Der geheime Garten

The Secret Garden (2020), Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Fantasy / Familie
Kinostart Deutschland: - Verleih: StudioCanal

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Der geheime Garten Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern wird die in Indien lebende, 10-jährige Britin Mary Lennox (Dixie Egerickx) auf das tief in den Yorkshire Moors gelegene Landgut ihres Onkels Archibald (Colin Firth) geschickt. Weder der Onkel noch die Haushälterin (Julie Walters) interessieren sich für das Mädchen. Die Geheimnisse in dem großen Haus mit den hundert verschlossenen Zimmern wecken schnell Marys Neugier. Sie erfährt von einem geheimen Garten, den seit zehn Jahren niemand betreten hat und macht sich auf die Suche. Aber was sie findet, ist weitaus mehr als irgendein Garten! Gemeinsam mit ihrem kränklichen Cousin Colin (Edan Hayhurst) und ihrem neugewonnen Freund Dickon (Amir Wilson) entdeckt sie eine Welt für sich, die nicht nur ihr eigenes Leben von Grund auf verändert.

Dixie Egerickx, Colin Firth und Julie Walters | mehr Cast & Crew


Der geheime Garten - Trailer




Filmkritik Der geheime Garten

Filmwertung: | 6/10


Seit einigen Tagen läuft ein neuer Familienfilm im Kino, wo sich das Kinoticket wirklich lohnt. Es ist das neuste Werk vom Produzenten David Heyman (Harry Potter & Paddington), bei dem man erkennen kann, was Heyman vorher gemacht hat. Man erkennt seine Handschrift und das liegt nicht nur daran, dass „Der geheime Garten“ eine Buchverfilmung ist und er damit bereits so manche Erfahrungen sammeln konnte, sondern viel mehr, da er weiß wie man einen guten Familienfilm am besten angehen sollte.

Mary (Dixie Egerickx) in Der geheime Garten
Mary (Dixie Egerickx) in Der geheime Garten © Studiocanal
In „Der geheime Garten“ geht es um das junge Mädchen Mary Lennox, das gemeinsam mit ihren Eltern in Indien ein glückliches Leben führt. Eines Tages sterben diese aber beide sehr tragisch und lassen das Mädchen alleine zurück. In Indien hat sie abgesehen von ihren Eltern keine Kontaktperson wo sie hin kann, weshalb sie zu ihrem Onkel Archibald geschickt wird. Dieser wohnt tief in den Yorkshire Moors in einem sehr tristen und kalten Haus. Dort lernt Mary schnell, dass sie zwar nun bei ihrem Onkel leben kann, dieser sich aber nicht für sie interessiert und mit ihr keine Zeit verbringen möchte. Er bietet ihr ein Dach über dem Kopf, kein Zuhause. Doch sie lässt sich davon nicht runter ziehen und besichtigt immer wieder sein großes Grundstück, das zwar schöner als das Haus ist, aber noch immer nicht den Charme von Indien ausstrahlt. Als sie aber den Weg in einen geheimen Garten findet, erkennt sie, dass hinter dem kalten Haus von Archibald ein Geheimnis liegt und der Garten verändert ab dem Moment nicht nur ihr Leben, sondern wird nun bald auch anderen Menschen die Augen öffnen.

Colin Craven (Edan Hayhurst)
Colin Craven (Edan Hayhurst) © Studiocanal
Der erste positive Punkt an diesem Film ist seine junge Hauptdarstellerin Dixie Egerickx. Die 14-Jährige Britin hat zwar bereits in ein paar kleineren Filmen mitgewirkt, dies ist aber ihr erstes großes Projekt und direkt muss sie diesen Film auf ihren Schultern tragen. Eine große Aufgabe, doch ich muss sagen, dass sie das wirklich sehr gut macht. Sie ist die komplette Zeit sympathisch und ich bin gespannt, was aus ihr später einmal werden wird. Es macht Spaß mit ihr diesen besonderen Garten zu besichtigen, da auch der Garten sehr gut gelöst wurde. Er ist ein starker Kontrast zum Haus und wirkt dadurch nochmal viel besser, wäre das Haus nämlich auch warm und bunt gewesen, hätte der Film als solcher nicht funktioniert. Man erkennt man zwar an vielen Stellen sein CGI und wenn man ganz streng darauf achtet, was 2020 in diese Richtung möglich ist und was der Film abliefert, gibt es Filme, die das besser machen, trotzdem konnte man darin sehr gut verweilen und dessen Magie spüren.

 Mary (Dixie Egerickx)
Mary (Dixie Egerickx) © Studiocanal
Neben dieser Magie und der starken Hauptdarstellerin hatte der Film aber auch spürbare Schwierigkeiten. Das zugrundeliegende Buch kommt von 1911 und ist demnach nicht mehr ganz Zeit gemäß. Es gab immer mal wieder ein paar Szenen, wo man das Gefühl hatte, dass gewisse Dinge noch vor 109 Jahren besser gewirkt haben, man hätte sich aber gerne für ein 2020 etwas mehr wagen können. Es war eine wirklich sehr vorhersehbare Geschichte, aus einem Colin Firth (Auf den habe ich mich am meisten gefreut) und einer Julie Walters wird nicht das herausgeholt, was sie sonst abliefern können. Zudem gab es beim Alter der Schauspieler eine Unstimmigkeit. Ich bin ein großer Freund von Colin Firth, aber im Film passt es einfach nicht, dass er der Onkel ist. Er wäre ein viel besserer Großvater gewesen. Eine weitere Schwierigkeit an dem Film war, dass es absolut keine Veränderungen der Figuren gab und sich keine innerhalb des Films entwickelt. Selbst Dixie Egerickx ist mit ihrer Figur Mary genau da, wo sie am Anfang anfängt.

Fazit:
Der Film hat viele Schwächen, die er besser hätte machen können, aber die Bilder des Gartens sind einfach so fantastisch und magisch, dass man sie auf der großen Leinwand sehen muss. Genau dort können sie ihr Glanz am meisten entfalten.
by Peter Brauer

Bilder © StudioCanal