Die Wahlkämpferin

Our Brand Is Crisis (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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Die Wahlkämpferin Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Ein bolivianischer Präsident schneidet bei den Umfragen zu seiner Wiederwahl sehr schlecht ab und engagiert eine versierte Gruppe amerikanischer Berater unter der Leitung der zwar schwer angeschlagenen, aber immer noch genialen Strategin „Calamity“ Jane Bodine (Bullock). Jane bekam ihren Spitznamen einst durch einen Skandal, der sie tief erschüttert hat – daraufhin ist sie freiwillig aus der Branche ausgestiegen. Dass sie sich jetzt dennoch für die neue Kampagne engagieren lässt, hat allein mit ihrem Erzfeind zu tun, dem widerlichen Pat Candy (Thornton), der inzwischen für die bolivianische Opposition arbeitet. Endlich bekommt Jane die Chance, Candy zu schlagen.
Doch Candy kennt Janes wunde Punkte – privat und im Wahlkampf – nur zu genau, und dadurch stürzt sie in eine persönliche Krise, die durchaus mit jener Situation zu vergleichen ist, die von ihrem Team ausgenutzt wird, um die Umfragewerte der Opposition zu verbessern. „Our Brand is Crisis“ entwickelt sich so zu einem hitzigen, satirisch aufgepeppten Schlagabtausch, der die zynischen Methoden und Privatfehden von politischen Spitzenberatern deutlich macht: Außer dem Wahlsieg ist ihnen absolut nichts heilig.


Sandra Bullock, Billy Bob Thornton und Anthony Mackie | mehr Cast & Crew


Die Wahlkämpferin - Trailer




DVD und Blu-ray | Die Wahlkämpferin

Blu-ray
Die Wahlkämpferin Die Wahlkämpferin
Blu-ray Start:
09.06.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 107 min.
DVD
Die Wahlkämpferin Die Wahlkämpferin
DVD Start:
09.06.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 103 min.

Filmkritik Die Wahlkämpferin

Filmwertung: | 6/10


Sandra Bullock ist für ihre burschikosen Rollen bekannt. Sowohl in „Miss Undercover“ als auch in der derben Komödie „Taffe Mädels“ bewies sie Mut und glänzte mir gar unweiblichen Verhalten. Die Wahlkämpferin SzenenbildAuch in David Gordon Greens Polit-Komödie „Die Wahlkämpferin“ ist die Schauspielerin erneut als undamenhafter Frauentyp zu sehen, der sich in der Männerwelt durch Können, statt durch Sympathie durchzusetzen vermag.

Als ambitionierte Wahlkämpferin hat Jane Bodine (Sandra Bullock) schon das Image verschiedener Politiker aufpoliert und ihnen zu Macht und Zuspruch verholfen. Dass sie dabei mit unkonventionellen Mitteln arbeitet ist bekannt und wird auch bei Erfolg geflissentlich übersehen. Auch ihr neuster Auftrag verlangt eine besondere Strategie. Als die Wahl des bolivianischen Präsidentschaftskandidaten Pedro Castillo (Joaquim de Almeida) fragwürdig erscheint, soll Jane mit einem erfahrenen Team (Anthony Mackie, Zoe Kazan) eine unschlagbare Strategie entwickeln, um Wählerstimmen zu fangen. Da Jane nach einem bizarren Skandal der Branche den Rücken gekehrt hat, ist sie nur wenig anfänglich für den Auftrag. Doch dann rafft sie sich zusammen und reist nach Bolivien, um dort ihren Erzfeind Pat Candy (Billy Bob Thornton) Parole zu bieten, der für die Gegenpartei arbeitet. Schnell wird klar, dass Jane nicht auf ihre bisherigen Strategien setzen kann, wenn sie dem unsympathischen und gewaltbereiten Präsidenten zur Wahl verhelfen will. Gewitzt nutzt sie daher die Negativschlagzeilen der Presse, um Castillo neu zu erfinden. Die Wahlkämpferin SzenenbildUnd plötzlich wird der einst von der Bevölkerung wenig akzeptierte Präsidentschaftskandidat im Zuge einer Krise zum Kämpfer der Unterdrückten und erntet Zuspruch.

David Gordon Green („Bad Sitter“) versucht mit “Die Wahlkämpferin” eine politische Tragikomödie mit satirischem Unterton zu inszenieren. Zweifelsohne ist Janes Herangehensweise an die Kampagne interessant und zeigt dem Zuschauer einen möglichen Blick hinter die Kulissen auf. Leider verliert sich der Film trotz der ernsten Thematik in minder lustigen Sequenzen, in denen Bullock ihre Figur zwischen Ernst und Komik aufzuspalten versucht. Der private Kleinkrieg zwischen Jane und ihrem Widersacher Candy gipfelt sich in kleinkindlichen Aktionen, die nach übermäßigem Alkoholgenuss aus dem Ruder laufen. Selbst während des Wahlkampfs kann die Spannung des Films nicht aufrecht gehalten werden. Die auf der Dokumentation „Our Brand Is Crises“ von 2005 basierende Komödie hätte weitaus mehr Biss verdient, als Bullock ihr mit ihren sarkastischen Dialogen einverleiben kann. Die bösartige Art und Weise, mit der munter manipuliert und bloße Behauptungen mit einfachen Mitteln als Tatsachen etabliert werden, ist durchaus reizvoll. Leider bleiben die sich daraus ergebenen Handlungsstränge weitestgehend ungenutzt. Und auch Billy Bob Thornton („Fargo“) weiß als schmieriger und rücksichtsloser Stratege zu gefallen. Wenn Jane und Candy aufeinandertreffen und sich gegenseitig die Show zu stehlen versuchen, kann der Film durchaus starke Momente liefern. Die Wahlkämpferin SzenenbildDoch nur allzu schnell verlieren sich die bissigen Dialoge in banalem Geplänkel, das den Figuren nicht ausreichend Raum zur freien Entfaltung lässt. Aufgrund dessen werden auch Anthony Mackie („Captain America: Civil War“) und Zoe Kazan („Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“) zum schmückenden Beiwerk degradiert.

Trotz der fehlenden Charakterzeichnung ist „Die Wahlkämpferin“ eine unterhaltsame Komödie mit politischer Thematik, die zumindest am Rande für spannende Einblicke sorgen kann. Green landet mit seinem Film nicht den großen Treffer, verschafft Bullock aber als überhebliche Strategin eine weitere Rolle, in der sie sich zwischen Humor und Tragik austoben darf.


Fazit:
„Die Wahlkämpferin“ ist eine Polit-Komödie, die dem Zuschauer einen Blick hinter die Kulissen des politischen Wahlkampfs gewährt. Leider kann die Spannung trotz der Thematik nicht dauerhaft aufrecht erhalten bleiben.
by

Bilder © Warner Bros.