Die Schadenfreundinnen

The Other Woman (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

Die Schadenfreundinnen Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Carly (Cameron Diaz) muss feststellen, dass ihr neuer Freund Mark (Game of Thrones Darsteller Nikolaj Coster-Waldau) ein Betrüger ist, denn durch Zufall trifft sie auf Kate (Leslie Mann), seine Ehefrau. Plötzlich ist Carly diejenige, die Kate Trost spendet und somit entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. Diese verfestigt sich, als die Frauen herausfinden, dass Mark sie beide mit einer weiteren Frau betrügt – Amber (Kate Upton). Die drei Frauen schließen sich zusammen und schmieden einen ungeheuerlichen Plan, um sich an Mark zu rächen.

Cameron Diaz, Leslie Mann und Kate Upton | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Die Schadenfreundinnen

Blu-ray
Die Schadenfreundinnen Die Schadenfreundinnen
Blu-ray Start:
29.08.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 109 min.
DVD
Die Schadenfreundinnen Die Schadenfreundinnen
DVD Start:
29.08.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 105 min.

Filmkritik Die Schadenfreundinnen

Filmwertung: | 5/10


1996 feierte die amerikanische Komödie „Der Club der Teufelinnen“ seinen Kinostart. Im Fokus der humorvollen Kinounterhaltung standen drei betrogene Ehefrauen, die sich mit einem teuflischen Plan an ihren Männern rächen wollten. Diana Keaton, Goldie Hawn und Bette Midler nutzten jede Chance, um den Ehegatten das Leben schwer zu machen und sorgten mit ihren Umsetzungen dessen für gute Laune.
Nach dem gleichen Prinzip baut Regisseur Nick Cassavetes („Wie ein einziger Tag“) seine Komödie „Die Schadenfreundinnen“ auf. Auch er vereint drei Damen auf der Leinwand, die sie sich für den erlebten Betrug rächen wollen. Der einzige Unterschied: Die drei Frauen haben ein gemeinsames Ziel, weil sie alle von dem gleichen Mann betrogen wurden. Die Geschichte beginnt mit der erfolgreichen und selbstbewussten Carly (Cameron Diaz), die ihr Leben fest im Griff und mit Mark (Nikolaj Coster-Waldau) einen passenden Mann an ihrer Seite hat. Leider ist dieser schon verheiratet, wovon Carly keinen blassen Schimmer hat. Erst durch einen dummen Zufall macht sie die Bekanntschaft mit Marks Frau Kate (Leslie Mann). Während Carly ihre Beziehung kurzerhand abhakt und sich wieder ihrem eigenen Leben widmet, ist Kate völlig überfordert mit der Situation. Da sie innerhalb von Minuten vor den Scherben ihrer Ehe und gleichzeitig vor dem Nichts steht, sucht sie eine freundschaftliche Schulter zum Ausweinen. Da sie jedoch keine Freunde hat, wendet sie sich an Carly. Wobei die Frauen keinerlei Gemeinsamkeiten haben, freunden sie sich kurioserweise an. Und als sie herausfinden, dass Mark noch eine dritte Affäre hat, adoptieren sie die junge Amber (Kate Upton) gleich für ihren Privatclub der Rächerinnen. Mit diesen drei Damen will Produzentin Julie Yorn ihre Komödie auf die bestmögliche Tragbreite ausdehnen. Doch mit jeder weiteren Protagonistin verliert sich die Idee der rachesüchtigen Frau. Im Großen und Ganzen ist die Freundschaft der drei Frauen ziemlich absurd und für die meisten Kinobesucher wahrlich nicht nachvollziehbar. Wenn die eigentlichen Kontrahentinnen sich zum Ende des Films zu besten Freundinnen mausern, wirkt dies doch sehr konstruiert. Der Plan, den Übeltäter das Leben schwer zu machen, ist nicht weniger an den Haaren herbeigezogen. Die Damen bedienen sich der altbekannten Mittel, dessen Grad der Übertreibungen kaum eine Grenze kennen. Hemmungslos wird dem Mann mit Abführmittel im Essen oder Enthaarungsmittel im Shampoo übel zugespielt. Wirklich lustig ist das Ganze bei Weitem nicht. Der Fäkalhumor sorgt eher für den gewissen Ekel zwischendurch. Als weiblicher Kinobesucher schämt man sich für die Taten der Damen auf der Leinwand. Einige der Momente bieten guten Slapstick-Humor, der jedoch nicht über die Schwachstellen hinwegtäuschen kann.
Cameron Diaz („Verrückt nach Mary“) trifft noch immer den richtigen Ton und weiß sich in jeder noch so kuriosen Figur einzufinden. Doch leider nimmt man ihr die jugendliche Liebhaberin so langsam nicht mehr ab. Leslie Mann („Immer Ärger mit 40“) verkörpert eine derart nervende Lady, dass man als Zuschauer das Verhalten des untreuen Ehemannes gänzlich nachvollziehen kann. Kate Upton hat kaum Möglichkeiten ihre wahren Qualitäten zu offenbaren. Sie wird als naive Schönheit eingeführt, die sich den Wünschen der älteren Frauen fügt. Insgesamt spielen die Filmemacher mit den Hauptfiguren, die sie scheinbar bewusst in die klischeehaften Frauenfiguren drängen wollen. Neben der hysterischen Ehefrau macht der Zuschauer somit die Bekanntschaft mit der souveränen Geschäftsfrau und der jugendlichen Liebhaberin mit Vaterkomplex. Nikolaj Coster-Waldau („Game of Thrones“) erweist sich als Womanizer, der die Frauen reihenweise erlegt und sich dadurch als sexhungriger Lustmolch etabliert. Zusehends verliert er jedoch an Sexappeal, bis er am Ende des Films nur noch ein trauriges Männerbild abliefert. Wirklich sympathisch ist keine der Hauptfiguren und so erträgt man als Zuschauer ziemlich unbeeindruckt den Krieg der Geschlechter, der schon tausendfach thematisiert wurde.

Fazit: Überdrehte Rachekomödie, die einen gnadenlosen Krieg der Geschlechter als Ausgangspunkt für heitere Kinounterhaltung wählt. Leider schießt Regisseur Cassavetes über sein Ziel hinaus und setzt das Ganze ziemlich überzogen in Szene.
by Sandy Kolbuch

Bilder © 20th Century Fox