Der Knastcoach

Get Hard (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

Der Knastcoach Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Als der millionenschwere Hedge-Fonds-Manager James King (Will Ferrell) wegen Betrugs verurteilt wird und seine Haft in San Quentin antreten soll, setzt der Richter den Strafbeginn für 30 Tage aus, damit James vorher seine Geschäfte regeln kann. In seiner Verzweiflung bittet James Darnell Lewis (Kevin Hart), ihn auf das Leben im Knast vorzubereiten. Doch obwohl der superreiche James von seinen Vorurteilen felsenfest überzeugt ist, irrt er sich: Als fleißiger Chef seiner kleinen Firma ist Darnell nicht einmal als Falschparker je belangt worden – von einer Gefängnisstrafe ganz zu schweigen. Dennoch bemühen sich die beiden nach Kräften, James für das Kommende abzuhärten, und dabei lernen sie, jede Menge Ressentiments und Antipathien zu überwinden – vor allem, was ihre vorgefasste Meinung voneinander angeht.

Will Ferrell, Kevin Hart und Alison Brie | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Der Knastcoach

Blu-ray
Der Knastcoach Der Knastcoach
Blu-ray Start:
17.09.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 100 min.
DVD
Der Knastcoach Der Knastcoach
DVD Start:
17.09.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 96 min.

Filmkritik Der Knastcoach

Filmwertung: | 5/10


Drehbuchautor Etan Cohen („Men in Black 3“) skizziert in seinem Regiedebüt „Der Knastcoach“ eine weitere ungewöhnliche Buddy-Geschichte, die von den gegenteiligen Ansichten und Lebensweisen ihrer Hauptfiguren lebt. Während Hedgefond Manager James King (Will Ferell) sein Leben in Reichtum und Luxus frönt, versucht Autowäscher Darnell Lewis (Kevin Hart) mit seinem kleinen Unternehmen die Familie zu ernähren. Beide Männer haben nichts gemeinsam und begegnen sich auch nur, wenn James sein Auto zum Waschen in die Hände des Waschunternehmens gibt. Erst als James wegen Betrugs verurteilt wird und ihm die baldige Haftstrafe im Gefängnis von San Quentin droht, sucht er die Hilfe des Afroamerikaners. James ist sich sicher, dass Darnell ihm beibringen kann, wie er im Knast überleben kann. Und so treffen die Männer einen ungewöhnlichen Deal: In den noch verbleibenden dreißig Tagen auf freiem Fuß, coacht Darnell den Angeklagten, sehr zu Freuden des Hauspersonals, das das Haus ihres freizügigen Arbeitgebers kurzerhand in ein übergangsmäßiges Gefängnis verwandelt. Entgegen James´ Vorurteilen ist Darnell jedoch ein unbescholtener Bürger, der Bandenkriege und kriminellen Machenschaften nur aus Filmen kennt. Schnell prallen die Männer mit ihren Ansichten aufeinander. Doch da Darnell erkennt, dass James binnen von Sekunden im Gefängnis scheitern würde, nimmt er sich ein Herz und bietet seine Unterstützung an. Es folgen dreißig gemeinsame Tage voller absurder Trainingsstunden, bei denen die Männer lernen ihre Vorurteile und Antipathien zu überwinden.

Etan Cohen setzt bei seiner Besetzung auf den Erfolg von Gegensätzlichkeiten, die mit brachialem Humor weit unterhalb der Gürtellinie präsentiert werden und vergibt die Hauptrollen an einen schwarzen und einen weißen Darsteller. Im Gegensatz zu „Die Trauzeugen-AG“ harmoniert Kevin Hart nur bedingt mit seinem weißen Kollegen, sodass die netten Momente der Komödie spärlich gesät sind. Im großen und ganzen ist die hemmungslose Blödelei rund um rappende Gangster, unfreiwillige Blowjobs, überspitzte Gefängnisrevolte sowie rassistische Witze und Vorurteile gegen Homosexuelle, zu keiner Zeit wirklich lustig. Die Gags sind auf altbekannte Klischees gemünzt und immer wieder wird auf den kulturellen Unterschieden, die mit sämtlichen Vorurteilen bestückt sind, herumgeritten. Die Hirngespinste über Vergewaltigungen im Gefängnis und die (angebliche) Tatsache, dass Schwule ein weitaus einfacheres Leben hinter den Knastmauern führen, werden ausführlich bebildet. Will Ferrell („Anchorman 2 – Die Legende kehrt zurück“) versucht sich daher nicht nur recht unglaubwürdig als großlippiger Gangster zu präsentieren, sondern auch auf Teufel komm raus als Schwuler zu überzeugen. Einige der daraus resultierenden Szenen sind derart überzogen, dass der Zuschauer mit dem peinlich berührten Kevin Hart mitfühlen kann. Ferrell entspricht zwar schlichtweg der Rolle, die Jay Martel, Ian Roberts („Ancorman – die Legende von Ron Burgundy“) und Etan Cohen ihm vorschreiben, etwas weniger Satire wäre jedoch wünschenswert gewesen, um nicht vollends an der Glaubwürdigkeit vorbeizurutschen. Hart hingegen nimmt sich im Gegensatz zu seinem übertriebenen Schauspiel in „Denk wie ein Mann“ sichtlich zurück und markiert die eher ruhigen Momente des Films. Immerhin hat Christophe Beck (“Frozen”) für den Film einen schmissigen Sound komponiert, der mit rockigen Nummern den simulierten Knastalltag stimmig untermalt.


Fazit:
Etan Cohen kann mit seinem Regiedebüt leider keinen großen Kracher erzielen. Die Geschichte ist vorhersehbar und baut sich einzig und alleine auf Vorurteilen auf, die überwiegend geschmacklos genutzt werden, um den brachialen Humor auf die Spitze zu treiben. Will Ferell und Kevin Hart versuchen gegen das Drehbuch anzuspielen, schaffen es jedoch leider nicht, humorvolle Buddy-Momente aufkommen zu lassen.
by

Bilder © Warner Bros.