Das kleine Gespenst

Das kleine Gespenst (2012), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Kinder / Abenteuer
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

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Das kleine Gespenst Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Seit Urzeiten haust auf Burg Eulenstein ein kleines Nachtgespenst. Tagsüber schlummert es auf dem Dachboden in seiner Truhe, Schlag Mitternacht erwacht es und macht seinen nächtlichen Rundgang. Seit Jahr und Tag träumt das kleine Gespenst davon, die Welt bei Tageslicht zu sehen. Doch auch sein Freund, der Uhu Schuhu, weiß keinen Rat.

Während eine Eulensteiner Schulklasse eine Nachtwanderung durch die Burg und das dortige Uhrenmuseum unternimmt, entdeckt der Schüler Karl das Gespenst, aber niemand will ihm glauben, dass er einen leibhaftigen Geist gesehen hat – nicht einmal seine besten Freunde Marie und Hannes.

Als das kleine Gespenst einige Tage nach seiner Begegnung mit Karl beim zwölften Schlag der Rathausuhr aufsteht, ist es ungewöhnlich hell. Ausgelassen geistert das Gespenst drauflos. Doch als der erste Sonnenstrahl das Nachtgeschöpf trifft, wird es schlagartig pechschwarz. Ausgerechnet jetzt bereitet das Städtchen Eulenberg seine große 375-Jahr-Feier vor – und „der schwarze Unbekannte“ versetzt den ganzen Ort in Aufruhr. Damit es wieder ein Nachtgespenst werden und zurück nachhause kann, braucht das kleine Gespenst die Hilfe von Karl, Marie und Hannes, die eine halsbrecherische Rettungsaktion starten...


Uwe Ochsenknecht, Herbert Knaup und Aykut Kayacik | mehr Cast & Crew


Das kleine Gespenst - Trailer


Das kleine Gespenst Trailer - Trailer (deutsch/german)


DVD und Blu-ray | Das kleine Gespenst

Blu-ray
Das kleine Gespenst Das kleine Gespenst
Blu-ray Start:
11.04.2014
FSK: 0 - Laufzeit: 92 min.
DVD
Das kleine Gespenst Das kleine Gespenst
DVD Start:
11.04.2014
FSK: 0 - Laufzeit: 88 min.

Filmkritik Das kleine Gespenst

Filmwertung: | 6/10


Der Kindbuchautor Otfried Preußler (1923-2013) hat insgesamt 32 Bücher verfasst. Zu den beliebtesten darunter zählen „Die kleine Hexe“ (1957), „Räuber Hotzenplotz“ (1962), „Krabat“ (1971) und „Das kleine Gespenst“ (1966). Letzteres wurde bereits im Jahr 1992 als gleichnamiger Zeichentrick verfilmt. Unter der Regie Alain Gsponers entsteht nun die erste Spielfilmvariante („Das kleine Gespenst“, Schweiz / Deutschland, 2013).

Das kleine Gespenst (gesprochen von Anna Thalbach) wohnt auf der Burg Eulenstein. Jede Nacht um Mitternacht erwacht es und spukt durch die Gegend, genießt die Welt bei Mondschein und unterhält sich mit seinem besten Freund, dem Uhu Schuhu. Doch mit den Jahren schleicht sich immer mehr die Sehnsucht ein, die Welt auch einmal am Tag zu sehen. Als der Uhrmachermeister Zifferle (Herbert Knaup) die Rathausuhr verstellt, geht der Wunsch des Gespenstes in Erfüllung. Doch schon die ersten Sonnenstrahlen machen das weiße Gespenst schwarz und so spukt es als „Schwarzer Unbekannter“ am Tag durch die Stadt und erschreckt die Bewohner samt Bürgermeister (Uwe Ochsenknecht). Doch bald stellt sich Heimweh beim kleinen Gespenst ein und um wieder auf die Burg zu kommen, braucht es die Hilfe der drei Schüler Karl (Jonas Holdenrieder), Marie (Emily Kusche) und Hannes (Nico Hartung).

