Eiffel in Love

Eiffel (2021), Frankreich / Deutschland
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Drama / Biographie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Constantin Film

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Inhalt

Der gefeierte Ingenieur Gustave Eiffel (Romain Duris) hat gerade die Arbeit an der Freiheitsstatue beendet, als er im Auftrag der französischen Regierung etwas wahrhaft Spektakuläres für die Pariser Weltausstellung im Jahr 1889 entwerfen soll. Eigentlich möchte er nur die Metro designen und gerät nun massiv unter Druck. Doch als Eiffel seine verloren geglaubte Jugendliebe Adrienne Bourgès (Emma Mackey) wiedertrifft, inspiriert ihn ihre Leidenschaft dazu, die Skyline von Paris für immer zu verändern.

Romain Duris, Emma Mackey und Pierre Deladonchamps | mehr Cast & Crew


Eiffel in Love - Trailer




Filmkritik Eiffel in Love

Filmwertung: | 4/10


Biopics sind aktuell wieder gefragter denn je und so war es auch nicht wirklich verwunderlich, als eins zu Gustave Eiffel angekündigt wurde. Der Eiffelturm ist schließlich ein sehr beliebtes Ziel, das jedes Jahr Millionen von Touristen anlockt und noch immer zu einem der schönsten Wahrzeichen von Paris gehört. Ein Wahrzeichen, wo man nur zu gerne mal sehen wollte, wie es erbaut wurde und was sich alles dahinter verbirgt und genau das schien mit diesem Film zu kommen. Jedoch fiel direkt beim Namen etwas auf. Der Film heißt nicht etwa Eiffel oder Eiffeltower/Eiffelturm. Nein, er heißt Eiffel in LOVE und schon der Trailer machte klar, man würde nicht nur ihn sehen, sondern auch seine Frau und ihre Geschichte. An sich keine schlechte Idee, schließlich war auch sie wichtig in seinem Leben und sie dann noch mit Emma Mackey zu besetzen, war mehr als perfekt. Jedenfalls schien es im Vorfeld so. Doch der Film nimmt das Wort der Liebe leider viel zu ernst und rückt es zu sehr in den Vordergrund. Wäre es 70 % die Erbauung des Turms und 30% die Liebe der Beiden, hätte man mit leben können. Doch es ist andersrum und das ist das wohl größte Problem.

Romain Duris als der gefeierte Ingenieur Gustave Eiffel
Romain Duris als der gefeierte Ingenieur Gustave Eiffel © Constantin Film / Antonin Menichetti1HD
Was in diesem Film wunderbar funktioniert, ist sein Hauptdarsteller Romain Duris. Der Franzose war eine mehr als perfekte Wahl für diese Persönlichkeit und geht in seiner Rolle vollkommen auf. Ihn kannte man im Vorfeld nicht wirklich, aber nun möchte man ihn nur zu gerne in weiteren Projekten sehen und die Chancen darauf dürften gut stehen. Er hat eine wunderbare Chemie mit Mackey und es macht Spaß, die beiden als Team zu begleiten. Sie hatten sichtlich Spaß bei den Dreharbeiten und hätten wirklich mehr abliefern können, jedoch wurden ihre Texte so geschrieben, dass es nicht möglich war und so ist es auch als Fan von Liebesfilmen fast unerträglich, diesen beiden bei ihrem Liebesleben zuzusehen und natürlich liegen dazwischen noch immer Welten, aber wenn man ehrlich ist, kann man fast die Szenen aus "STAR WARS - Episode 2", zwischen Natalie Portman und Hayden Christensen, mit dem Vorliegendem hier vergleichen und es dürften sich wohl nicht nur Fans einig darüber sein, dass das damals keine Szenen eines Meisterwerkes waren und gerade diese Szenen dazu beigetragen haben, dass der Film einen so schlechten Ruf erhalten hat.

Emma Mackey als Adrienne Bourgès
Emma Mackey als Adrienne Bourgès © Constantin Film / VVZ Production Pathé Films 4
Als zwei separate Individuen hatten die Protagonisten in "Eiffel in Love" aber ihre Stärken und so besaß auch Mackey ihre wirklich starken Szenen. Sie ist in den letzten Jahren als Mave in der Serie "Sex Education" aufgefallen und war dort schon überzeugend. Sie macht hier aber nur zu gut klar, dass sie diese erste bekanntere Figur fast schon hinter sich gelassen hat und bereit für mehr ist. Nicht ohne Grund wird aktuell bereits gemunkelt, sie wäre bei einer möglichen vierten Staffel vielleicht nicht mehr dabei. Neben diesen beiden Schauspielern, gab es aber auch zum Glück die Momente, wo man den Turm gesehen hat und diese haben sich aus dem Rest immer wieder erhoben. Sie waren spektakulär, spannend, interessant und es war immer wieder eine echte Schande, dass sie nur so kurz vorgekommen sind. Hätte man damit den ganzen Film gemacht, wäre er locker einige Punktzahlen besser gewesen.

Paris feiert die Einweihung des Eiffelturms
Paris feiert die Einweihung des Eiffelturms © Constantin Film
Die größte Schwäche des Films, war aber das besagte Drehbuch und die Szenen, die sie immer wieder spielen mussten, aber nie wirklich gefühlt haben. Neben ihnen waren alle anderen Figuren austauschbar, vergessenswert, langweilig und vorallem die ausgehende Liebe von Pierre Deladonchamps fast schon nervig. Man wollte wirklich nicht glauben, wie sehr sich das Drehbuch alle möglichen Chancen verbaut hat.

Fazit:
Biopics sind aktuell also tatsächlich wieder gefragter denn je, das bedeutet aber noch lange nicht, dass auch wirklich jedes etwas kann. Manchmal sind es auch Filme, mit einem falschen Cast, einem falschen Trailer, einer falschen Grundidee oder eben eines falschen Drehbuchs und in Form von Eiffel in Love ist es definitiv das Letzte. Hätte er sich nur mal mehr darauf fokussiert, was wirklich interessant war und was man bei einem Biopic sehen wollte, als zu sehr etwas nachzujagen, was einfach nicht gepasst hat und hätte es den Schauspielern ihren Freiraum gegeben, wäre hier nichts zu bemängeln. Denn wirklich jeder des Casts (sogar ein Deladonchamps, über den es nicht viel Gutes zu sagen gibt) hätte mehr gekonnt, hätte man das mögliche Potenzial nur besser genutzt.
by Peter Brauer

Bilder © Constantin Film


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