Das Versprechen eines Lebens

The Water Diviner (2014), Australien / Türkei / USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universal Pictures Intl.

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erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Das Jahr 1919. Der erste Weltkrieg mag vorüber sein. Nicht aber für Joshua Connor (Russell Crowe). Der australische Farmer macht sich auf die weite und beschwerliche Reise in die Türkei, um endlich mehr über das Schicksal seiner drei Söhne zu erfahren, die seit der Schlacht von Gallipoli verschollen sind. Die türkischen Behörden aber zeigen wenig Interesse daran, einem Angehörigen des Kriegsgegners zu unterstützen. Doch Joshua ist nicht lange auf sich allein gestellt: Ayshe (Olga Kurylenko), die bildschöne Besitzerin seines Hotels in Istanbul, erklärt sich bereit, ihm zu helfen. Obwohl Joshua immer wieder Rückschläge bei seiner Suche erlebt, gibt er niemals auf.

Russell Crowe, Olga Kurylenko und Jai Courtney | mehr Cast & Crew


Das Versprechen eines Lebens - Trailer


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DVD und Blu-ray | Das Versprechen eines Lebens

Blu-ray
Das Versprechen eines Lebens Das Versprechen eines Lebens
Blu-ray Start:
17.09.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 111 min.
DVD
Das Versprechen eines Lebens Das Versprechen eines Lebens
DVD Start:
17.09.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 107 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Das Versprechen eines Lebens

Filmwertung: | 7/10


Das Kriegsdrama ist das Regiedebüt von Russell Crowe, der sich außerdem selbst für die Hauptrolle besetzt hat. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit und war an den Kinokassen in Ozeanien ein großer Erfolg. Für den australischen Filmaward war „Das Versprechen eines Lebens“ acht Mal nominiert und konnte die Trophäe in den Kategorien „Bester Film“, „Bester Nebendarsteller - Yılmaz Erdoğan“ und „Bestes Kostümdesign“ gewinnen. Der Film ist zudem das letzte Werk des Ausnahme-Kameramannes Andrew Lesnie (Der Herr der Ringe Trilogie, King Kong, Der Hobbit Trilogie). Der Australier verstarb am 27. April an einem Herzinfarkt im Alter von nur 59 Jahren. Diese Meldung löste in der Filmgemeinde weltweit große Trauer und Bestürzung aus.

20. Dezember 1915, Schlacht von Gallipoli: Die Türken um Major Hasan (Yılmaz Erdoğan) und Unteroffizier Jemal (Cem Yılmaz) starten einen Großangriff auf den Schützengraben der Australier. Dieser ist jedoch leer, da die ANZAC-Soldaten den Rückzug angetreten haben. Die Türken feiern ihren Sieg ausgelassen.
1919, Nordwest-Victoria: Hier lebt der australische Farmer Joshua Connor (Russell Crowe). Er findet eine Wasserquelle und gräbt einen Brunnen. Dann kehrt er heim zu seiner Frau Eliza (Jacqueline McKenzie), die über ihre Söhne Art (Ryan Corr), Henry (Ben O'Toole) und Edward (James Fraser) nachdenkt und Joshua aufträgt, ihnen vorzulesen. Ihre Betten sind allerdings leer. Sie kämpften in der Schlacht von Gallipoli und kehrten nicht zurück. Die Ungewissheit, was aus ihnen geworden ist, macht vor allem Eliza schwer zu schaffen. Deshalb leugnet sie den Tod ihrer Söhne und lebt in der Vergangenheit, als sie noch am Leben waren. Irgendwann erträgt Eliza die seelischen Qualen nicht mehr und begeht Selbstmord. Joshua bleibt alleine zurück. Er entscheidet sich, in das Osmanische Reich zu reisen und seine Söhne zu finden. Der kleine Orhan (Dylan Georgiades) lotst ihn ins Hotel seiner Mutter Ayshe (Olga Kurylenko). Hier stellt Joshua fest, dass er nicht der einzige ist, der an den Auswirkungen des Krieges zu knabbern hat. Verbissen kämpft er darum, die Leichname seiner Söhne zu finden und nach Australien zu überführen, um sie dort zu begraben.

