Drecksau

Filth (2013), Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Komödie / Krimi
Kinostart Deutschland: - Verleih: Ascot Elite

-> Trailer anschauen

Drecksau Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Eigentlich sollte er sich um die Aufklärung im Mordfall eines japanischen Touristen kümmern, doch für Robertson ist die Nationalität des Opfers Grund genug, die Ermittlungen schleifen zu lassen. Seine Karriere steht über Moralvorstellungen im Beruf und damit das so bleibt, setzt Robertson alles in Bewegung, um in der Hierarchie weiter emporzusteigen. Eine einzigartige, provokative und alle Moralvorstellungen sprengende Geschichte mit einer grossartigen Tour de Force-Darstellung von James McAvoy.

James McAvoy, Jamie Bell und Imogen Poots | mehr Cast & Crew


Drecksau - Trailer


DRECKSAU - Trailer Deutsch


DVD und Blu-ray | Drecksau

Blu-ray
Drecksau Drecksau
Blu-ray Start:
25.02.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 97 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Drecksau Drecksau
DVD Start:
25.02.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 95 min.

Filmkritik Drecksau

Filmwertung: | 8/10


Der Autor Irvine Welsh, der durch sein Erstlingsroman „Trainspotting“ (1993) international bekannt wurde, schrieb im Jahr 1998 den Roman „Drecksau“ und wollte ihn seitdem von allen seinen Büchern am liebsten verfilmt sehen. Der Regisseur Jon S. Baird schuf mit „Drecksau“ (Originaltitel: „Filth“, GB, 2013) eine gerechte Adaption, die nicht nur dem Autor gefällt.

Bruce Robertson (James McAvoy) ist Detective Sergeant bei der Glasgower Polizei. Zudem hat er ein übles Drogenproblem, eine psychische Störung, seine Frau hat ihn verlassen und er hasst einfach alles und jeden. Der jüngste Mordfall und wer ihn aufgeklärt, könnte darüber bestimmen, wer die ersehnte Beförderung erhält. Robertson will diese Stelle unbedingt haben. Deswegen geht er nicht nur seinem Job nach, sondern versucht systematisch alle Konkurrenten wie den jungen Ray Lennox (Jamie Bell) und die einzige weibliche Anwärterin Amanda Drummond (Imogen Poots) zu manipulieren oder ihren Ruf zu zerstören. Auch seinen guten Freund Clifford ‚Bladesey’ Blades (Eddie Marsan) nutzt er ganz für seine Zwecke aus. Robertson ist durch und durch eine Drecksau und so scheint er rücksichtslos seinen Weg zu gehen.

Adaptiert wurde der Roman von dem Regisseur Jon S. Baird selbst. Trotz der Nähe zum Buch wurden einige Elemente verändert. So wurden die physischen Leiden zu psychischen und Dr. Rossi kurzerhand zum Therapeuten umgeschrieben. Auch der Bandwurm, der im Buch die moralische Instanz bildet, konnte so nicht umgesetzt werden. So wird Robertsons Hintergrundgeschichte in den wirren Träumen und Halluzinationen wiedergegeben. Die Veränderungen sind gelungen und verleihen der Figur eine Ebene, durch die man ihn besser versteht und nicht nur unsympathisch findet. „Drecksau“ wird komplett aus der Sicht von Robertson gezeigt und stellt eindringlich dar, wie er sich nach und nach in seiner manisch-depressiven Störung verliert und damit auch den Zugang zur Realität. Der gesamte Film ist gespickt mit feinsten schwarzem Humor und wartet in einzelnen Szenen mit drastischen Schilderungen auf. Die ganze Geschichte ist spannend erzählt und trotz mangelnder Sympathieträger, ist man auf das Ende gespannt und kann sich von manch´ Wendungen überraschen lassen. Auch formal kann sich der Film sehen lassen: Er findet die richtigen Bilder und die passende und ansprechende Musik dazu. James McAvoy als Bruce Robertson ist ein absoluter Volltreffer. Er schafft es alle Facetten und Abgründe mit so viel Wucht darzustellen, dass der Zuschauer regelrecht überwältigt wird. McAvoy, der sonst eher in sympathischen und braven Rollen besetzt wird, spielt hier stark körperlich und beeindruckend. Auch die Filmemacher wussten, dass von dem richtigen Hauptdarsteller alles abhängt und sie haben damit einen Glücksgriff gelandet. Auch in den Nebenrollen ist der Film großartig besetzt. Eddie Marsan als sensibler guter Freund stellt einen extremen Gegenpol dar, dem das Mitleid und die Sympathien sicher sind. Exzellent sind auch Jamie Bell als drogensüchtiger Polizist, der seinem Vorbild Robertson nacheifert, und Jim Broadbent, als sein Therapeut Bruce.

Fazit: „Drecksau“ ist ein hemmungsloser Film, der wie der Roman mit einer spannenden Geschichte und extremen Schilderungen den Zuschauer fesselt. James McAvoy ist die perfekte ‚Drecksau’ und gibt der Romanfigur ein passendes Gesicht. Im Gesamten ist der Film ein unterhaltsames und unverschämtes Kinoerlebnis.

by

Bilder © Ascot Elite