Die Gärtnerin von Versailles

A Little Chaos (2014), Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie / Romanze / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Tobis Film

Die Gärtnerin von Versailles Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Frankreich, Ende des 17. Jahrhunderts: Die unkonventionelle Landschaftsgärtnerin Sabine De Barra (Kate Winslet) erhält vom obersten Gartenarchitekten des Königs André Le Nôtre (Matthias Schoenaerts) den Auftrag, einen Barockgarten zu bauen. Sonnenkönig Ludwig XIV. (Alan Rickman) wünscht sich einen Park für sein neues Schloss in Versailles, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen soll. Keine leichte Aufgabe für die selbstbewusste Witwe, die fortan nicht nur gegen neidische männliche Kollegen und subtile Hofintrigen zu kämpfen hat, sondern sich auch immer stärker zu ihrem Auftraggeber hingezogen fühlt. Doch André ist verheiratet und sie selbst ist sich ihrer Gefühle nicht sicher. Während Andrés eifersüchtige Ehefrau die zarte Liaison mit aller Macht zu sabotieren sucht, drängt der ungeduldige König auf baldige Fertigstellung seines Gartens...

Mit DIE GÄRTNERIN VON VERSAILLES erweist sich Schauspieler Alan Rickman (HARRY POTTER, DER BUTLER, SINN UND SINNLICHKEIT) als einfühlsamer und sehr unterhaltsamer Regisseur. Sein opulent ausgestatteter Film ist romantische Liebesgeschichte und bissige Komödie zugleich und erzählt von einer starken Frau, die sich in der Männerwelt des französischen Hofes durchsetzen muss. Oscar-Preisträgerin Kate Winslet (DER VORLESER, TITANIC, SINN UND SINNLICHKEIT) und der belgische Shootingstar Matthias Schoenaerts (DER GESCHMACK VON ROST UND KNOCHEN) begeistern mit feinsinnigem und nuanciertem Spiel. In weiteren Rollen glänzen Alan Rickman als Sonnenkönig Ludwig XIV., Stanley Tucci (DIE TRIBUTE VON PANEM) als Herzog von Orléans und die deutsche Schauspielerin Paula Paul (KEINOHRHASEN, ABSOLUTE GIGANTEN) als dessen Gemahlin sowie Helen McCrory (JAMES BOND 007 – SKYFALL) als Madame Le Nôtre.


Alan Rickman, Kate Winslet und Matthias Schoenaerts | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Die Gärtnerin von Versailles

Blu-ray
Die Gärtnerin von Versailles Die Gärtnerin von Versailles
Blu-ray Start:
03.09.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 117 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Die Gärtnerin von Versailles Die Gärtnerin von Versailles
DVD Start:
03.09.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 112 min.

Filmkritik Die Gärtnerin von Versailles

Filmwertung: | 6/10


Mit einer interessanten Besetzung startet diese Woche eine britische Produktion aus dem Historiengenre in den deutschen Kinos und birgt ein paar Besonderheiten.
Zwar handelt es sich bei „Die Gärtnerin von Versailles“ (im Original: A Little Chaos) nicht um eine wahre Begebenheit, doch Schauspieler Alan Rickman („Harry Potter“-Reihe, „Das Parfum“) inszeniert einst tatsächlich existierende Figuren und sitzt damit seit 1997 erstmals wieder auf dem Regiestuhl. Unterstützung beim Drehbuch gab es von Alison Deegan und Jeremy Brock. Ob Rickman beide Fächer beherrscht oder lieber nicht vom Schauspiel wechseln sollte?

Emanzipation am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV (Rickman)? Was auf den ersten Blick wenig zusammenpasst, wird durch Sabine de Barra (Kate Winslet, „Der Vorleser“, „Divergent“, „Insurgent“) wahr. Denn die junge, ledige Frau, die gern das Chaos in der Natur sieht, überzeugt mit ihren Ansichten den königlichen Gärtner André Le Notre (Matthias Schoenaerts, „The Loft“, „The Drop - Bargeld“) von sich und wird als neue Gärtnerin eingestellt. Vor eine schier unlösbare, exzentrische Aufgabe gesetzt, erobert die Bürgerliche die Sympathien am Hof und von André - und stößt genauso auf Unmut.

Was als ambitionierter, primär nicht wie fürs Genre gewöhnlich durch Intrigen und Erotik bestechender Historienfilm daherkommt, endet leider ein wenig plump und übertrieben. Dabei ist es nicht nur anders, sondern vor Allem erfrischend gut, den geschmack- und niveauvollen Ansatz Rickmans zu erkennen, der mit einem durchaus ernsten und wichtigen Thema in Form einer fließenden, unaufgeregten Handlung fesseln zu wollen. Als Zuschauer bemerkt man das Herzblut, dass der Brite in die Produktion gesteckt hat. Daher trifft es einen umso enttäuschender, als gegen Ende versucht wird, auf Teufel komm raus Dramatik zu vermitteln. Der Versuch, durch ein katastrophales Parameter das Publikum mitzureißen und auch ein wenig zu verstören, scheitert, da es unpassender nicht hätte verpackt sein können: Für den sensiblen Streifen wählte man hier eine viel zu hollywoodeske Ader. Nötig gewesen wäre das auf keinen Fall da „Die Gärtnerin von Versailles“ Freunde des Kostümfilms durch und durch angesprochen hätte, welche nun aber den Charme verfliegen sehen und letztendlich ernüchtert aus dem Kino gehen werden.

Man ahnt es schon: Die Besetzung ist keine, die man hinterfragen würde und auch fürs Genre sehr gut gewählt. Hauptdarstellerin Kate Winslet gehört nicht umsonst zu den besten Darstellerinnen unserer Zeit und haucht auch in „Die Gärtnerin von Versailles" ihrer Figur Sabine gekonnt Leben ein, auch wenn es sich hier um keine glänzende Paraderolle handelt. Dafür ist die Figur nicht vielschichtig genug. Dagegen kommt die männliche Garde an Darstellern sehr gut an. Sowohl Schoenaerts als auch Rickman spielen sehr authentisch und autoritär, passend zu dem damaligen Klassenbild. Ebenfalls Verlass ist immer auf Stanley Tucci („Die Tribute von Panem“, „Der Teufel trägt Prada“), der in einer leider viel zu kleinen Rolle brilliert.


Fazit:
Alan Rickman kann sich nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur sehen lassen, da die Umsetzung des Drehbuches vor Allem in der ersten Hälfte durchaus gelungen ist. Jedoch weist das Drehbuch später Mängel auf, die man in dem Film auf übertriebene Weise verarbeitet hat. Ein guter Anfang ist „Die Gärtnerin von Versailles“ schon, der zumindest dank Darsteller und opulenten Kostümen und Bildern gefallen findet.
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Bilder © Tobis Film