Die Geschichte ist gut umgesetzt, obwohl es auch einige offenkundige Schwächen gibt. Denn an einigen Stellen fehlen dem Zuschauer Szenen, Hintergründe und Erklärungen für das Verhalten der einzelnen Figuren, sodass einige Wendungen nicht nachvollziehbar sind, da sie zu plötzlich und abgehackt kommen. Demgegenüber stehen stark inszenierte Sequenzen, in denen das gesamte Leid bedrückend und intensiv dargestellt wird. Das Potenzial der Geschichte und des Drehbuches sind unübersehbar. Allerdings merkt man auch, dass Crowe im Regiefach noch ein Anfänger ist und seinen Weg in die Spitze erst finden muss, weil durch die abrupten Umschnitte deutlich wird, dass er sich nur bedingt in die Zuschauer hineinversetzen konnte. Trotz dieser Schwächen ist Crowe ein sensibler Antikkriegsfilm gelungen, der die Auswirkungen eines Krieges auf die Hinterbliebenen bemerkenswert, hintergründig darstellt und erläutert. Die Suche eines Mannes, der alles verloren hat, ist packend und interessant inszeniert. Von Beginn an nimmt Crowe den Zuschauer mit und erzeugt eine unterschwellige Spannung. Außerdem baut Crowe einige unangenehme, aber ihre Wirkung nicht verfehlende Szenen ein, die den Film auf eine neue emotionale Ebene heben. So ist „Das Versprechen eines Lebens“ stellenweise auch bewegend.
Zudem sind die Charaktere gut gezeichnet, obwohl hier ohne die benannten Mängel noch mehr möglich gewesen wäre.
Die Nebenkategorien können allerdings einiges kaschieren. Denn die Landschaften wurden wunderschön ausgewählt und generieren viel Atmosphäre, da sie von der guten Kameraführung exzellent eingefangen werden. Ein letztes Mal stellt Lesnie seine herausragende Klasse unter Beweis. Erneut gelingt es ihm, Bilder zu erzeugen, die wohl noch in Jahrzehnten im Gedächtnis herumschwirren werden, da ihre Qualität so hervorstechend gut ist.
Auch die stimmige Musikuntermalung kann überzeugen. Das gilt ebenso für die kernige deutsche Synchronisation, aus der Crowes gewohnte Stimme Martin Umbach noch herausragt.

Die Schauspieler machen ihre Sache sehr gut. Russell Crowe (Gladiator, Das Comeback, 72 Stunden - The Next Three Days) liefert als gebrochener, aber doch hoffnungsvoller Vater eine gute Leistung ab. Allerdings ist Olga Kurylenko (James Bond: Ein Quantum Trost, Oblivion, 7 Psychos) noch besser, da sie ihre Rolle sympathisch, charismatisch und vielschichtig verkörpert. Auch Jai Courtney (Die Bestimmung – Divergent, Jack Reacher, Stirb Langsam 5) spielt annehmbar und füllt seine kleine Rolle wie auch Isabel Lucas (Careful What You Wish For, The Loft, Transformers 2 - Die Rache) gut aus. Besonders hervorzuheben ist die völlig zurecht ausgezeichnete Leistung von Yılmaz Erdoğan (Once upon a Time in Anatolia), der mit seiner Präsenz und seiner passenden Mimik viel Klasse nachweist. Zu guter Letzt bleibt auch der bedrohliche Cem Yılmaz (Krumme Dinger am Bosporus, Hokkabaz, G.O.R.A.) mit einer guten Leistung positiv im Gedächtnis.


Fazit:
Sensibler, interessanter und spannender Antikriegsfilm, der allerdings einige Lücken in der Storyline aufzuweisen hat, weshalb es stellenweise an der Nachvollziehbarkeit der Wendungen mangelt. Dennoch ein sehenswerter, da intensiver und an wunderschönen Locations aufgenommener Film.
by

Bilder © Universal Pictures Intl.