Dirty Grandpa

Dirty Grandpa (2016), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Constantin Film

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Dirty Grandpa Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Durch eine Ehe mit der kontrollsüchtigen Meredith ist für Jason (Zac Efron) auch eine Partnerschaft in der Kanzlei seines Schwiegervaters in spe gesichert. Der lebenshungrige Großvater Dick (Robert De Niro) allerdings nötigt seinen spießigen Enkel noch kurz vor dessen Hochzeit, ihn nach Daytona zum Spring Break zu fahren – mit verheerenden Folgen. Während der sexbesessene Dick auf Parties, Kneipenschlägereien und durchzechten Karaoke Nächten sein Leben in vollen Zügen genießt, ist er andererseits fest entschlossen, Jason von dessen biederen Zukunftsplänen abzubringen. Und dazu ist dem alten Gauner wirklich jedes Mittel recht. Doch schon bald stellen der DIRTY GRANDPA und sein verklemmter Enkel auf der wildesten Reise ihres Lebens fest, dass sie so einiges voneinander lernen können...

Dan Mazer, Robert De Niro und Zac Efron | mehr Cast & Crew


Dirty Grandpa - Trailer




DVD und Blu-ray | Dirty Grandpa

Blu-ray
Dirty Grandpa Dirty Grandpa
Blu-ray Start:
04.08.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.
DVD
Dirty Grandpa Dirty Grandpa
DVD Start:
04.08.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 98 min.

Filmkritik Dirty Grandpa

Filmwertung: | 2/10


Schon zu diesem noch frühen Zeitpunkt des Jahres ist es schwer vorstellbar, dass ein Film 2016 „Dirty Grandpa“ in Sachen absoluter Geschmacklosigkeit und schlichter, zum Himmel stinkender Übelkeit übertreffen wird. Bereits nach fünf Minuten besteht hier eigentlich schon keine Hoffnung mehr, etwas ansatzweise Sehenswertes, geschweige denn Lustiges oder denn wenigstens Spaßiges zu sehen. Humor fällt in „Dirty Grandpa“ derartig flach, dass man sich fragen muss, ob es sich hierbei um eine Art soziales Experiment handelt, wie viel man sein Publikum mit als Humor getarnten Obszonitäten quälen kann. Dirty Grandpa SzenenbildOder wie tief man das Niveau senken kann und trotzdem Zuschauer ins Kino lockt. Findet es irgendjemand tatsächlich lustig, normale menschliche Sprechweise und Dialoge mit einer Aneinanderreihung nahezu jeder erdenklichen Variation von vulgären Begriffen (die hier nicht aufgezählt werden müssen) zu ersetzen? Das ist die Art von Humor, die Regisseur Dan Mazer („Das hält kein Jahr“) und Autor John Phillips hier mit aller Gewalt und ohne Erbarmen propagieren. Man könnte fast meinen, dass Mazer und Phillips davon ausgehen, wenn man einer wandelnden, ehrfurchtgebietenden Legende wie Robert De Niro die schlimmstmöglichen Wörter in den Mund legt, die Lacher von alleine kommen. „Dirty Grandpa“ wäre ja noch völlig ignorierbar, wenn sich nicht jemand wie De Niro dazu entschieden hätte, dieses Machwerk mit seiner Anwesenheit zu beehren. Nach diversen fragwürdigen Direct-to-Video-Ausflügen in den letzten Jahren ist es De Niro nun gelungen einen vorläufigen Tiefpunkt zu erreichen. Gerade hat er noch in Nancy Meyers „Man lernt nie aus“ als geschmackvoller und distinguierter Gentleman eine seiner besten Parts der letzten Zeit gezeigt, hier ist er bemüht, das Gegenteil zu zeigen. Vielleicht ist es sein Versuch, seine schauspielerischen Facetten um eine weitere Dimension zu bereichern, jetzt kann er jedenfalls behaupten, auch mal eine richtig tolle Masturbationsszene in vollständiger Nacktheit absolviert zu haben. „Dirty Grandpa“ wirkt mit De Niros Präsenz in seiner ganzen extremen Schlüpfrigkeit fast schon surreal. Das klingt jetzt alles schon nahezu wieder interessant, ist es aber definitiv nicht. Versprochen.

De Niro spielt den schmutzigen Opa Richard „Dick“ Kelly, dessen Frau nach 40-jähriger Ehe gerade verstorben ist. Auf ihrem Sterbebett hat sie Dick darin bekräftigt, jetzt nochmal richtig die Sau rauszulassen. Nach 15 sexlosen Jahren hat Dick nur eines im Sinn (und das ist nicht trauern). Zitat: „Ich will ficken, ficken, ficken!“ So bittet er seinen Enkel und spießigen Anwalt Jason (Zac Efron) darum, ihn nach Florida zu seinem alten Freund Stinky (noch ein tiefer Abstieg: Danny Glover) zu fahren, was jedoch, ohne das Wissen von Jason, nur ein Vorwand für Dick ist, in Daytona Beach Spring Break zu feiern. Jason ist kurz davor selbst zu heiraten, jedoch wird er von seiner schon grotesk verklemmten und ihn auf Schritt und Tritt kontrollierenden Verlobten Meredith (Julianne Hough) überwacht und wirkt nicht gerade so, als würde er sich auf seine Ehe freuen. Dirty Grandpa SzenenbildAls Jason klar wird, warum er seinen Großvater tatsächlich nach Florida fahren soll, gibt es schon kein Zurück mehr und das obszöne Chaos beginnt.

