Dirty Cops: War On Everyone

War On Everyone (2016), Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Action / Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Constantin Film

-> Trailer anschauen

Dirty Cops: War On Everyone Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Die beiden korrupten Bullen Terry Monroe (Alexander Skarsgård) und Bob Bolaño (Michael Peña) haben Albuquerque in New Mexico voll im Griff: Jeder Kriminelle, der das Pech hat ihren Weg zu kreuzen, wird erpresst und übers Ohr gehauen. Einer dieser Pechvögel ist der Strip-Club Manager Birdwell (Caleb Landry Jones), der umgehend seinen exzentrischen Boss James Mangan (Theo James), einen britischen Auswanderer und Gentleman-Junkie, über seinen Zusammenstoß mit den zwielichtigen Bullen informiert.
Mit dem Ziel, noch einmal richtig fett abzusahnen, versuchen die Polizisten Terry und Bob die beiden Ganoven einzuschüchtern, entdecken dabei aber versehentlich Mangans düsteres, äußerst beunruhigendes Geheimnis. Ab jetzt ist das Ganze sehr persönlich und schon bald geht es den beiden nicht mehr um das Geld. Einem Unschuldigen zuliebe setzen Terry und Bob alles aufs Spiel und müssen sich ihren Weg zu Freiheit und Gerechtigkeit schließlich wortwörtlich freischießen.


Alexander Skarsgård, Michael Pena und Tessa Thompson | mehr Cast & Crew


Dirty Cops: War On Everyone - Trailer




DVD und Blu-ray | Dirty Cops: War On Everyone

Blu-ray
Dirty Cops: War On Everyone Dirty Cops: War On Everyone
Blu-ray Start:
23.02.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Dirty Cops: War On Everyone Dirty Cops: War On Everyone
DVD Start:
23.02.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 94 min.

Filmkritik Dirty Cops: War On Everyone

Filmwertung: | 4/10


Die beiden korrupten Cops Bob Bolaño (Michael Peña) und Terry Monroe (Alexander Skarsgård) nehmen es mit den Vorschriften nicht so genau und verbreiten unter den Kriminellen Angst und Schrecken, indem sie sie bestehlen, erpressen oder verprügeln. Als die beiden fragwürdigen Gesetzeshüter von einem Deal erfahren, bei dem jede Menge Geld im Spiel ist, wittern sie ihre große Chance und beginnen auf der Suche nach Informationen die Unterwelt aufzumischen. Dirty Cops: War On Everyone SzenenbildDabei legen sie sich auch mit dem adligen Gangsterboss James Mangan (Theo James) und seinen Handlangern (u. a. Caleb Landry Jones) an.

Autor und Regisseur John Michael McDonaghs filmisches Schaffen („The Guard“ und „Am Sonntag bist du tot“) besticht ebenso wie sein neuster Film durch bitterbösen Humor, grimmige, emotional angeschlagene, verlorene Charaktere, exzentrische Bösewichte sowie tiefsinnige Gespräche mit Verweisen auf Philosophen und anspruchsvoller Literatur.

Michael Peña („Ant-Man“ und „End of Watch“) und Alexander Skarsgård („Legend of Tarzan“ und „True Blood“) besitzen eine sympathische und charismatische Ausstrahlung, sodass sie die Figuren von Bob und Terry gut ausfüllen. Doch leider gelingt es dem Film nicht, seine finsteren Hauptcharaktere über die Gesamtlänge des Films nachvollziehbar, unterhaltsam und einprägsam zu portraitieren.

Bereits in „The Guard“ war ein ruppiger, kaltschnäuziger Gesetzeshüter die Hauptfigur, jedoch hatte dieser auch eine einfühlsame und zutiefst menschliche Seite, wodurch er nachvollziehbarer, vielschichtiger, interessanter und glaubwürdiger war, als es die beiden Hauptfiguren in „Dirty Cops: War on Everyone“ sind.

Auch der bittere Humor war in „The Guard“ ausgeprägter und besser eingesetzt. Zwar beginnt „Dirty Cops: War on Everyone“ ziemlich dynamisch und humorvoll, aber sowohl Humor als auch Tempo lassen nach dem ersten Drittel schnell nach, woraufhin sich der Film in die Länge zieht. Der Humor resultiert größtenteils aus den Gemeinheiten und der Kompromisslosigkeit der Protagonisten. Allerdings nutzt sich dies schnell ab und findet zunehmend in unpassenden Situationen statt.

Dirty Cops: War On Everyone Szenenbild Gelegentlich wird versucht, den beiden Charakteren mehr Tiefe zu geben, indem man Szenen aus Bobs Familieneben einstreut oder gezeigt wird, wie Terry nachts betrunken und alleine zu seinem Lieblingsmusiker Glen Campbell ziellos in seinem riesigen, leeren Haus umherstreunt oder mit seiner neuen Freundin Jackie (Tessa Thompson) ein paar knappe Bemerkungen über seine Familiengeschichte austauscht. Dabei reagiert er aber auf ihre tragische Familiengeschichte derart unpassend und fast amüsiert, dass es selbst unter dem Gesichtspunkt des bitteren Humors nicht witzig, sondern irritierend und unglaubwürdig ist.
Dies ist auch das große Problem von „Dirty Cops: War on Everyone“ im Umgang mit Bob und Terry: Immer wieder werden die menschlichen Züge, die der Film seinen beiden Hauptfiguren anzudichten versucht, dadurch konterkariert, dass sie in bestimmten Momenten, in denen sie an Nachvollziehbarkeit und Sympathie gewinnen könnten, geradezu absurd zynisch oder mit unwirklicher Teilnahmslosigkeit reagieren.

