Dunkirk

Dunkirk (2017), Niederlande / Großbritannien / Großbritannien / USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Drama / Historienfilm
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

-> Trailer anschauen

Dunkirk Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Zu Beginn von „Dunkirk“ sind Hunderttausende britischer und alliierter Truppen vom Feind eingeschlossen. Am Strand von Dünkirchen haben sie sich bis ans Meer zurückgezogen – und befinden sich in einer ausweglosen Situation.

Tom Hardy, Cillian Murphy und Kenneth Branagh | mehr Cast & Crew


Dunkirk - Trailer




DVD und Blu-ray | Dunkirk

Blu-ray
Dunkirk Dunkirk
Blu-ray Start:
19.12.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 106 min.
Dunkirk (4K Ultra HD) Dunkirk (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
19.12.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 106 min.
DVD
Dunkirk Dunkirk
DVD Start:
19.12.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.

Filmkritik Dunkirk

Filmwertung: | 8/10


Francis Ford Coppola, Oliver Stone, Stanley Kubrick, Terrence Malick, Steven Spielberg – viele große Filmemacher haben sich im Laufe ihres Schaffens dem Thema Krieg gewidmet. Mit „Dunkirk“ gesellt sich nun auch einer der großen modernen Filmemacher unserer Zeit, Christopher Nolan (u. a. „Memento“, „Prestige“, die „Dark Knight“-Reihe, „Inception“ und „Interstellar“) dazu.

Dunkirk Szenenbild Nolans bisherige Filme entstanden meistens in der Zusammenarbeit mit seinem Bruder Jonathan Nolan am Drehbuch und hatten thematisch eine Vorliebe für die Kognition des Menschen, seinen Erinnerungen, seinen Träumen, seiner Identität. Verschachtelte Geschichten basierend auf originellen und cleveren Ideen mit Handlungsfäden, die sich auf mehreren Zeitebenen entspinnen und Hauptfiguren, die von Verlust angetrieben werden und an ihre moralischen Grenzen stoßen.

Umso verblüffender ist es, dass sich Christopher Nolan für sein neustes Projekt ein historisches Ereignis ausgesucht hat: Die Evakuierung der britischen Soldaten in Dünkirchen während des Zweiten Weltkriegs.

Nolan schildert die Evakuierung aus drei unterschiedlichen Perspektiven, die drei unterschiedliche Zeitspannen umfassen: Die auf Rettung wartenden, eingekesselten Soldaten (Fionn Whitehead, Damien Bonnard, Kenneth Branagh) an den Dünen von Dünkirchen (eine Woche), die von Solidarität angetriebenen Zivilisten (Mark Rylance, Barry Keoghan, Tom Glynn-Carney), die mit ihrem kleinen Boot zu Hilfe eilen (ein Tag) und die Kampfpiloten (Tom Hardy, Jack Lowden), die die Soldaten vor Luftangriffen schützen sollen (eine Stunde).

Dunkirk Szenenbild Zwischen diesen drei Handlungs- und Zeitschienen wechselt der Film hin und her, sodass sie sich verzahnen und überlappen. Da die Perspektiven aber derart unterschiedlich sind, hat man nie das Gefühl, dass der Film sich selbst wiederholt. Für den Zuschauer erschließt sich nach und nach, in welchem zeitlichen Verhältnis die Ereignisse zueinander stehen. Um das problemlos nachvollziehen zu können, ist wie bei vielen Werken von Nolan die Aufmerksamkeit des Zuschauers gefordert.

Zum Durchatmen bleibt keine Zeit, denn dafür herrscht in „Dunkirk“ von den ersten Minuten an eine viel zu hohe Anspannung und Dringlichkeit – die Soldaten sind umstellt, könnten jederzeit vom Feind angegriffen werden und versuchen verzweifelt, einen Platz an Bord der wenigen Schiffe der Marine zu bekommen. Ebenso wie die Figuren fühlt man sich unter ständigem Zeitdruck, was nicht nur der Handlung, sondern auch zu einem beträchtlichem Teil dem Sound-Design und dem Soundtrack geschuldet ist. Die plötzlichen, ratternden Feuersalven aus dem Nichts und das unheilverkündende Surren der feindlichen Flugzeugmotoren durchdringen jede noch so ruhig anmutende Szene. Die fiebrigen Stücke von Hans Zimmer setzen mit frenetischem Ticken oder nervösen Geigenzügen akustisch den Zeitdruck der Soldaten um. Ergänzend setzt Nolans und Kameramann Hoyte Van Hoytemas Bildsprache mit weiten, leeren Panoramen visuell die Verlorenheit und die Schutzlosigkeit der Soldaten um.

Dunkirk Szenenbild Die Bedrohung für die britischen Truppen vermittelt der Film als eine allgegenwärtige, stets bewusste Tatsache, die jederzeit wie ein Damoklesschwert herabstürzen kann. Die gegnerische Seite wird als eine unberechenbare und gesichtslose Gefahr inszeniert, die nie in Form von klar sichtbaren Darstellern in Erscheinung tritt, sondern lediglich von angreifenden Fliegern oder menschlichen Silhouetten verkörpert wird.

Was die Hauptfiguren betrifft, bleiben diese für den Zuschauer kaum charakterisiert. Ihre Persönlichkeit kommt nur durch ihr Verhalten unter den gegebenen Umständen zum Vorschein. Noch weniger erfährt man über ihre privaten Hintergründe oder was für ein Leben sie in der ersehnten Heimat erwartet. Man begleitet sie lediglich durch diese bestimmte, weltgeschichtliche Phase ihres Lebens. An der enormen Spannung des Films ändert das aufgrund der Darstellung der Situation und der gekonnten Inszenierung allerdings nichts.


Fazit:
Christopher Nolan schildert mit eindringlichem Sound, weiten Bildern und einer allgegenwärtigen, unberechenbaren Bedrohung das historische Ereignis in „Dunkirk“ als einen intensiven, spannenden, kurzweiligen, aber unpersönlichen Überlebenskampf bei dem es nicht nur um britische Soldaten, sondern auch um die Hilfsbereitschaft und Solidarität mutiger Zivilisten geht.
by

Bilder © Warner Bros.