Der Adler der Neunten Legion

The Eagle Of The Ninth (2011), Großbritannien
FSK: 12 - Genre: Action / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Cine Global

-> Trailer anschauen

Der Adler der Neunten Legion Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Im Jahr 140 nach Christus erstreckt sich das Römische Reich bis nach Britannien, doch hoch im Norden der Insel herrschen die rebellischen Stämme Kaledoniens. Vor 20 Jahren verschwand dort die 5.000 Mann starke, von Flavius Aquila kommandierte Neunte Legion spurlos. In Britannien eingetroffen, will Flavius' Sohn Marcus (CHANNING TATUM) den angeschlagenen Ruf seines Vaters wiederherstellen und das Mysterium aufklären. Als ein Gerücht die Runde macht, dass der Goldene Adler, das Feldzeichen der Legion, jenseits des Hadrianwalls gesichtet wurde, bricht Marcus sofort auf. An seiner Seite ist Esca (JAMIE BELL), ein junger britischer Sklave, der Marcus Treue schwor, nachdem dieser ihm das Leben rettete. Je weiter die beiden Männer, die eigentlich nur Misstrauen und ein Eid verbindet, in das Territorium vordringen, das für Rom das Ende der bekannten Welt markiert, desto größer wird die Gefahr - und auch das Geheimnis um Esca, der mehr als nur seinen Hass auf Rom verbirgt...

Channing Tatum, Mark Strong und Jamie Bell | mehr Cast & Crew


Der Adler der Neunten Legion - Trailer




DVD und Blu-ray | Der Adler der Neunten Legion

Blu-ray
Der Adler der Neunten Legion Der Adler der Neunten Legion
Blu-ray Start:
04.08.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 114 min.
DVD
Der Adler der Neunten Legion Der Adler der Neunten Legion
DVD Start:
04.08.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 110 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Der Adler der Neunten Legion

Filmwertung: | 5/10


„DER ADLER DER NEUNTEN LEGION“ (OT: The Eagle) ist ein epischer Abenteuerfilm aus der Zeit des antiken Rom. Epische Filme zeichnen sich in der Regel durch eine Handlung aus, die einen langen Zeitraum umfasst, was häufig zu einer Überlänge des Films führt. „DER ADLER DER NEUNTEN LEGION“ ist allerdings nur 114 Minuten lang - für dieses Genre gesehen also ziemlich kurz, was entweder eine rasante Erzählung verspricht oder andererseits eine sparsame Handlung vermuten lässt, welche sich wie folgt gestaltet:

Die Geschichte beginnt mit der Ankunft des jungen Römers Marcus Aquila (Channing Tatum, „Dear John“) in Britannien des 2. Jahrhunderts nach Christus. Als Sohn des verschollenen Kommandanten Flavius Aquila begegnet man ihm mit offener Geringschätzung. Denn Flavius führte dort 20 Jahre zuvor die Neunte Legion an, welche nach einem Kommando nie wieder heimkehrte. Das Verschwinden der Legion wird dem Kommandanten angelastet, dem in diesem Zusammenhang unrühmliche Umstände unterstellt werden. Doch hat Flavius seine Männer wirklich im Stich gelassen? Im Heer glaubt man dies und auch, dass Marcus seinem Vater diesbezüglich in nichts nachsteht. Völlig unverständlich ist daher, dass Marcus, trotz dieser Vorbehalte, das Kommando über eine Legion erhält – und kurz darauf verdient sich auch schon den Respekt seiner Männer. „Der Held muss gegen Vorurteile ankämpfen, er beweist unter Einsatz seines Lebens seine Kommandeursqualitäten und gewinnt die Anerkennung seiner Leute, sein Ruf ist wieder hergestellt“ - dies sind die Angelpunkte eines abendfüllenden Abenteuerfilms und werden doch alle bereits im ersten Drittel in der „DER ADLER DER NEUNTEN LEGION“ erzählt! Ein dramaturgischer Fauxpas, auch wenn dieser vermutlich der Romanvorlage geschuldet ist.
Zu guter Letzt (des ersten Aktes), rettet Marcus einem britischen Sklaven das Leben und beweist, was für ein Gutmensch unter der Rüstung des Legionsführers steckt. Dies ist dann auch die Einleitung zu einer neuen Handlung, welche zwar auf den bisherigen Geschehnissen aufbaut, trotzdem völlig eigenständig ist:
Als neuer Anstoß taucht plötzlich das Gerücht auf, dass das Feldzeichen von Flavius’ verschwundener Legion, der goldene Adler, gesichtet wurde. Marcus ergreift die Gelegenheit, das Verschwinden der Neunten Legion aufklären zu können und die Ehre seines Vaters wiederherzustellen. Zusammen mit seinem ihm aus Ehrgefühl ergebenen Sklaven Esca (Jamie Bell, „Billy Elliot“) bricht Marcus in das unbekannte, wilde Gebiet jenseits des Hadrianwalls auf, um den Adler zu finden.
Doch entgegen der Logline Drittes Versprechen, geht es bei der Suche weder um „Das Schicksal eines Imperiums“ - die Römer haben schließlich die letzten 20 Jahre auch ohne dieses Feldzeichen überlebt und ihr Reich weiter gefestigt (der Verlust des Adlers hängt also lediglich Flavius Aquila und seinen Nachkommen negativ an) – noch um die Rettung von Menschenleben. Denn die Wahrscheinlichkeit, nach zwei Jahrzehnten auf Überlebende der Legion zu stoßen, ist äußerst gering. Marcus wird einzig und allein von einer persönlichen, moralischen Verpflichtung angetrieben. Was wiederum die Spannung der Handlung darauf begrenzt, dass „nur“ Marcus’ Leben und das eines unbedeutenden Sklaven auf dem Spiel steht, und das Scheitern seiner Mission keinerlei andere Auswirkungen mit sich bringt.

Als Vorlage zum Film diente der Romanklassiker „The Eagle of the Ninth“ von Rosemary Sutcliff aus dem Jahre 1954. Sutcliff bediente sich bei der Handlung der historisch unumstrittenen Geschichte der Neunten Römischen Legion, die im heutigen nordenglischen York stationiert war und im Jahre 120 nach Christus aus allen Aufzeichnungen spurlos verschwand.
Mag sein, dass sich „DER ADLER DER NEUNTEN LEGION“ stark an der Romanvorlage orientiert – Filmdramaturgisch geht das nicht auf. Einmal wieder bewahrheitet sich, dass ein erfolgreicher Roman allein kein Filmstoff ist, und beweist den Kritikern dramaturgischer Eingriffe, dass Änderungen unvermeidlich sind.

Trotz eines offensichtlich kleinen Budgets zeigt „DER ADLER DER NEUNTEN LEGION“ handwerklich wie schauspielerisch eine ordentliche Leistung. Diese wird lediglich durch die zahlreichen, auf Dauer nervenden Close ups geschmälert und der mäßigen Spannung, die sich aus der oben erwähnte Handlungsführung bedingt. Aus diesen Gründen schafft es „DER ADLER DER NEUNTEN LEGION“ bei der Bewertung leider nicht, über den Sterne-Durchschnitt hinauszuwachsen.
by Daniela M. Fiebig

Bilder © Cine Global