Der Richter - Recht oder Ehre

The Judge (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

Der Richter - Recht oder Ehre Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Der Großstadtanwalt Hank Palmer (Downey) kehrt in seine Heimatstadt zurück, weil sein Vater, der Richter des Ortes (Duvall), einen Mord begangen haben soll. Hank will die Wahrheit herausfinden und nutzt den brisanten Anlass, um seine Familie wiederzusehen, mit der er schon seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte.

Robert Downey Jr., Robert Duvall und Vera Farmiga | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Der Richter - Recht oder Ehre

Blu-ray
Der Richter - Recht oder Ehre Der Richter - Recht oder Ehre
Blu-ray Start:
26.02.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 141 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Der Richter - Recht oder Ehre Der Richter - Recht oder Ehre
DVD Start:
26.02.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 136 min.

Filmkritik Der Richter - Recht oder Ehre

Filmwertung: | 9/10


Regisseur David Dobkin ist eigentlich nicht für anspruchsvolle Filme bekannt. Mit Wie ausgewechselt, Die Gebrüder Weihnachtsmann und Shanghai Knights zeigte der US-Amerikaner ein gutes Gespür für humoristischen Stoff. Der Richter – Recht oder Ehre ist allerdings ein großartiger, ernster Film, der auch seine witzigen Momente hat.

Hank Palmer (Robert Downey Jr.) ist ein großartiger Anwalt. Seine Dienste als Verteidiger gelten vor allem jenen Leuten, die Dreck am Stecken haben und ihm deshalb viel zahlen. Und Hank ist ausgesprochen gut darin, die Geschworenen auf seine Seite zu ziehen und einen Freispruch für seine Mandanten zu erwirken. Doch zuhause läuft es für Hank nicht so gut. Er hat zwar ein luxuriöses Haus, aber seine Frau möchte sich von ihm scheiden lassen. Einzig seine Tochter Lauren (Emma Tremblay) ist ein Lichtblick in seinem Leben. Als seine Mutter stirbt, kehrt er erstmals seit 20 Jahren in seine Heimat, eine Kleinstadt zurück. Mit seiner Familie hat er lange keinen Kontakt. Hank und sein Vater Joseph Palmer (Robert Duvall), der seit 42 Jahren Richter ist, haben ein sehr schlechtes Verhältnis. Kaum ist Hank wieder da, sind Streitereien an der Tagesordnung. Als Joseph allerdings des Mordes angeklagt wird, muss sich die Familie entscheiden, ob sie zusammenhält.

Die packende Geschichte ist vielschichtig und erstklassig inszeniert. Besonders gut ist die Tiefe, die Der Richter dank seiner Länge von gut zweieinhalb Stunden erreicht. Dabei wird der Film zu keiner Zeit langweilig. Stattdessen ist er durchgehend fesselnd, spannend, interessant und regt zum Nachdenken an. Außerdem ist Der Richter als großartiges Gefühlskino umgesetzt. Denn die vielen Familienprobleme sind hervorragend dargestellt worden. Es ist bemerkenswert, wie Dobkin seine Story von Anfang an entwickelt und wie er immer weitere Teile zu einem stimmigen Ganzen zusammenfügt.
Dazu wird jeder Charakter detailliert porträtiert, entwickelt und hat eine großzügige Spielzeit. Es gibt allerdings auch ein paar kleine Detailfehler. Denn wie hart vor allem Hank und Joseph lange Zeit miteinander umgehen, ist wirklich ziemlich hart. Da wirken auch einige Gags leicht fehlplatziert, weil das in diesem Moment nicht zur Stimmung passt. An den meisten Stellen ist das aber exzellent gelöst worden.

Was den Film neben der Geschichte so mitreißend macht, sind die Leistungen der Schauspieler. Der mittlerweile 83-jährige „Oscar“ Gewinner Robert Duvall (Der Pate, The Road, Apocalypse Now, Comeback der Liebe) liefert als gestrenger Richter eine seiner besten Karriereleistungen ab und spielt überragend. Eine „Oscar“ Normierung als „Bester Nebendarsteller“ 2015 sollte ihm sicher sein. An der Seite des Altmeisters brilliert ein begeisternder Robert Downey Junior (Iron Man, Sherlock Holmes, Tropic Thunder), der wie Duvall auf höchstem Niveau agiert. In weiteren Nebenrollen können die starke Vera Famiga (Der Junge im gestreiften Pyjama, Up in the Air, Bates Motel), ein endlich mal ´wieder exzellenter Vincent D´Onofrio (Full Metal Jacket, Ed Wood, Gesetz der Straße) und auch der gute Billy Bob Thornton (Monster´s Ball, Astronaut Farmer, Faster) überzeugen.
Dazu sind die Landschaften von der klugen Kameraführung klasse in Szene gesetzt. Auch die Musikuntermalung und die Ausstattung sind Pluspunkte.

Ein exzellenter, packender und wuchtiger Film, der bei den Oscars 2015 eine gute Rolle spielen sollte.

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Bilder © Warner Bros.