich soll er sein, und bloß kein Kind wie die achtjährige Mariann, die ihn sich von Herzen wünscht. Heimlich manipuliert Teddy das Glücksrad, damit ihn ein Mann mit viel Geld gewinnt. Doch statt die Welt zu sehen, findet er sich kurz darauf in einem dunklen Schuppen wieder. Dort zeigt ihm Plüschigel Bolla, was im Leben wirklich wichtig ist: Freundschaft und Familie. Wenn es Teddy gelingt, die kleine Mariann ausfindig zu machen, könnte dieses Weihnachtsfest doch noch das schönste aller Zeiten werden.

Marte Klerck-Nilssen, Nader Khademi und Jan Gunnar Røise | mehr Cast & Crew


Filmkritik Ein Weihnachtsfest für Teddy

Filmwertung: | 7/10


Weihnachten ist die Zeit, in der Wunder passieren und sich magische Dinge ereignen. Für die kleine Mariann (Marte Klerck-Nilssen) ist jeder Tag ein Abenteuer. Dank ihrer sprühenden Fantasie sieht sie Dinge, die ihren Eltern und ihrem Bruder verborgen bleiben. Sie ist davon überzeugt, dass die Bäume des Waldes sprechen und auch der letzte Schneemann lebendig war, was ihren Eltern stets Nerven kostet. Auch ihr Bruder Lillebror (Vegard Strand Eide) glaubt ihren Fantasien nicht. Ob der Weihnachtsmann wirklich existiert oder ob es, wie eine Klassenkameradin behauptet, sein Papa ist, der jedes Jahr für ihn in ein Kostüm schlüpft, verlangt seine ganze Aufmerksamkeit.

Als das Weihnachtfest kurz bevor steht, lockt der Weihnachtsmarkt mit seinen bunten Schaubuden Mariann an. An einem Tombolastand wartet ein Plüschbär namens Teddy, umgeben von anderen Spielsachen, die viel zu niedrige Anforderungen an das Leben stellen als er, auf einen Besitzer mit dem er die Welt entdecken kann.

Die Freunde Teddy und Bolla erkunden den Schuppen.
Die Freunde Teddy und Bolla erkunden den Schuppen. © capelight pictures
Mariann, die ihn verzückt entdeckt, kann er sich als Besitzerin gar nicht vorstellen. Daher manipuliert er das Glücksrad, damit er nicht als Gewinn des Mädchens den Stand verlassen muss. Doch Mariann hat sich in den plüschigen Gesellen verliebt und sich in ihren Kopf gesetzt, es wieder und wieder zu versuchen, bis das Glücksrand ihr hold ist und sie den schönsten Teddy der Welt als ersten Preis mit nach Hause nehmen kann.

Kurz darauf kauft ein Gentleman viele Lose und Teddy ist sich sicher, in ihm seinen Wunschbesitzer gefunden zu haben. Er hilft seinem Glück nach und wird wirklich als Hauptgewinn mitgenommen. Nun scheint sich Teddys Wunsch zu erfüllen. Mariann hingegen versucht den Mann zu finden, nachdem sie von dem Tombolabesitzer erfahren hat, dass dieser ihren Wunschteddy gewonnen hat. Schnell macht sie ihn ausfindig, folgt ihm heimlich nach Hause und schlüpft schnell in dessen Haus, als sie sich unbeobachtet fühlt. Auf der Suche nach dem Teddy geht ein verpacktes Geschenk zu Bruch und Mariann eilt nach Hause. Das schlechte Gewissen plagt sie und am Weihnachtsabend kommt ihre Tat ans Tageslicht.

Derweil ist Teddy auf einem dreckigen Dachboden gelandet, wo er ganz alleine ist, bis er plötzlich auf die kleine Igeldame Paula trifft, die glücklich darüber ist, nun endlich einen Gefährten zu haben. Nach anfänglicher Skepsis freunden sich die beiden Plüschtiere an und Teddy lernt, was wirklich wichtig ist und das er dazu bestimmt ist, von Mariann gekuschelt zu werden. Zusammen machen sich Igel und Teddy auf den Weg zu Mariann. Diese hat ihr Weihnachtsgeschenk unter dem Baum gefunden und dem Mädchen gebracht, deren Geschenk durch ihr Verschulden kaputt gegangen war. Am Heiligabend wartet daher kein Geschenk mehr für Mariann unter dem Baum. Ihre Mutter ist stolz darauf, dass sie gehandelt hat, um ihren Fehler einzugestehen. Zur großen Überraschung kommt der Weihnachtsmann und beschert die Familie. Auch er erkennt Marianns Tat an und überreicht ihr ein Paket, bei dessen Öffnung das Mädchen ihren Augen kaum trauen kann. Ihr großer Wunsch erfüllt sich.

Der Weihnachtsmann hat Mariann (Marte Klerck-Nilssen) nicht vergessen.
Der Weihnachtsmann hat Mariann (Marte Klerck-Nilssen) nicht vergessen. © capelight pictures
Basierend auf dem Drehbuch von Lars Gudmestad und Harald Rosenløw-Eeg inszeniert Andrea Eckerbom einen wunderschönen Weihnachtsfilm für die ganze Familie. Ohne viel Klimbim und bis auf die animierten Spielsachen auf wenige Effekte reduziert, wirkt der norwegische Film bodenständig und urig. Die heimelige Stube der Familie lädt zum gemütlichen Beisammensein ein, während die Flausen der Kinder und die entnervten Eltern den Alltag präsentieren. Teddy und Igeldame sind putzig anzusehen und rühren mit ihren Ansichten über das Leben. Stimmungsvoll wird die Wichtigkeit von Weihnachten bebildert und mit den kindlichen Wünschen nach einem ersehnten Spielzeug untermalt. Mit seiner weihnachtlichen Stimmung reiht sich der Film in die Reihe von „Plötzlich Weihnachtsmann“ und „Elise und das vergessene Weihnachtsfest“ ein und zeigt, dass im großen Kontrast zu den schillernden und prall gefüllten Weihnachtsfilmen aus den USA auch mit weniger großen Effekten Stimmung, Spannung und Vergnügen auf die Leinwand gezaubert werden kann.

Fazit:
Ein rührender, unterhaltsamer und stimmungsvoller Weihnachtsfilm für die ganze Familie.
by Sandy Kolbuch

Bilder © capelight pictures