Der Vorname

Der Vorname (2018), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Constantin Film

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Inhalt

Es hätte ein wunderbares Abendessen werden können, zu dem Stephan (Christoph Maria Herbst) und seine Frau Elisabeth (Caroline Peters) in ihr Bonner Haus eingeladen haben. Doch als Thomas (Florian David Fitz) verkündet, dass er und seine schwangere Freundin Anna (Janina Uhse) ihren Sohn Adolf nennen wollen, bleibt den Gastgebern und dem Familienfreund René (Justus von Dohnányi) bereits die Vorspeise im Hals stecken. Man faucht einander Wahrheiten ins Gesicht, die zugunsten eines harmonischen Zusammenseins besser ungesagt geblieben wären. Starke Egos geraten aneinander, Eitelkeiten werden ausgespielt und der Abend eskaliert: Die Diskussion über falsche und richtige Vornamen geht in ein Psychospiel über, bei dem die schlimmsten Jugendsünden und die größten Geheimnisse aller Gäste lustvoll serviert werden.

Christoph Maria Herbst, Janina Uhse und Florian David Fitz | mehr Cast & Crew


Der Vorname - Trailer




Filmkritik Der Vorname

Filmwertung: | 7/10


Sönke Wortmann konnte schon des öfteren beweisen, dass es ihm liegt sehr gelunge Filme auch neben dem Mainstream zu erschaffen. Filme die nicht mit ihrer Größe, sondern ihrem Inhalt glänzen können und das ist auch hier der Fall. Im Kern wird hier die Geschichte von 5 Freunden erzählt die in ihrem Bonner Haus, zu einem gemeinsamen Abendessen, zusammen kommen. Doch aus einem erhofften entspannten Abend wird nichts als Thomas (Florian David Fitz) erzählt, dass seine Freundin Anna (Janina Uhse) ein Baby erwartet und die beiden dem Kleinen keinen geringeren Namen geben möchten als Adolf. Klar dass das der sehr geschichtlich orientierte Stephan (Christopher Maria Herbst) nicht auf sich sitzen lassen kann. Er versucht mit allen Mitteln Thomas doch noch umzustimmen und nimmt sich dafür seine Frau Elisabeth (Caroline Peters) und den Familienfreund René (Justus von Dohnany) zur Hilfe. Doch sehr schnell artet der Streit weit mehr aus als es jemand der 5 wollte.

Ein Abendessen läuft aus dem Ruder: René (Justus von Dohnányi), Stephan (Christoph Maria Herbst), Elisabeth (Caroline Peters), Thomas (Florian David Fitz) und Anna (Janina Uhse)
Ein Abendessen läuft aus dem Ruder: René (Justus von Dohnányi), Stephan (Christoph Maria Herbst), Elisabeth (Caroline Peters), Thomas (Florian David Fitz) und Anna (Janina Uhse) © Constantin Film Verleih GmbH
Der, mit vielen deutschen Stars, versehene Film errinert stark an Wortmanns letztes Kammerspiel “Frau Müller muss weg” aus dem Jahre 2015. Damals ging es um besorgte Eltern die die Schule ihrer Kinder aufsuchten, um der Klassenlehrerin ihre Meinungen zu sagen. Doch schnell artete das Gespräch aus und wurde zu viel mehr, als man es nach dem Trailer vermutet hatte. Auch hier ist genau dies der Fall. Nach dem Trailer denkt man, man hätte alles gesehen und der Film könne nichts neues mehr erzählen. Doch er hat so manche Wendung und auch Thema - das aufgemacht wird - von dem man vorher nicht ausgegangen ist und was man dem Film als Stärke anrechnen kann. Er funktioniert auch eben darum so gut, weil man sich den Film nicht ansieht und in jeder Szene schon vorher weiß was passiert, sondern er von Anfang bis zum Ende sehr unvorhersehbar ist.

Es werden zwar die Themen des Trailers strickt abgearbeitet und es kommen auch alle im fertigen Film vor, doch es gibt hier trotzdem noch so manche Überraschung und Kommentare, die vielleicht sogar etwas bissiger sind als sie es im Trailer wirken und in eine ganz andere Richtung gehen als man es erwartet.

Auf welcher Seite stehst Du eigentlich? (v.l.n.r.): Elisabeth (Caroline Peters), Thomas (Florian David Fitz), René (Justus von Dohnányi), Stephan (Christoph Maria Herbst)
Auf welcher Seite stehst Du eigentlich? (v.l.n.r.): Elisabeth (Caroline Peters), Thomas (Florian David Fitz), René (Justus von Dohnányi), Stephan (Christoph Maria Herbst) © Constantin Film Verleih GmbH
Bei ihnen ist es auch oft sehr schwer sich auf eine Seite zu stellen und mit klarer Überzeugung zu sagen wer Unrecht hat. Jeder hat hier auf irgendeine Art und Weise recht mit dem was er sagt und es gibt da auch keine endgültige Endlösung. Jeder Schauer hat hier wohl eine andere Meinung und wenn man sich den Film mit den richtigen Leuten ansieht, kommen da so manches gutes Gespräch heraus. Ebenso sind die angesprochenen Themen aktueller denn je und und werden hier sehr greifbar präsentiert. Ein weiterer gelungener Punkt sind hier aber auch seine glaubwürdigen Schauspieler. Jedem der 5 nimmt man seine Rolle komplett ab und es fühlt sich bei fast keinem so wirklich weithergeholt an.

René (Justus von Dohnányi); im Hintergrund Stephan (Christoph Maria Herbst) und Elisabeth (Caroline Peters)
René (Justus von Dohnányi); im Hintergrund Stephan (Christoph Maria Herbst) und Elisabeth (Caroline Peters) © Constantin Film Verleih GmbH
Doch “Der Vorname” hat auch ein paar Schwachstellen und die vorallem zum Ende hinaus. Er fühlt sich zum Ende sehr abrupt an. So als hätte man sich hier viel Zeit lassen und alles ausführlich erzählen wollen, doch nach 90 Minuten gemerkt, dass man den Film mal beenden sollte. Die Szenen nach dem Bonner Haus fühlen sich zu schnell erzählt an und passen von ihrem Tempo nicht zum Rest des Films. Außerdem fand ich persönlich den Hintergrund von René als einzige Rolle, vorallem zum Ende hin, zu weit hergeholt und die Figur ansich auch zu weich im Kontakt mit den anderen Antagonisten. Er hätte etwas mehr Stärke gebraucht um gegen die anderen, vorallem Thomas und Stephan anzukommen. Ihm fehlt es hier einfach an einer standfesten und ehrlichen Meinung.


Fazit:
Abschließend lässt sich also sagen, wer Filme mag die neben dem Mainstream spielen und nicht mit Größe überzeugen wollen, der wird auch für diesen etwas abgewinnen können. Es ist ein clever geschriebenes und intelligentes deutsches Drama, mit so mancher Überraschung und unvorhersehbaren Wendungen. Es ist aber auch ein Film auf den man Lust haben sollte. Kammerspiele haben nämlich auch immer wieder eine ganz besonderen Charme, der nicht für jeden etwas ist und den nur die Wenigsten wirklich mögen.
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Bilder © Constantin Film