Es ist schon fast bemerkenswert, mit welcher erstaunlichen Konsistenz Mazer und Phillips unfähig sind, auch nur einen Lacher zu landen. Umso faszinierender ist es, mit welchem Enthusiasmus De Niro seine beleidigenden, abscheulichen, geistlos-debilen und schlichtweg absolut unlustigen obszönen, von vulgären Neologismen durchzogenen Dialoge aufsagt. Wenn man dem Film wirklich etwas zu Gute halten möchte, dann De Niros – so erstaunlich das auch sein mag – scheinbar ernsthaftes Engagement für die Rolle. Eine schlechte Performance liefert er nämlich nicht ab. Auch durchaus positiv ist seine vorhandene Chemie mit Zac Efron, der sich auch alle Mühe gibt, dem unaufhaltbaren Artilleriefeuer schlechter Witze mit erhobenem Kopf zu entfliehen. Ein Lichtblick ist auch Lea Thompsons Tochter Zoey Deutch, die Jasons alte College-Freundin Shadia spielt, die ebenfalls beim Spring Break ist. Sie ist eine der wenigen sympathischen und nicht sexbesessenen Figuren im Film und strahlt sogar so etwas wie Unschuld aus. Auch die so charmante und immer gerngesehene Aubrey Plaza ist eine der Stärken des Films. Sie spielt Shadias Freundin Lenore, die dauergeil ist und sich als großes Ziel gesetzt hat, das Dreigespann aus Erstsemester, Absolvent und Professor ins Bett zu bekommen. Dick wäre dann der Professor (er gibt sich als solcher aus) und ist im Verlauf des Films das Objekt der Begierde von Lenore. Ihre Dialoge (bzw. Monologe), die primär Aufzählungen davon sind, was sie alles mit Dick machen will, kann Plaza jedoch auch nicht retten. Ansonsten ist der Film jedoch von einigen unerträglichen Nebenfiguren bevölkert, die sich sehr ins Zeug legen, den Film so anstrengend wie möglich zu gestalten. Da wäre ein hyperaktiver und dauerplappernder Strandshop-Besitzer und Drogenverkäufer namens „Pam“ (kurz für Pamela, hahaha), der immer wieder auftaucht und schon jetzt einer unausstehlichsten Charaktere der letzten Jahre ist. Dann ist da noch der hyperaktive und dauerplappernde Cousin von Jason, dessen hirntote Witze sich mit offensiv vorgetragener Unlustigkeit jedes Mal wieder übertreffen. Dirty Grandpa SzenenbildDas hyperaktive und dauerplappernde Cop-Duo in Daytona Beach ist ein weiteres filmisches Verbrechen. Julianne Houghs anstrengende Figur existiert im Grunde ausschließlich aus dem Grund, eine Hass-Projektionsfläche für das Publikum zu bieten.

Der Plot von „Dirty Grandpa“ erweist sich natürlich als qualvoll vorhersehbar. Jason hatte in jüngeren Jahren eine Leidenschaft fürs Fotografieren, den langweiligen Prestige-Job als Anwalt hat er nur gewählt, um die Kanzlei seines Vaters zu wählen. Im Verlauf des Films versucht dann Dick seinen Enkel dazu zu bringen, sich selbst treu zu sein und seinem Herzen zu folgen, auch was seine überzeichnete Kontrollfreak-Verlobte betrifft. Erstaunlicherweise stellt sich dieser so vulgäre und erzwungen Grenzen auslotende Film als krachend konservatives Werk heraus. Das wirkt ebenso paradox wie die Tatsache, dass ein Film, indem dauerhaft von allen sexuellen Variationen die Rede ist, in seiner Darstellung von sexuellen Akten völlig zahm ist. Nacktheit zeigt der Film ironischerweise keine, außer den gelegentlichen knapp bekleideten Mädels, dafür aber ein schlaffer, Zac Efron ins Gesicht hängender Penis und ein nur minimal bedeckter masturbierender Robert De Niro. Auch Efron darf immer wieder seinen gestählten Oberkörper zur Schau stellen.

Mazer und Phillips haben scheinbar auch das Ziel, möglichst viele Minderheiten zu beleidigen und stereotyp darzustellen, besonders in großer Regelmäßigkeit Homosexuelle, aber auch Menschen mit Behinderung, Juden und Afroamerikaner. Warum Jason immer wieder als Lesbe bezeichnet wird, egal wo er hinkommt, ist auch ein Running Gag, der völlig unerklärlich bleibt. Auch die rätselhafte Angewohnheit von Dick, sich an Jason heranzuschleichen und seinen Daumen in sein Rektum zu jagen, lässt einen nur kopfschüttelnd zurück. Dirty Grandpa SzenenbildÜberhaupt versinkt man beim Ansehen von „Dirty Grandpa“ immer tiefer vor Fremdscham in den Sitz. Man kann letztlich nur auf lebenslange Haft im Filmgefängnis für Dan Mazer und John Phillips hoffen. Letzterer wird sein Talent jedoch leider einer Fortsetzung von „Bad Santa“ leihen. Schlimmer wie „Dirty Grandpa“ kann es nicht werden. Hoffentlich.


Fazit:
„Dirty Grandpa“ ist der frühe Kandidat für den schlechtesten Film des Jahres, genauer gesagt handelt es sich bei diesem unerklärlichen Machwerk um einen der grauenhaftesten Filme der letzten Jahre. Robert De Niro in solchem völlig geschmacklosem und schmerzhaft unlustigen Dreck zu sehen, motiviert eher zum Heulen als zum Lachen.
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Bilder © Constantin Film