Filmkritik Der Lorax (3D)
Filmwertung: |
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| 8/10 |
Wer unsachgemäß mit der Natur umgeht, schadet sich selbst. Dies sollte eigentlich bekannt sein. Aber im Zeitalter des Kunststoffes wird das umweltbewusste Denken schnell aus den Köpfen der Menschen verbannt. Und auch Kinder haben heutzutage kaum noch einen realen Bezug zu der Natur. Diesem Problem nimmt sich das neueste Animationsabenteuer zum Anlass, um den großen und kleinen Kinobesuchern mit dem Lorax wertvolle Lektionen in Sachen Nachhaltigkeit und dem richtigen Umgang mit der Natur zu vermitteln.
Die Stadt Thneedville wird als symbolische Armut der Natur genutzt, in der Plastik und Gummi als Ersatz für Bäume und Blumen dominieren. Hinzu kommt, dass Luft als wichtigstes Gut gehandelt wird. So wird der Zuschauer zwangsläufig Zeuge einer verkehrten Welt, die selbst Kinder als fehlerhaft wahrnehmen. Während sich die Bewohner jedoch mit der herrschenden Situation abgefunden haben, hegt Audrey noch einen geheimen Wunsch. Sie möchte einen echten und wahrhaftigen Baum besitzen, den sie selbst nur aus Geschichten kennt. Ted, der schon lange für seine Nachbarin schwärmt, möchte ihr den Wunsch nur allzu gerne erfüllen. Und so nimmt der Film den Kinobesucher mit auf eine magische Reise in die Vergangenheit, in der kunterbunte Bäume, großäugige Bären, summende Fisch und ein sonderbarer Beschützer namens Lorax in fröhlicher Eintracht lebten. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Once-ler betritt man die heile Welt, in der die Truffula-Bäume als Schatz der Natur umhegt und gepflegt werden. Doch wegen ihres weichen Materials fallen sie dem jungen Mann zum Opfer, der sie für seine Markt-Strategie zu nutzen beginnt. Während Ted auf der Suche nach einem der längst vergessenen Bäume ist und dabei immer wieder der tragischen Geschichte des Once-lers lauscht, der für die Rodung der Wälder verantwortlich war, offenbart sich das gesamte Ausmaß seiner Handlung. Und dabei entsteht nach und nach der Wunsch, die Fehler der Vergangenheit wieder gutzumachen und die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen .
Die Geschichte basiert auf einem Kinderroman des beliebten Autors Theodor Geisel, der besser als Dr. Seuss bekannt ist. Während seine Werke in den USA weit verbreitet sind, kennt man in Deutschland leider nur die Verfilmungen seiner Geschichten „Der Grinch“ und „Ein Kater macht Theater“. Die Inspiration zu seinem Werk „Der Lorax“ fand er im Jahr 1970, als er gemeinsam mit seiner Frau in den Bergen der Serengeti eine Elefantenherde beobachtete. So standen auch die dort wachsenden Bäume Pate für die kunterbunten und kuscheligen Truffala-Bäume, die liebevoll erstmals in Pastelltönen animiert wurden. Bereits mit dem Erscheinen des Buches im Jahr 1971 bestätigte sich der Wunsch des Autors, die Kinder mit wichtigen Themen in Berührung zu bringen. Bis zu seinem Tod im Jahr 1991 sollte „Der Lorax“ immer das Lieblingswerk des Autors bleiben.
Seine Witwe Audrey Geisel, die bereits 2008 „Horton hört ein Hu!“ verfilmen ließ, setzte sich nun gemeinsam mit den Machern von „Ich - Einfach unverbesserlich“ und „Hop – Osterhase oder Superstar“ für die Leinwandadaption des orangefarbenen Lorax ein.
Die verspielte Welt und phantasievollen Geschöpfe aus den Buch von Dr. Seuss besitzen einen außergewöhnlichen Charme und zugleich unverwechselbaren Humor und laden zu einer kunterbunten Betrachtung der Moralvorstellungen ein. Schauspieler wie beispielsweise Danny DeVito („Twins“), Zac Efron („Highschool Musical“) und Sängerin Taylor Swift („Valentinstag“) leihen den Hauptfiguren in der Originalversion ihre Stimme und sorgen für zusätzlichen Filmspaß. Zudem ist die in wenigen genutzte 3D-Technik durchaus stimmig
Fazit: Kunterbuntes Animationsabenteuer mit moralischen Unterton für die gesamte Familie.
by Sandy Kolbuch
Bilder © Universal Pictures Intl.