Als die beiden Detectives bspw. im Haus eines Kriminellen diesen niedergestochenen und blutend auf dem Fußboden vorfinden, während seine Frau vor ihm schluchzend auf dem Boden kniet, stehen sie bloß ungerührt daneben und versuchen die verzweifelte Frau auszufragen, als wäre nichts von alldem für sie real. Zwar ist die Absicht dieser Szene klar: Sie soll zeigen, wie abgebrüht und kalt die beiden Protagonisten sind. Allerdings reagieren sie angesichts solcher emotionalen Momente immer wieder mit einer bizarren Gleichgültigkeit, dass es die ganze Szene grotesk erscheinen lässt und die Hauptcharaktere völlig entmenschlicht.

Selbst in Situationen, in denen ihr eigenes oder das Leben ihrer Angehörigen bedroht wird, zeigen Bob und Terry kaum Emotionen, sondern prügeln sich stattdessen höchstens genervt durch ihre Gegner. Dirty Cops: War On Everyone SzenenbildAls Zuschauer wird man dadurch auf unangenehme Weise aus der Immersion herausgerissen, da selbst die Hauptfiguren den Film nur als Film wahrzunehmen scheinen. Gleichzeitig steht sich „Dirty Cops: War on Everyone“ immer wieder selbst im Weg, indem verhindert wird, dass eine Bindung aus Sympathie, Interesse oder Verständnis zwischen den Zuschauern und den Protagonisten entsteht und dadurch auch die Spannung und der Spaß auf der Strecke bleiben.

Je weiter die Handlung voranschreitet, desto holpriger und sprunghafter wird die Geschichte erzählt. Gewisse Szenen werden mitten in den Film losgelöst voneinander hineingeworfen, sodass jeglicher Übergang zwischen ihnen und den Szenen davor und danach fehlt und ihr Zusammenhang fraglich bleibt. Gleichzeitig verliert man das Gespür dafür, wie viel Zeit innerhalb des Films zwischen den jeweiligen Ereignissen vergeht.

So befinden sich Terry und seine Freundin in einer Szene plötzlich in einer Gondel und reden über ihre Familie, was den Figuren mehr Profil verleihen soll, man sich als Zuschauer aber gleichzeitig fragt, wo sie sind und was sie dort wollen, bevor die Handlung in der nächsten Szene wieder woanders hinspringt.

An einer weiteren beispielhaften Stelle befinden sich Terry und seine Lieben plötzlich in einer Steppe und machen anscheinend eine Art Familienausflug. Allerdings kommt auch diese Szene aus dem Nichts, ohne das man genau erfährt, wo sie sind oder warum sie dort sind, zumal sie sich nach wenigen Dialogzeilen ohnehin wieder auf die Rückreise machen.
Insgesamt wirkt es, als hätte man bei diesen und ähnlichen Szenen jeweils den Anfang und/oder das Ende rausgeschnitten. Dirty Cops: War On Everyone SzenenbildSo platzt der Zuschauer von einer Situation zur nächsten in unterschiedliche Dialoge rein, ohne zu wissen, warum sich die Figuren gerade wo und wann genau befinden.

Obwohl McDonaghs neues Werk in der Gegenwart spielt, fällt es durch sein sporadisches 70er-Jahre-Flair auf, was sich in einigen Fällen an der Mode, den Frisuren und dem Soundtracks bemerkbar macht. Einige Charaktere tragen Anzüge in auffälligen Farben und die Hintergrundmusik besteht zu einem Großteil aus Country-Balladen von Glen Campbell. Letzteres wird auch in die Handlungseben des Films eingebaut, da die Figur des Terry Monroe ein großer Fan des Musikers ist.

Allerdings sind die 70er-Jahre-Anleihen auch etwas irritierend, da der Film durch die Erwähnung von Filmen und Videospielkonsolen auch darauf aufmerksam macht, dass er nicht in den 70ern spielt und der entsprechende Stil nicht konsequent durchgezogen wird.


Fazit:
„Dirty Cops: War on Everyone“ ist eine bitterböse Buddy-Komödie, die vielversprechend und stimmungsvoll anfängt, aber zunehmend an Tempo und Humor verliert, zumal letzterer nicht pointiert genug eingesetzt wird. Die guten Hauptdarsteller Michael Peña und Alexander Skarsgård besitzen zwar viel Potential, doch entwickelt man für die beiden Hauptfiguren über die Schauspieler hinaus wenig Interesse oder Sympathie.
by

Bilder © Constantin Film