Für den schweizerisch-deutschen Regisseur Alain Gsponer (bekannt für „Das wahre Leben“ (2006) und „Lila, Lila“ (2009)) stellte dieses Projekt seinen ersten Kinderfilm dar. Martin Ritzenhoff übernahm die Drehbuchadaption. Dabei hielt er sich eng an das Kinderbuch und hatte zusätzlich noch Korrespondenz mit Preußler bis zu dessen Tod. Dieser war mit der Entwicklung des Projekts einverstanden und zufrieden. Doch die schmale Vorlage (von circa 140 Seiten) musste für einen Langfilm mehr ausgebaut werden. Erst am Ende des Buches findet das kleine Gespenst Hilfe bei den Apotheker-Kindern. Diese Figuren verschmelzen zu einer Hauptrolle in der Gestalt des Karl, Sohn eines Apothekerpaares. Doch dieser ist, im Gegensatz zum Buch, von Anfang an in die Geschichte involviert. Er glaubt an das Gespenst, trifft es auch mehrmals an und bekommt wegen ihm Schwierigkeiten. Seine besten Freunde Hannes und Marie stehen ihm dabei zur Seite. So bietet der Film genug Projektionsfläche für junge Zuschauer. Die Jungdarsteller Holdenrieder, Kusche und Hartung können dabei überzeugen und mit Sympathien das Publikum an sich binden. Die Erweiterung der Kinderfiguren ist gelungen, aber leider verkommt die Darstellung der Erwachsenen ins Lächerliche. Alle Erwachsenenrollen vom Bürgermeister, bis hin zu den Polizisten, der Feuerwehr und dem Uhrmacher sind zu stark überzeichnet. Für den nicht kindlichen Zuschauer stellen sie kaum ertragbare Stereotypen dar. Dass die Figuren mit bekannten Darstellern wie Uwe Ochsenknecht, Herbert Knaup und anderen besetzt wurden, hilft nicht, diesen Eindruck zu schmälern. Dabei hält sich der Film an eine strikte Gut-Böse-Zeichnung der Figuren. Es war den Filmmachern wichtig einen kindgerechten Film zu liefern. Dieser Anspruch wirkte sich vor allem auf den Humor und die Charakterdarstellungen aus. Der Film hätte darauf weitestgehend verzichten können, denn er kann mit vielen anderen Punkten Kinder sowie erwachsene Zuschauer überzeugen. Die Darstellung Eulenbergs entspricht dem romantischen und zeitlosen Bild der Stadt, was der Autor sowie dessen Leser im Sinn hatten. Dafür wurde in der Stadt Quedlinburg sowie in und um Schloss Wernigerode gedreht. Die Animationen sind liebevoll und detailliert gestaltet und orientieren sich an der zeichnerischen Vorlage des Buches. Dabei überzeugt vor allem die Ausarbeitung des Uhus Schuhu, welche schon allein elf Monate in Anspruch nahm. Wolfgang Hess, welcher dem Uhu die Stimme lieh, gab ihm auch die Mimik. Mit einer Helmkamera wurden die Gesichter von Hess und Thalbach gefilmt und auf die Figuren übertragen. Thalbach, als Stimme für das Gespenst zu wählen, ist dagegen weniger gelungen. Diese klingt zu undefiniert und zu alt für die doch eigentlich recht süße und liebenswerte Rolle. Die Musik ist unterhaltsam und untermalt den Film perfekt. Leider, wie es oft bei Kinderfilmen der Fall ist, wurden hierfür extra nicht besonders gute Lieder geschrieben, die dann auch zum Besten gegeben werden. Im Gesamten ist aber den Filmemachern ein solider und unterhaltsamer Kinderfilm gelungen.

Fazit: Der Film „Das kleine Gespenst“ hält sich dicht an die Vorlage Otfried Preußlers, doch schmückt er bedauerlicherweise zu sehr an den falschen Stellen aus. Durch die „idiotischen“ Erwachsenenfiguren stellt sich der Film doch als reiner Kinderfilm dar, obwohl er mit seinem gesamten Aussehen zu überzeugen vermag.

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Bilder © Universum Film