Die Känguru-Verschwörung

Die Känguru-Verschwörung (2022), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: X Verleih

Die Känguru-Verschwörung Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Marc-Uwe und das Känguru gehen eine gewagte Wette ein: Sie werden ihre Wohnung verlieren, wenn sie es nicht schaffen, Marias Mutter zu retten. Die ist im Internet falsch abgebogen und leugnet nun die Klimakrise. Auf ihrem absurden Roadtrip zur Conspiracy Convention in Bielefeld geraten Kleinkünstler und Beuteltier ins Visier von Verschwörungs-Guru Adam Krieger und seinen fanatischen Anhängern. Blöderweise können die beiden es einfach nicht lassen, zur falschen Zeit das Richtige zu sagen. Und plötzlich geht es nicht mehr nur um ihre Wohnung - sondern um Leben und Tod! Werden sie es trotzdem schaffen? Sehr wahrscheinlich. Ist ja ‘ne Komödie.

Dimitrij Schaad, Volker Zack und Rosalie Thomass | mehr Cast & Crew


Filmkritik Die Känguru-Verschwörung

Filmwertung: | 3/10


Viele Jahre lang hat Marc Uwe Kling mit seinen Geschichten eines vorlauten Kängurus und einem verwirrten Kleinkünstler so manchen Fan begeistern können. Es war etwas, was es so noch nie zuvor gegeben und was doch so großen Spaß gemacht hat. So war es keine Überraschung als ein Film angekündigt wurde. Dieser erschien 2020 und hatte sowohl für Kinder ein süßes Känguru, als auch für Erwachsene Anspielungen und so manchen Witz (mit denen man sich über viele politische und gesellschaftliche Dinge lustig gemacht hat). Er konnte also die ganze Familie abholen und glücklich stellen. Jedoch wusste jeder Fan, dass es im Buch Kurzgeschichten gewesen sind und hat sich gewundert, wie es denn in voller Länge funktionieren würde. Leider ist das Endergebnis sehr diskutabel und die Handlung war definitiv nicht die Stärke des ersten Teils. Doch nun ist eine Fortsetzung da und die könnte aus den Fehlern lernen und es besser machen, tut sie aber nicht. Tatsächlich macht sie die Schwächen des Vorgängers sogar stärker. Im Kern geht es hier um Marc Uwe und das Känguru. Diesen beiden können immer noch nicht mit, aber auch nicht ohne den Anderen. Sie diskutieren gerne und geraten immer wieder aneinander. Marc würde noch immer gerne mit seiner Nachbarin Maria zusammenkommen und schlägt so einen Plan vor. Wenn es ihm und seinem Tier gelingt, die Mutter von Maria wieder zur Vernunft und weg von Querdenkern zu bringen, geht sie mit ihm in Paris Essen. Wenn die Zwei es aber nicht schaffen, müssen sie in Marias kleinere Wohnung ziehen und ihr und ihrem Sohn ihre überlassen. So beginnt ein neues Abenteuer und eine Reise von Berlin nach Bielefeld. 

Szene aus Die Känguru-Verschwörung
Szene aus Die Känguru-Verschwörung © X Verleih
Die erste Stärke dieses Films ist die Gleiche wie beim Vorgänger. Das Känguru ist sehr sympathisch und wurde gut animiert. Diese Animation kann zwar nicht mit anderen Studios mithalten, doch für die Möglichkeiten und das Budget ist es wirklich gut gelöst und auch wenn man klar sieht, dass es nicht real ist, kann man es sich sehr gut vorstellen und denkt nicht zu sehr drüber nach. Ihm zur Seite wird mit Dimitrij Schaad ein weiterer Sympathieträger gestellt. Diesem Mann nimmt man die Rolle des Marc Uwes vollkommen ab. Er und sein Tier haben eine gute Chemie und können im Mittelpunkt brillieren. Man kann über ihren Humor gut lachen und es ist schön, dass besonders das Känguru so viele Dinge einfach ausspricht, die sich die Meisten sicherlich nicht trauen, aber nur zu gerne manchmal selbst sagen würden. Zudem hofft man mit Marc, dass er seine Liebe doch noch gestehen und Maria es erwidern würde. Der Film ist an einigen Stellen kreativer inszeniert als sein Vorgänger und man hat hiernach tatsächlich Lust auf einen dritten Film.

Szene aus Die Känguru-Verschwörung
Szene aus Die Känguru-Verschwörung © X Verleih
Das ist jedoch schon seltsam, denn neben den Beiden und auch Rosalie Thomass, die die Chaoten gut abrundet, funktioniert hier leider gar nichts. Die Geschichte ergibt noch weniger Sinn als im Vorgänger und wirkt sehr erzwungen. Der Schurke ist sehr eindimensional und langweilig, man interessiert sich sonst für keine weitere der Figuren, es wird hier eine Wunderwaffe eingebaut, die nicht funktionieren möchte. Man braucht erstmal Zeit sich hier wieder reinzufinden, besonders da ein Großteil der kreativen Ideen am Anfang stattfindet, wo man noch nicht mal Zeit hatte gedanklich einzusteigen. Dieser Film wirkt nun schon nicht mehr so frisch, es entsteht an vielen Stellen Langeweile, die kurze Laufzeit von 96 Minuten fühlt sich definitiv länger an. Man könnte fast sagen, dass man sich keine Mühe gibt, das Buch zu verstehen und einfach nur irgendwas abgeben wollte, um Geld zu erwirtschaften, ohne zu überlegen, ob das, was man da einreicht, es wirklich wert ist, doch der wahre Marc Uwe und Autor der Bücher ist selbst sehr groß an den Projekten beteiligt und sollte eigentlich wissen, was seine Babys ausmacht. Trotzdem hat man nicht das Gefühl und auch diese Fortsetzung wird den vielen Fans nicht gerecht. 

Fazit:
So konnte man nach dem Vorgänger, der schon nicht super war hoffen, dass man hier verstehen würde, auf was es ankommt und es hier besser machen, jedoch weit gefehlt. An so vielen Stellen ist diese Fortsetzung schlechter als der erste Teil. Da man aber von den Beiden im Mittelpunkt nicht genug bekommt, würde ich mir nur aus dem Grund einen weiteren Film wünschen. Wenn man auf die anderen Dinge achtet und darauf schaut, war aber eigentlich schon diese erste Fortsetzung zu viel.
by Peter Brauer

Bilder © X Verleih