Der Nussknacker und die vier Reiche

The Nutcracker and the Four Realms (2018), USA
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Familie / Fantasy / Abenteuer
Kinostart Deutschland: - Verleih: Walt Disney

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Inhalt

Die junge Clara (Mackenzie Foy) findet sich in einer mysteriösen Parallelwelt wieder, als sie sich auf die Suche nach einem geheimnisvollen Schlüssel macht, der eine Kiste mit einem einzigartigen Geschenk öffnen soll. Im Land der Schneeflocken, im Land der Blumen und im Land der Süßigkeiten trifft sie auf allerlei seltsame Bewohner. Zusammen mit dem jungen Soldaten Phillip (Jayden Fowora-Knight) begibt sie sich schließlich ins unheilvolle Vierte Reich, das von der tyrannischen Mutter Gigoen (Helen Mirren) beherrscht wird. Dabei geht es schon längst nicht mehr nur um Claras Schlüssel, sondern darum, die Harmonie in den vier Reichen wiederherzustellen.

Keira Knightley, Mackenzie Foy und Matthew MacFadyen | mehr Cast & Crew


Der Nussknacker und die vier Reiche - Trailer




Filmkritik Der Nussknacker und die vier Reiche

Filmwertung: | 3/10


Das Stück “Der Nussknacker“, das im Jahre 1816 von E. T. A. Hoffmann geschrieben und erstmals 1892 in Sankt Petersburg aufgeführt wurde, hat auch heute noch viele Fans und für viele ist die Geschichte um das Mädchen Marie, das mithilfe des Nussknackers ihres Bruders Fritz ins Puppenland gelangt und dort letztendlich zur Königin gekrönt wird, ein wichtiger Teil des Weihnachtsfestes. Dies veranlasste Disney sich dem Stoff anzunehmen und eine Fortsetzung - wo aber nie eindeutig war das dies eine ist – des alten Klassikers zu machen. Es ist ein Film geworden, der sich sehr wie manch anderer Film des Studios anfühlt. Genauso wie auch in “Alice im Wunderland“, “Die fantastische Welt von Oz“ oder auch der “Narnia“-Reihe, kann man hier endlich wieder in eine Traumwelt eintauchen, in der man am liebsten selbst zu Gast wäre.

Clara (Mackenzie Foy)
Clara (Mackenzie Foy) © Disney Enterprises / Photo Credit: Laurie Sparham
“Der Nussknacker und die vier Reiche“ erzählt die Geschichte von Maries Tochter Clara. Diese ist - genauso wie der Rest ihrer Familie – sehr traurig über das Ableben ihrer Mutter, als ihr Vater ihr ein stählendes Ei von ihrer Mutter überreicht. Clara merkt jedoch schnell, dass sich dieses Ei nur mit einem Schlüssel öffnen lässt, den sie nicht hat. Als die Familie aber zum Weihnachtsfest ihres Patenonkels Droßelmeier fährt, hofft sie darauf, dass dieser vielleicht den Schlüssel hat. Droßelmeier erkennt ihr Anliegen und hat eine Überraschung für sie parat. Ein Geschenk, welches für immer ihr Leben verändern soll. Als alle Gäste ihre Geschenke, per Schnur, entgegen nehmen führt Claras Schnur von allen anderen weg, gerade hinein in ein magisches Land. Das Land wo einst ihre Mutter zur König gekrönt wurde und das nur auf ihre Ankunft gewartet hat. Walt Disney hat es schon seit vielen Generationen drauf Familienfilme zu erzählen und sie vor allem in der Vorweihnachtszeit mit viel Herz und Seele auszustatten. Genau dies hätte ich mir persönlich auch hier sehr gewünscht. Leider wurde ich aber schwer enttäuscht. Doch dazu später noch ein paar Worte mehr.

Clara (Mackenzie Foy, rechts vorne) trifft auf Schauder (Richard E. Grant, links), Zuckerfee (Keira Knightley, Mitte) und Hagedorn(Eugenio Derbrez)
Clara (Mackenzie Foy, rechts vorne) trifft auf Schauder (Richard E. Grant, links), Zuckerfee (Keira Knightley, Mitte) und Hagedorn(Eugenio Derbrez) © Disney Enterprises / Photo Credit: Laurie Sparham
Der Film hat besonders im ersten Drittel seine Stärken. Er fängt sehr harmonisch und schön an, mit einem verschneiten frühzeitlichen London und einem Festsaal bei dem man selbst gerne eingeladen wäre. Die Figuren sind glaubwürdig und haben auch sehr passende Schauspieler. Besonders Mackenzie Foy als Clara macht ihre Arbeit großartig. Die 17-Jährige beweist, wie gut sie so einen Film auf ihren Schultern tragen kann und ist dabei wirklich sehr sympathisch. Auch ihr Patenonkel Droßelmeier, gespielt von dem wunderbaren Morgan Freeman, ist sehr liebevoll in Szene gesetzt. Dann geht sie ins magische Land und die ersten Momente sind auch dort noch sehr gelungen. Es macht Spaß in diese winterliche Welt einzutauchen, bis zu dem Punkt als Clara eine Brücke überqueren muss und auf den Nussknacker Phillip trifft. Dann verfällt der Film in seine Schwächen. Denn dann ist es vorbei mit dem liebevollen und schönen Momenten.

Mutter Ingwer (Helen Mirren)
Mutter Ingwer (Helen Mirren) © Disney Enterprises / Photo Credit: Laurie Sparham
Ab diesem Punkt an wird der Film zu vorhersehbar, lustlos und oberflächlich. Man ahnt sehr schnell wo der Film eigentlich hingehen möchte. Es fühlt sich so an als wäre es einfach nur der Versuch möglichst viele Figuren unterzubringen und den Film dann schnell zu beenden. Keine einzige Figur in dem magischen Land hat genügend Screentime, dass sie einem ans Herz wächst und man sich um sie sorgt. Die vier Königreiche werden viel zu wenig gezeigt, man sieht Clara in jedem einmal kurz mit einem Gefährt durchfahren und das war es dann auch schon. An sich hätte es diese vier Königreiche nicht gebraucht, da sie absolut keinen Ausmaß an der Geschichte hatten. Der Großteil der Zeit ist Clara nämlich bei der Zuckerfee im Königreich und dieses Reich hätte eigentlich auch das einzige sein können, denn vom Rest sieht man wie gesagt nicht wirklich etwas und das ist sehr schade, denn die anderen Reiche wirken viel interessanter. Hinzu kommt, dass die Zuckerfee eine unfassbar nervende Figur ist und man ihre Schauspielerin Keira Knightley problemlos hätte austauschen können, denn sie gibt der Figur absolut nichts eigenes mit. Doch auch neben ihr und den anderen Figuren, ist auch die eigentliche Geschichte ein großer Schwachpunkt des Films. Sie ist nicht sehr umfangreich und erzählt auch nichts wirklich Neues. Auch der Antagonist dieses Films kann daran nichts ändern. Er ist nämlich in keinster Weise eine Bedrohung, viel zu schnell besiegt und besitzt auch keinen begründeten Hintergrund für sein Handeln.


Fazit:
Abschließend lässt sich also sagen, auch wenn der Klassiker von 1816 seine Fans noch heute hat und auch für viele zum Weihnachtsfest dazu gehört, ist diese Neuauflage leider eine absolute Katastrophe. Es ist für Disney nach “Das Zeiträtsel“ und “SOLO - A STAR WARS Story“ der dritte Flop in diesem Jahr und so sehr ich Disney auch liebe, ist dies leider auch sehr begründet.
by

Bilder © Walt Disney