Die Bestimmung - Insurgent

Die Bestimmung - Insurgent (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Abenteuer / Science-Fiction
Kinostart Deutschland: - Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

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Die Bestimmung - Insurgent Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Tris (Shailene Woodley) und Four (Theo James) sind auf der Flucht, verfolgt von Jeanine (Kate Winslet), der Anführerin der machthungrigen KEN. Im Wettlauf gegen die Zeit müssen sie herausfinden, warum sie so gnadenlos gejagt werden und welches Geheimnis Tris‘ Eltern schützen wollten und dafür mit ihrem Leben bezahlten. Die Konsequenzen längst vergangener Entscheidungen verfolgen Tris nun, während sie gleichzeitig verzweifelt versucht, diejenigen zu schützen, die sie liebt. Mit Four an ihrer Seite muss sie sich zahlreichen Aufgaben und Gefahren stellen, um die Wahrheit über die Vergangenheit ihrer Welt zu entschlüsseln und damit letztendlich deren Zukunft zu sichern.

Shailene Woodley, Theo James und Zoe Kravitz | mehr Cast & Crew


Die Bestimmung - Insurgent - Trailer


Die Bestimmung - Insurgent - Trailer 2


DVD und Blu-ray | Die Bestimmung - Insurgent

Blu-ray
Die Bestimmung - Insurgent (3D Blu-ray) Die Bestimmung - Insurgent (3D Blu-ray)
Blu-ray Start:
27.08.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min.
Die Bestimmung - Insurgent (Deluxe Fan Edition) Die Bestimmung - Insurgent (Deluxe Fan Edition)
Blu-ray Start:
27.08.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Die Bestimmung - Insurgent (2 Disc Fan Edition) Die Bestimmung - Insurgent (2 Disc Fan Edition)
DVD Start:
27.08.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.

Filmkritik Die Bestimmung - Insurgent

Filmwertung: | 7/10


Die Buchverfilmung des deutschen Regisseurs Robert Schwentke (RED, Die Frau des Zeitreisenden, Flightplan) ist die Fortsetzung von „Die Bestimmung – Divergent“ aus dem letzten Jahr. Beide Filme beruhen auf der im Englischen gleichnamigen Vorlage von der 26-jährigen Bestseller-Autorin Veronica Roth. Bisher wurden weltweit insgesamt mehr als 31 Millionen Exemplare der Reihe verkauft.
„Divergent“ (in diesem Zusammenhang auf Deutsch: unbestimmt) war in Deutschland mit 600.353 Zuschauern nur mäßig erfolgreich, während in den USA 145 Millionen Dollar eingenommen wurden. Weltweit lag das Einspielergebnis bei 285 Millionen Dollar – bei einem Budget von 85 Millionen Dollar ein großer Erfolg.

Der erste Teil war für sich genommen auch ein sehr guter Film. Zumindest für diejenigen, die das Buch nicht gelesen haben. Denn Fans bemängeln zu Recht, dass Regisseur Neil Burger sich zu viele Freiheiten nahm, zu viele wichtige Charaktere nicht beachtete und Änderungen an der Geschichte vornahm.

Tris (Shailene Woodley), Four (Theo James), Caleb (Ansel Elgort), Peter (Miles Teller) und Fours Vater Marcus Eaton (Ray Stevenson) sind nach der Schlacht und der gestoppten Simulation aus Chicago zu den Amite geflohen. Dort gewährt ihnen Johanna Reyes (Octavia Spencer) Unterschlupf. Als es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen Tris und Peter kommt, droht Johanna der Gruppe damit, sie rauszuwerfen. Sie gewährt ihnen eine letzte Gnadenfrist. Doch da kommen schon die abtrünnigen Ferox um Eric (Jai Courtney) und Max (Mekhi Phifer) an. Sie suchen auf den Befehl von Jeanine Matthews (Kate Winslet) alle Unbestimmten. Tris und ihre Freunde müssen fliehen, springen auf einen Zug auf, um sich in Sicherheit zu bringen. Doch auch dieser Zug birgt seine Gefahren: Fraktionslose. Können die Freunde auch dieses Mal ihren Kopf aus der Schlinge ziehen?

