Django Unchained

Django Unchained (2012), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Western / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Sony Pictures

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Django Unchained Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Angesiedelt in den Südstaaten, zwei Jahre vor dem Bürgerkrieg, erzählt DJANGO UNCHAINED die Geschichte von Django (Oscar®-Preisträger JAMIE FOXX), einem Sklaven, dessen brutale Vergangenheit mit seinen Vorbesitzern dazu führt, dass er dem deutschstämmigen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Oscar®-Preisträger CHRISTOPH WALTZ) Auge in Auge gegenübersteht. Schultz verfolgt gerade die Spur der mordenden Brittle-Brüder und nur Django kann ihn ans Ziel führen. Der unorthodoxe Schultz sichert sich daher Djangos Hilfe, indem er ihm verspricht, ihn zu befreien, nachdem er die Brittles gefangen genommen hat – tot oder lebendig. Nach erfolgreicher Tat löst Schultz sein Versprechen ein und setzt Django auf freien Fuß. Dennoch gehen die beiden Männer ab jetzt nicht getrennte Wege. Stattdessen nehmen sie gemeinsam die meistgesuchten Verbrecher des Südens ins Visier. Während Django seine überlebensnotwendigen Jagdkünste weiter verfeinert, verliert er dabei sein größtes Ziel nicht aus den Augen: Er will seine Frau Broomhilda (KERRY WASHINGTON) finden und retten, die er einst vor langer Zeit an einen Sklavenhändler verloren hat. Ihre Suche führt Django und Schultz zu Calvin Candie (der für einen Oscar® nominierte LEONARDO DICAPRIO). Candie ist der Eigentümer von „Candyland“, einer berüchtigten Plantage. Als Django und Schultz das Gelände der Plantage unter Vorgabe falscher Identitäten auskundschaften, wecken sie das Misstrauen von Candies Haussklaven und rechter Hand Stephen (der für einen Oscar® nominierte SAMUEL L. JACKSON). Jede ihrer Bewegungen wird fortan genau überwacht und eine heimtückische Organisation ist ihnen bald dicht auf den Fersen. Wenn Django und Schultz mit Broomhilda entkommen wollen, müssen sie sich zwischen Unabhängigkeit und Solidarität, zwischen Aufopferung und Überleben entscheiden...

Leonardo DiCaprio, Jamie Foxx und Samuel L. Jackson | mehr Cast & Crew


Django Unchained - Trailer




DVD und Blu-ray | Django Unchained

Blu-ray
Django Unchained Django Unchained
Blu-ray Start:
23.05.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 165 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Django Unchained Django Unchained
DVD Start:
23.05.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 159 min.

Filmkritik Django Unchained

Filmwertung: | 9/10


Nachdem sich Quentin Tarantino in seiner Farce „Inglorious Bastards“ wenig zimperlich dem Nationalsozialismus zugewandt hat, treibt es die Gedanken des Kult-Regisseurs nun in Richtung des schmutzigsten Kapitels der US-Geschichte: Der Sklaverei. Das Setting, wenige Jahre vor dem Bürgerkrieg angesiedelt, nutzt er hierbei für eine Verbeugung seiner geliebten Italo-Western und kreiert abermals einen schwer in Genre zu fassenden Mix aus erbarmungsloser Gewalt, popkulturellen Referenzen und großen Ensemblekino.

Frisch verkauft und meilenweit durch karge Landschaften geschleift, passiert dem geschundenen Sklaven Django (Jamie Foxx) das Unfassbare: Er wird unvorhergesehen in den Status eines freien Mannes gehievt. Der deutsche Kopfgeldjäger Dr. King Schulz (Christoph Waltz) öffnet Djangos Fesseln, bildet ihm zum Kollegen aus und geht mit ihm auf die Suche nach seiner Frau Broomhilda von Shaft (Kerry Washington). Djangos Frau wurde ebenfalls verkauft – an den exzentrischen Overlord Calvin Candie (Leonardo DiCaprio).

Ebenso wie es seine Zeit benötigt, um Djangos Wandel vom gebrochenen Mann zum personifizierten Selbstbewusstsein mit schweren Colts zu zeichnen, benötigt Tarantino circa eine Stunde Laufzeit, um seine Geschichte in den perfekten Rhythmus zu takten. Diese ist zwar deutlich geradliniger erzählt als Kill Bill oder die Bastards, leidet aber eingangs an etwas unausgewogenem Pacing. Sobald Foxx und Waltz allerdings auf DiCaprio und den sinistren Samuel L. Jackson treffen, entfaltet sich eine Reihe pointiert geschriebener und noch viel präziser vorgetragener Dialoge. Zwischen blutigem Sklaven-Kampfsport, deutschem Wortwitz (zahlreiche Szenen beinhalten auch in der Originalversion deutsche Zeilen – empfehlenswert) oder prunkvollem Dinner entfalten sich krude moralische Ansichten und zynische Kommentar zur Sklaverei.

Die Tatsache, dass „Django Unchained“ durch den hohen Anteil an Blut und dem häufigen Gebrauch des Wortes „Nigger“ stark kritisiert wird, macht Tarantinos Werk im Umkehrschluss umso wertvoller; Konfrontation statt Samthandschuh. Aller Scherze und Genreverschiebungen zum Trotz, werfen die Charaktere angenehm zeitlose ethnische Fragen auf und würzen Schusswechsel und Intrigen mit dem nötigen Subtext.

Musikalisch bietet Tarantino Western-Retro, 2Pac und James Brown. Rap unterlegt den groben Shootout, Hymnen entlassen die Zuschauer aus dem Kinosaal. Was im Abspann mitschwingt, ist die Erkenntnis, dass Django einer der größten Leinwandhelden der vergangen Jahre ist und unser liebster Ex-Videothekar erneut ein Filmerlebnis der besonderen Art geschaffen hat. Schön, dass auch Franco Nero sich das aus nächster Nähe anschauen wollte.

by

Bilder © Sony Pictures