Der kleine Tod. Eine Komödie über Sex

The Little Death (2014), Australien
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Weltkino Filmverleih GmbH

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Der kleine Tod. Eine Komödie über Sex Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Die französische Redewendung la petite mort (dt. 'der kleine Tod') steht für 'Orgasmus', den zu erlangen das erklärte Ziel der fünf Mittdreißiger-Pärchen ist, die in einer mittelmäßigen Vorstadt ihren Mittelklasse-Traum leben. Doch diese scheinbar sehr gewöhnlichen Paare haben sehr ungewöhnliche Fantasien, deren Verwirklichung sie so sehr beschäftigt, dass sie gar nicht den bedrohlichen Neuzugang in ihrer Nachbarschaft bemerken...

Josh Lawson, Bojana Novakovic und Damon Herriman | mehr Cast & Crew


Der kleine Tod. Eine Komödie über Sex - Trailer


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DVD und Blu-ray | Der kleine Tod. Eine Komödie über Sex

Blu-ray
Der kleine Tod. Eine Komödie über Sex Der kleine Tod. Eine Komödie über Sex
Blu-ray Start:
28.08.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 96 min.
DVD
Der kleine Tod. Eine Komödie über Sex Der kleine Tod. Eine Komödie über Sex
DVD Start:
28.08.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 92 min.

Filmkritik Der kleine Tod. Eine Komödie über Sex

Filmwertung: | 8/10


Der australische Ensemblefilm "Der kleine Tod. Eine Komödie über Sex" (Originaltitel: "The little Death", Australien, 2014) beschäftigt sich auf erfrischende Weise ehrlich mit den unterschiedlichsten sexuellen Wünschen und der Wichtigkeit sexueller Harmonie für das Funktionieren einer Beziehung.

Der Film beginnt mit dem glücklichen Paar Maeve (Bojana Novakovic) und Paul (Josh Lawson). Seinen Fußfetischismus leben sie schon lange aus und nun traut sich Maeve auch ihre Fantasie zu äußern: Sie würde gern einmal von ihm vergewaltigt werden. Paul ist zunächst einmal entsetzt, setzt dann aber alles daran ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Auch in den anderen fünf Geschichten, die alle in einer Nachbarschaft spielen, geht es um bekannte sexuelle Praktiken bis hin zu außergewöhnlichen Fetischen: Dan (Damon Harriman) und Evie (Kate Mulvany) wollen ihre Ehe retten, indem sie Rollenspiele ausprobieren. Phils (Alan Duke) Ehe mit Maureen (Lisa McCune) dagegen besteht nur noch aus Streit. Deshalb mag er sie am liebsten, wenn sie schläft und hilft dabei hin und wieder etwas nach. Rowena (Kate Box) lässt auch nicht das Schicksal alleine wirken, denn sie mag ihren Mann Richard (Patrick Brammall) am liebsten traurig. Alleine dagegen leben der als Sexualstraftäter vorbestrafte Steve (Kim Gyngell), der bei allen Nachbarn vorstellig werden muss, und der taubstumme Sam (T.J. Power), der durch einen Callcenter-Anbieter und deren Mitarbeiterin Monica (Erin James) sich Telefonsex in Gebärdensprache übersetzen lässt. All diese Geschichten berühren sich hin und wieder und werden schlussendlich zusammengeführt.

Das Regiedebüt des Australiers Josh Lawson, der bisher als Schauspieler vor allem für Serien wie "House of Lies" (2012-2016) tätig war, ist eine gelungene Mischung aus Komödie und Drama. Die Komödie beschäftigt sich sowohl mit arg ungewöhnlichen als auch mit bekannten sexuellen Fetischen wie Rollenspiele, Vergewaltigungs-Phantasien und Telefonsex. Der Film bereitet dies mit viel Humor und Übertreibungen auf. Manchmal agieren seine Personen an der Grenze des Ertragbaren. Da beginnt dann der dramatische Teil des Films. Das Drehbuch, für welches ebenfalls Lawson verantwortlich ist, schafft es, hinter die Fassade der sexuellen Obsessionen zu schauen, findet einen Weg diese zu ergründen und in der Normalität zu verhaften. Der zwischenmenschliche Umgang der Paare miteinander ist oft ausschlaggebend. Durch diese geschickte Verknüpfung bekommt der Film Tiefe und wird weit über ein bloßes Erstaunen hinaus im Gedächtnis haften bleiben. Auch verwebt er die Geschichten elegant miteinander und schafft es, eine Spannung aufzubauen, die bis zum Ende des Films erhalten bleibt. Hinzu kommt eine wirkliche gute Besetzung mit hierzulande überwiegend unbekannten Schauspielern. Aber alle spielen ihre Rollen gut und überzeugend. Im Gesamten kann dieser Film mit herausragenden Sexkomödien mithalten, die aufklären und die Scheu vorm Unbekannten nehmen wollen. Wie etwa Woody Allens „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten“ (1972). Auch kann der Film ein interessantes Portrait der heutigen Gesellschaft zeichnen, welche zwar schon offener, aber noch nicht gänzlich enttabuisiert mit dem Thema Sexualität umgeht.


Fazit:
"Der kleine Tod. Eine Komödie über Sex." ist ein gelungener Debütfilm, der zwar mit dem Mittel der Übertreibung arbeitet und sich zum Teil randständige Themen herausgesucht hat, dabei aber geschickt Beziehungsprobleme, Fetische und Zwischenmenschliches miteinander zu verweben weiß. Damit ist Lawson ein einfühlsames Portrait des menschlichen Miteinanders gelungen. Und nicht, wie es auf den ersten Blick wirken könnte, eine simple Komödie über Sex (wie der Titel es falsch suggerieren mag).
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Bilder © Weltkino Filmverleih GmbH