Der Film funktioniert – sofern man ihn von der Literaturvorlage gelöst betrachtet - gut. Denn handwerklich ist „Insurgent“ (zu Deutsch: Rebell) hervorragend inszeniert. Die weite, dynamische Kameraführung ist - bis auf wenige Ruckler in einigen Nahaufnahmen - gelungen und zaubert beeindruckende Bilder auf die Leinwand. Das funktioniert nur im Zusammenspiel mit den apokalyptischen Locations. Diese stecken voller Details, Aufwand und fügen sich gut ein, auch wenn nicht alle zu den im Buch beschriebenen Orten passen. Dennoch ist es beachtenswert, wie gut man die einzelnen Fraktionen schon anhand der Orte voneinander unterscheiden kann. Außerdem ist die stimmige Musikuntermalung atmosphärisch, auch wenn diese Kategorie etwas hinter Teil eins zurückbleibt, wo der Score eingängiger war und die Stimmung noch ein Stück besser wiedergegeben hat. Zudem können die Spezialeffekte dank der bombastischen Aufmachung überzeugen. Allerdings sind einige Effekte deutlich als solche zu erkennen, was bei einem hochbudgetierten Film ärgerlich ist. Zudem werden sie – vergleichbar mit der eigens für den Film hinzugedichteten Gedankenschlacht aus „Twillight: Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 2“ – an einigen Stellen übertrieben eingesetzt. Das beste Beispiel hierfür ist ein Kampf im Zug, nachdem Tris und ihre Freunde vor den abtrünnigen Ferox geflohen sind. Diesen Fight hat es im Buch nicht gegeben. Man einigte sich ohne Kampf, weil Tobias Eaton seinen Namen zu Beginn genannt hat. In dieser Szene kommt noch eine zusätzliche Änderung vor, da in „Divergent“ versäumt wurde, den im Buch wichtigen Nebencharakter Edward einzuführen. Dieser taucht in „Insurgent“ überhaupt nicht auf und wurde durch Edgar ersetzt, obwohl diese Figur wiederum in keinem der Bücher auftaucht.
Dafür ist der zweite Teil durchgehend spannend, packend, interessant, mitreißend und fesselnd und hat eine nachdenklich stimmende Storyline. Über mangelnde Unterhaltung kann sich der Zuschauer demnach nicht beklagen, es herrscht viel Kurzweil. Davon abgesehen werden Fans der Bücher einige Male über die Storyführung stolpern und sich über einige Änderungen und Kürzungen der Geschichte ärgern. Erics Schicksal wurde – ohne das Ende zu ändern – deutlich anders gezeigt, als es im Buch der Fall war. Gleiches gilt für die Flucht der Clique um Tris und dem damit einhergehenden Schicksal von Peter und Marcus. Besonders störend ist, dass Tris trotz der Sache mit Will sofort wieder eine Waffe nehmen und abfeuern kann. Genau das war im Buch ein Kernthema, dass Tris das aufgrund der Geschehnisse und ihrer tiefend Schuldgefühle nicht konnte.
Diese Szenen seien hier beispielhaft genannt. Die Detailfehler sind um ein vielfaches höher. Wer den zweiten Band kurz vor dem Kinobesuch ausgelesen hat, dem wird das in besonderem Maße auffallen.
Des Weiteren kommt hinzu, dass das Buch 505 Seiten (ohne Danksagung) lang ist und damit sogar 30 Seiten länger als „Divergent.“ Während der erste Teil aber 139 Minuten lang war, ist „Insurgent“ lediglich 119 Minuten kurz. Deshalb ist es logisch, dass vieles weggelassen und gekürzt wurde. Die Nebencharaktere haben beispielsweise äußerst kleine Rollen. Während Evelyn und Peter größere Parts als im Buch haben, ist die Spielzeit der eminent wichtigen Figuren von Uriah, Christina, Tori und Marcus gering.
Insgesamt genommen muss man zur Geschichte allerdings festhalten, dass „Insurgent“ zwar atemlos ist, für zwischenmenschliche Töne aber relativ wenig Zeit bleibt. Man hat immer das Gefühl, dass der Film von Kampf zu Kampf hetzt. Dennoch ist Schwentkes Werk durchgehend nachvollziehbar.

