Disconnect

Disconnect (2012), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Weltkino Filmverleih GmbH

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erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Sie sind ständig online: Derek, der beim Poker den Tod seines Babys verdrängt, seine Frau Cindy, die in Selbsthilfeforen Zuwendung sucht, weil ihr Mann ihr ausweicht, der junge Ben, der sich im Netz einer Freundin offenbart – nicht ahnend, dass das Mädchen die Kreation seiner Schulkameraden ist, Bens Vater Rich, der vielbeschäftigte Anwalt, der nie sein Smartphone aus der Hand legt, und schließlich der minderjährige Kyle, der seinen Lebensunterhalt mit Online-Prostitution verdient.

Alexander Skarsgard, Jason Bateman und Michael Nyqvist | mehr Cast & Crew


Disconnect - Trailer


Disconnect Offizieller Trailer Deutsch HD


DVD und Blu-ray | Disconnect

Blu-ray
Disconnect Disconnect
Blu-ray Start:
05.06.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.

zur Blu-ray Kritik
Disconnect Disconnect
Blu-ray Start:
29.09.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Disconnect Disconnect
DVD Start:
05.06.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 111 min.
Disconnect Disconnect
DVD Start:
29.09.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 111 min.

Filmkritik Disconnect

Filmwertung: | 6/10


2005 erschien der Dokumentarfilm "Murderball" über eine Rollstuhl-Rugby-Mannschaft auf ihren Weg zu den Paralympics. Der Film bekam internationale Anerkennung und wurde so auch 2006 für den Oscar in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" nominiert. Einer der beiden Regisseure, Henry Alex Rubin, verwirklichte nun mit "Disconnect" (Originaltitel: "Disconnect", US, 2012) seinen ersten Spielfilm.

Der Film erzählt drei verschiedene Geschichten, in denen Menschen in irgendeiner Weise Unrecht durch das Internet erfahren haben. Der introvertierte Ben (Jonah Bobo), Sohn eines hart arbeitenden und ständig am Telefon hängenden Anwalts (Jason Bateman), wird von zwei Schulkameraden mit dem Fake-Profil eines sympathischen Mädchens an der Nase herumgeführt und sie entlocken ihm kompromittierende Bilder. Das verheiratete und nicht besonders glückliche Paar Derek (Alexander Skarsgård) und Cindy (Paula Patton) verliert bei einem Hackerangriff das Geld auf ihren Konten. Mit Hilfe eines Privatdetektivs stoßen sie auf den vermeintlichen Täter Stephen Schumacher (Michael Nyqvist) und beschließen die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Die engagierte Reporterin Nina (Hope Davis) recherchiert über Sex-Seiten und trifft dabei auf den Jugendlichen Kyle (Max Thierot) von dem sie sich einerseits ein belastendes Interview erhofft und ihn anderseits aus diesem Milieu befreien möchte.

Der Regisseur Henry Alex Rubin zeigt mit seinem Debüt-Spielfilm ein buntes Potpourri von möglichen Gefahren des Internets: Mobbing, Betrug und Ausbeutung. Alle drei Geschichten sind realitätsnah und vermutlich häufig schon so in der Wirklichkeit passiert. Doch stellen Rubin und sein Drehbuchautor Andrew Stern das Medium per se als gefährlich und unmenschlich dar. Der Film möchte zeigen, dass ohne das Internet die Familien wieder näher zusammenrücken und menschliche Bindungen entstehen können, doch suggeriert er damit auch, dass die Onlinewelt dafür nur schädlich und abträglich ist. Dadurch ist der gesamte Film ein Plädoyer für ein Offline-Leben, statt nur auf die Gefahren des Mediums hinzuweisen. So entwickeln sich die Geschichten auf ihre schlimmste mögliche Art und Weise. Dabei verlieren die einzelnen Handlungsstränge nicht an Spannung und lassen so den Zuschauer über die erhöhte moralische Komponente hinwegsehen. Die stimmigen Filmaufnahmen, die oft mit einem Gefühl des „beobachtet werden“ spielen, runden zusammen mit der dramaturgisch passenden Musik den Film ab. Die hohe Anzahl an bekannten Darstellern wird dem Film ein breiteres Publikum ermöglichen. Diese sind aber nicht nur für Werbezwecke gut, sondern spielen ihre Rolle solide und überzeugend. Jason Bateman ("Kill the Boss" (2011), "Voll abgezockt" (2013)) und Alexander Skarsgård ("True Blood" (seit 2008), "Das Glück der großen Dinge" (2012)) geben ihren Charakteren sowohl die nötige Wärme als auch Härte. Vor allem überzeugen Max Thierot als Jugendlicher, dem es an Halt und Orientierung fehlt, und Hope Davis als engagierte, sich über Regeln hinwegsetzende Journalistin. Bis in die Nebenrollen ist der Film gut besetzt und bietet so ein erstaunliches Ensemble für den ersten Spielfilm von Rubin.

Fazit: „Disconnect“ erzählt drei realistische und spannende Geschichten, deren moralischer Hintergrund aber zu eindimensional geworden ist. Die Verteufelung des Internets in allen Lebenslagen ist dabei zu aufdringlich in Szene gesetzt. Die dichte Atmosphäre und die guten Darsteller können glücklicherweise diesen Eindruck etwas schmälern und machen den Film sehenswert.

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Bilder © Weltkino Filmverleih GmbH