Das Tagebuch der Anne Frank

Das Tagebuch der Anne Frank (2015), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universal Pictures Intl.

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Das Tagebuch der Anne Frank Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Nach der Emigration aus Frankfurt am Main ist Amsterdam die neue Heimat der Familie Frank geworden. Anne (Lea van Acken), ihr Vater Otto (Ulrich Noethen), Mutter Edith (Martina Gedeck) und Schwester Margot (Stella Kunkat) versuchen, hier ein ganz normales Leben zu führen – bis die Deutschen die Niederlande besetzen und sich auch in Amsterdam die Situation für die Juden täglich verschlechtert. Als Margot einen Aufruf ins Arbeitslager erhält, beschließt Otto Frank, mit der Familie das lange geplante Versteck aufzusuchen und unterzutauchen. Mit Hilfe seiner Sekretärin Miep Gies (Gerti Drassl) und anderen Mitarbeitern hat er hierfür schon seit Wochen das Hinterhaus seines Firmensitzes in der Prinsengracht 263 als Versteck vorbereitet: Knapp mehr als 50m2, die von nun an das Zuhause der Familie Frank und, kurze Zeit später, auch von Hans (André Jung), Petronella (Margarita Broich) und Peter van Daan (Leonard Carow) sowie Albert Dussel (Arthur Klemt) werden. Die Hinterhausbewohner dürfen sich tagsüber kaum bewegen, erleben Bombennächte und sind in ständiger Angst, entdeckt zu werden. Ihre einzige Verbindung zur Außenwelt sind das Radio, Miep Gies und die anderen Helfer. Und dennoch finden sie auch im Hinterhaus zum Alltag: Es wird gelacht, geweint, gestritten und sich versöhnt. Und Anne Frank, die Jüngste unter ihnen, entdeckt neugierig, was es bedeutet, erwachsen zu werden. Im Licht der Ereignisse ihrer Zeit beobachtet und kommentiert sie all das sehr eindringlich: in ihrem Tagebuch, das sie zum 13. Geburtstag von ihrem Vater geschenkt bekommt.

Lea van Acken, Martina Gedeck und Ulrich Noethen | mehr Cast & Crew


Das Tagebuch der Anne Frank - Trailer




DVD und Blu-ray | Das Tagebuch der Anne Frank

Blu-ray
Das Tagebuch der Anne Frank Das Tagebuch der Anne Frank
Blu-ray Start:
15.09.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 129 min.
DVD
Das Tagebuch der Anne Frank Das Tagebuch der Anne Frank
DVD Start:
15.09.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 124 min.

Filmkritik Das Tagebuch der Anne Frank

Filmwertung: | 6/10


Das Tagebuch der Anne Frank wurde in den letzten 70 Jahren häufig verfilmt. Ob Kinofilm, TV-Film oder eine Mini-Serie. Die melancholische und bekannte Geschichte über das junge jüdische Mädchen, das in Amsterdam während des 2. Weltkriegs in den 40er Jahren in einem kleinen Versteck mehrere Jahre mit ihrer Familie lebte, um nicht Opfer des Holocausts zu werden, wurde in der Vergangenheit in verschiedenen Formen aufgearbeitet. Nun kommt eine erneute Verfilmung in die deutschen Kinos, die ein weiteres Mal das traurige Schicksal Anne Franks aufgreift.

Das Tagebuch der Anne Frank Szenenbild Die neuste Verfilmung hat Licht und Schatten, so dass der Zuschauer nach diesem Film nicht vom Hocker gerissen wird. Dies hat verschiedene Gründe, die hier im Folgenden beschrieben werden. Positiv hervorzuheben ist erstmal die Performance von der jungen Lea van Acken. Es ist eine sehr engagierte Leistung der deutschen Schauspielerin, die versucht die Leiden der Anne Frank mit so viel Feinheit und Tiefgang wie nur möglich darzustellen. Denn für den Zuschauer ist schnell ersichtlich, dass es für ein Mädchen in der Pubertät äußerst schwierig ist, in solch einer Situation zu leben. Damit ist nicht zwingend die Kriegssituation gemeint. Vielmehr sind es die Zustände in diesem Versteck, die Anne ihre Lebensfreude rauben. Man darf nicht aus der Wohnung, Fenster müssen geschlossen sein, tagsüber darf nur geflüstert werden und die Privatsphäre tendiert gegen null. Darüber hinaus wohnt man auf engstem Raum mit den Eltern, der älteren Schwester sowie einem weiteren Ehepaar und deren Sohn. Es ist somit eine sehr belastende Situation für Anne. Diesen Schmerz verkörpert Lea van Acken meist sehr eindrucksvoll. Doch an der einen oder anderen Stelle ist dies auch etwas zu dick aufgetragen, wenn binnen einer Sekunde nach einem Schnitt das Gesicht Annes urplötzlich voller Tränen ist. In den emotionalen Szenen – und davon gibt es zahlreiche – überzeugt van Acken überwiegend. In den ernsteren Szenen wie zum Beispiel bei Streitigkeiten, wirkt van Acken etwas überspielt und manchmal auch etwas schwergängig und steif. Doch unter dem Strich ist das eine lobenswerte Darbietung.

Der Film hat seine starken emotionalen Momente, die unter die Haut gehen. Besonders die letzten 20 Minuten gehen dem Zuschauer sehr nahe. Doch der Film hat leider viele Hänger, die den Erzählfluss stören. So schleppt sich der Film teilweise über seine 2 Stunden Lauflänge. Des Weiteren gibt es einige Filler-Szenen, die nicht die Handlung fördern, sondern vielmehr erzwungen wirken und dabei den Film unnötig in die Länge ziehen. So wechseln sich in dem Film Höhen und Tiefen regelmäßig ab. Das gleiche gilt auch bei den restlichen schauspielerischen Leistungen. Das Tagebuch der Anne Frank SzenenbildWährend Ulrich Noethen als Otto Frank, Vater von Anne, eine wirklich überzeugende Leistung bietet und den Vater mit sehr viel Charme spielt und dabei eine außerordentliche Präsenz hat, wirkt die eine oder andere Nebenfigur vor allem zu Beginn doch eher durchschnittlich gespielt.

Auf technischer Seite gibt es nichts zu bemängeln. Vielmehr ist positiv zu betonen, dass es der Film mit einer gelungenen Kameraarbeit schafft, dem Zuschauer die Enge des Hinterhauses, sehr gut zu vermitteln. Grundsätzlich ist der Film sehr wertig produziert, weswegen man dem Streifen in diesem Aspekt keine Vorwürfe machen kann. Nichtsdestotrotz bleibt der Film lediglich eher ein überdurchschnittlicher Film mit Stärken und Schwächen. In einer Liga mit der Verfilmung von 1959, welche 8 Oscar-Nominierungen hatte und 3 gewann, spielt diese deutsche Produktion nicht. Verfilmungswürdig bleibt die Geschichte jedoch weiterhin, denn besonders für die jüngeren Zuschauer in Anne Franks Alter (13-14 Jahre) ist dieser Film durchaus interessant, um einen anderen Einblick auf die Opfer des Holocausts aus der Sicht einer Jugendlichen zu bekommen.


Fazit:
Solider Streifen mit einer couragierten Hauptdarstellerin, der seine starken und besonders rührenden Momente hat, doch teilweise vor sich hinplätschert und an Langatmigkeit in der Erzählweise leidet.
by

Bilder © Universal Pictures Intl.