Die Schauspieler agieren auf hohem Niveau. Das gilt vor allem für die junge Riege. Alle haben mehr Erfahrung als bei „Divergent.“ Das sieht man ihrem variableren Spiel an. Vielleicht ist es auch der Einfluss von Schwentke, der speziell aus Theo James (Underworld Awakening, Sex on the Beach, London Fields) und Jai Courtney (Jack Reacher, Stirb Langsam 5, Unbroken) eine deutlich reifere Performance herausholt. Courtney verleiht seinem Charakter eine deutlich wahrnehmbare Bosheit und Kälte, als noch im ersten Teil und ist damit näher am Buchcharakter dran.
Aber auch Shailene Woodley (Das Schicksal ist ein mieser Verräter, The Descendants, The Spectacular Now - Perfekt ist Jetzt) als starke Frontfrau Tris liefert eine hervorragende Leistung ab und wird eine große Zukunft vor sich haben. Miles Teller (Whiplash, Project X, Footloose) als durchtriebener Peter und Ansel Elgort (#Zeitgeist, Das Schicksal ist ein mieser Verräter, Carrie) als Tris´ Bruder Caleb können überzeugen. Zoë Kravitz (X-Men: Erste Entscheidung, Twelve, Die Fremde in dir) hat als Christina hingegen nur eine (zu) kleine Rolle, die sie allerdings gut ausfüllt. Eine wirklich gute Performance liefert auch der einzige Neuzugang der Jungschauspieler ab. Jonny Weston (Mavericks, Project: Almanac, 96 Hours – Taken 3) kann in seinem hinzugedichteten Part als Edgar mit einer intensiven Leistung Punkte sammeln. Von der erfahreneren Riege stechen besonders Kate Winslet (Labor Day, Der Vorleser, Der Gott des Gemetzels) als hochintelligente Effizienzmaschine Jeanine Matthews, Naomi Watts (The Impossible, King Kong, Birdman) als Fours schwer durchschaubare Mutter Evelyn und Octavia Spencer (The Help, Snowpiercer, Nächster Halt: Fruitvale Station) als starke Amite-Anführerin Johanna Reyes mit exzellenten Leistungen hervor. Daniel Dae Kim (Lost, L.A. Crash, Spider-Man 2) bleibt als Candor-Anführer James Kang mit einer bemerkenswerten Leistung im Gedächtnis. Dem gegenüber stehen die sehr kleinen Rollen von Maggie Q. (Nikita, Mission Impossible III, Stirb Langsam 4.0) als Tori Wu und vor allem Ray Stevenson (King Arthur, Punisher: War Zone, Thor) als Marcus Eaton, dem scheinbar keine vielschichtige Leistung von den Verantwortlichen zugetraut wurde. Anders ist es nicht zu erklären, dass er nur gut zwei Minuten im Film auftaucht und dabei noch eine Szene hat, die seinen Charakter aus dem Buch konterkariert. Mekhi Phifer (8 Mile, Shaft, Die Strassen Harlems) als Max spielt solide. Die weiteren Nebendarsteller treten nicht nachhaltig in Erscheinung.


Fazit:
Guter, eigenständiger Film, den man unabhängig von der Buchvorlage sehen sollte. Eingefleischte Fans werden sich über einige Änderungen und Kürzungen ärgern, alle anderen dürfen sich auf einen atemlosen, packenden, dystopischen Endzeitfilm mit einer annehmbaren Liebesgeschichte freuen.
by

Bilder © Concorde Filmverleih GmbH