Die Geschichte der Menschheit - leicht gekürzt

Die Geschichte der Menschheit - leicht gekürzt (2022), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

Die Geschichte der Menschheit - leicht gekürzt Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Um bleibenden Eindruck im All zu hinterlassen, legen Dr. Gerhard Friedle (Christoph Maria Herbst) und sein Forscherteam 1977 der Voyager- Mission die „Golden Record“ bei, auf der eine komprimierte Fassung der Welthistorie als Film zu sehen ist. Der Versuch, sich als intelligente und empathische Rasse vorzustellen, geht jedoch ungebremst nach hinten los: Ihre Version präsentiert eine vollkommen unzurechnungsfähige Spezies, deren Entwicklung offenbar auf reinem Glück statt solidem Verstand basiert. Ein Planet, auf dem griechische Philosophen als Rap-Stars gefeiert werden, Religion als cleveres Marketingkonzept angepriesen wird, Junggesellenabschiede als Geheimwaffe im Ersten Weltkrieg dienen oder der Bau der Chinesischen Mauer ein Missverständnis ehrlicher Berliner Handwerkskunst ist. Selbst die Enthüllung der angeblich wahren Hintergründe des Attentats auf Hitler dürfte erfahrene Historiker dazu bringen, das Ende der Menschheit als reine Frage der Zeit zu betrachten.

Christoph Maria Herbst, Alexander Schubert und Bela B. | mehr Cast & Crew


Filmkritik Die Geschichte der Menschheit - leicht gekürzt

Filmwertung: | 4/10


Seit vielen Jahren läuft die Unterhaltungsserie "Sketch History" sehr erfolgreich im ZDF und hat sich da schon viele Fans angesammelt. In dieser Serie werden viele Themen der Menschheitsgeschichte auf amüsante Art und Weise angepackt und mit den immer wieder gleichen Darstellern, sowie einigen namhaften Gästen umgesetzt. Da wir alle diese Themen kennen und wissen, was dort passiert ist, funktionieren die dazugehörigen Parodien auch so wunderbar und die Darsteller haben sichtbar Spaß sich kreativ auszutoben. So war es keine große Überraschung als ein Film angekündigt wurde und die Fans ihre Helden auf die große Leinwand bekommen sollten. Das Wort "Fan" ist dabei ein sehr wichtiges, denn dies ist wirklich ein Film von Fans für Fans und man merkt dem Cast richtig an, dass sie Spaß gehabt haben beim Drehen und da sie alle so sympathisch sind, freut man sich, dass ihnen dieses Projekt viel bedeutet und hat sofort Lust es zu unterstützen. Doch der Trailer wirkte daraufhin nach zwei Optionen, entweder wird es so dämlich, dass es Spaß macht, oder es ist einfach nur so lustig, dass das Lachen vergeht. Leider ist das Zweite eingetroffen und das dürfte das Publikum spalten. Die Fans bekommen, was sie sehen wollen und werden eine großartige Unterhaltung genießen können, alle anderen werden von so vielen Punkten abgeschreckt und ihnen wird das Lachen schnell vergehen, selbst wenn sie sich vornehmen sollten zu lachen.

So ist das ein Werk, das sich besonders an seine Fans richten möchte und das ist vollkommen fein, denn es gehen vor allem sie ins Kino, aber man darf sich eben auch nicht zu viel erhoffen. Das sieht bei der zweiten und dritten Stärke anders aus. Ganz egal wie man nämlich den Humor findet, kann man dem Film diese zwei Punkte nicht absprechen. Zum einen ist es schön zu sehen, dass man es schafft so viele verschiedene Etappen der Menschheitsgeschichte, die eigentlich nicht zusammenpassen, in einer Handlung zusammenzubringen und es gibt durchweg gute Kostüme. Auch da merkt man klar, dass es dem Team wichtig war auch dies ideal umzusetzen. Genauso wie nämlich auch schon in den einzelnen Folgen der Serie spielen gewisse Personen immer wieder mit und nehmen so verschiedenste Rollen ein, die man so hinnehmen kann und wo man nicht groß hinterfragen wird, ob das denn funktioniert, dass ein Schauspieler vier oder fünf Figuren gleichzeitig in einem Film spielt. Es wäre auch nicht unwahrscheinlich, sollte dieser Film gut laufen, dass nochmal irgendwas vom gleichen Team ins Kino kommen wird und darauf hat man hiernach tatsächlich Lust.

Aber den Punkt mit dem Humor darf man eben nicht unterschätzen, er zieht das ganze Projekt spürbar runter und eine Komödie, die nicht lustig ist, ist definitiv das größte Übel. Die besten Witze wurden bereits fast alle im Trailer verraten und die Wenigen die frisch sind, werden oftmals so sehr in die Länge gezogen, dass auch der Letzte kapiert was vor sich geht, wodurch aber auch das letzte Fünkchen des Witzes verloren geht. Es wird nun mal nicht lustiger, nur weil man etwas lang zieht. Ebenso passiert hier nichts, was lange nachhallt, wenn man den Saal verlässt. Ist das Einzige, was man sich denkt, dass der Film sehr viel länger gewirkt hat, als er mit seinen 96 Minuten eigentlich sein dürfte. Man fragt sich auch an mehreren Stellen, ob ein solches Werk wirklich die Leinwand erreichen darf. Ist das nicht sonst eher die Qualität von Streaming-Originals?

Fazit:
Die Geschichte der Menschheit - leicht gekürzt ist ein schwieriger Fall. Er ist in seinem Genre für die Einen unfassbar lustig und fantastisch, für die Anderen aber ein großes Übel, klare Langeweile und eine verschenkte Zeit. Ich persönlich stehe genau in der Mitte, fand ihn zwar auch nur an einer Stelle wirklich lustig und das lag an Max Giermann, doch abgesehen davon spürt man, dass so viel Potenzial verschenkt wurde. Aus der Idee hätte man nämlich was machen können und das ist nicht das, was ich mir nach dem Trailer erhofft habe. Trotzdem ist dieser Cast einfach so sympathisch, der Film sich durchgehend bewusst wen er erreichen will und er zieht auch jeden Witz konsequent durch und steht zu seinem Fremdscharm. Aus dem Grund war dies für mich eine positive Enttäuschung.
by Peter Brauer

Bilder © Warner Bros.


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