Das Leben meiner Tochter

Das Leben meiner Tochter (2019), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Camino Film

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Inhalt

Jana ist acht, als ihr Herz plötzlich stehen bleibt. Sie überlebt, doch braucht dringend ein Spenderherz. Nachdem sie ein ganzes Jahr – angeschlossen an ein kühlschrankgroßes Herzunterstützungssystem – im Krankenhaus verbringt und noch immer kein passendes Organ gefunden ist, schwinden bei Vater Micha Geduld und Vertrauen. Er wendet sich an einen Organhändler, trotz aller Warnungen der Ärzte und gegen den ausdrücklichen Willen von Mutter Natalie. Auf dem Weg zu einem neuen Herzen riskiert Micha nicht nur seine Ehe, Firma und die Aussicht im Gefängnis zu landen, sondern muss sich immer mehr der Frage stellen, wie weit man gehen darf, um das Leben des eigenen Kindes zu retten.

Christoph Bach, Alwara Höfels und Barbara Philipp | mehr Cast & Crew


Das Leben meiner Tochter - Trailer




Filmkritik Das Leben meiner Tochter

Filmwertung: | 6/10


„Das Leben meiner Tochter“ ist 92 Minuten lang und kommt am 6. Juni 2019 in die deutschen Kinos. Der Film von Regisseur Steffen Weinert handelt von Familie Faber. Die kleine Tochter hat eines Tages einen Anfall, wird bewusstlos und muss schnellstmöglich ins Krankenhaus gebracht werden. Dort wird festgestellt, dass die Achtjährige an einer Herzmuskelentzündung leidet und das Herz nur noch mit 20% arbeitet. An einer Maschine angeschlossen wartet das Mädchen auf ein Spenderherz, welches nach über einem Jahr aber immer noch nicht zur Verfügung steht. Aus Verzweiflung beginnt der Familienvater mit einem gekauften Herz und einer Transplantation im Ausland zu liebäugeln. Ein solcher Eingriff ist in Deutschland jedoch illegal. Es beginnt ein Abwägen zwischen dem Leben der Tochter und dem Risiko einer Operation unter ungewissen Bedingungen…

Das Leben meiner Tochter: Vater Micha Faber (Christoph Bach)
Das Leben meiner Tochter: Vater Micha Faber (Christoph Bach) © Camino Filmverleih
Der Film handelt von illegaler Transplantation und ist von mehreren deutschen Stellen gefördert worden, sowie von öffentlich-rechtlichen Sender produziert worden. Mit diesem Vorwissen ist auch schnell klar in welche Richtung das Drama gehen wird. Vollkommen logisch ist eine rechtswidrige Operation im Ausland nicht die Lösung und mit großen Risiken verbunden. Umso interessanter ist es dann dem Vater dabei zuzusehen, wie er versucht am letzten Grashalm zu ziehen, um sein Kind zu retten. Es ist ein rührender Film, der (und das ist in keinster Weise negativ gemeint) gar nicht so traurig und wehleidig ist wie man vermutet. Im Gegenteil, es ist schön zu sehen, wie sich die Tochter scheinbar mit dem Tod auseinandergesetzt hat und diesen viel weniger drastisch sieht als ihr Vater. Es ist auch spannend zu beobachten, wie ihr Vater immer mehr in die Ecke gedrängt wird und nur noch diesen einen, diesen falschen, Ausweg sieht. Auch bringt die Mutter eine wichtige Aufgabe mit, denn sie ist die Tür für den Zuschauer. Genau wie dieser ist sie mal überzeugt von einer solchen Operation, mal ist sie entschieden Gegner.

Das Leben meiner Tochter: Tochter Jana (Maggie Valentina Salomon)
Das Leben meiner Tochter: Tochter Jana (Maggie Valentina Salomon) © Camino Filmverleih
Loben muss man an dieser Stelle auch die Schauspieler! Christoph Bach und Alwara Höfels geben auf der Leinwand ein großartiges Paar ab. Man hinterfragt in keiner Sekunde die tiefe Verbundenheit, die innige Liebe der beiden Figuren. Bach spielt eine moderne, leichter verdaulichere Version des tragischen Helden, des verzweifelten Familienvaters. Höfels kauft man ihre Hin- und Hergerissenheit in jeder Sekunde ab. Aber auch die liebende Ehefrau und Mutter gehört zu ihren Paradedisziplinen. Das größte Lob bekommt jedoch die Kinderdarstellerin Maggie Valentina Salomon. Sie porträtiert eine intelligente, aber dennoch kindische Tochter, die sich lieber mit dem Tod beschäftigt als ihn zu fürchten. Leider werden ihr durch das Drehbuch einige Steine in den Weg gelegt, da man hier wieder merkt, dass ein Erwachsener die Kinderdialoge geschrieben hat.

Das Leben meiner Tochter: Mutter Natalie Faber (Alwara Hoefels)
Das Leben meiner Tochter: Mutter Natalie Faber (Alwara Hoefels) © Camino Filmverleih
Nichtsdestotrotz macht es sich dieses Werk ein wenig zu einfach. Komplizierte medizinische Geräte können einfach so von Laien umgesteckt und in Gang gesetzt werden. Der Organhandel wird so klein dargestellt, dass das nicht real sein kann. Und vor allem (Achtung: Der Rest des Absatzes ist ein klarer Spoiler!) entscheidet sich Faber um seine Tochter operieren zu lassen, weil er in der Klinik ein fest gekettetes Kind sieht. Dass es jedoch etliche andere Möglichkeiten gibt, warum ein Kind in einem Krankenhaus stabilisiert werden muss wird hier außer Acht gelassen.


Fazit:
Alles in allem ist „Das Leben meiner Tochter“ ein klassisches Drama, welches eher als TV-Film hätte vermarktet werden sollen. Für das Fernsehen – insbesondere die öffentlich-rechtlichen Sender – ist dieser Streifen vollkommen in Ordnung und kann wunderbar angeschaut werden. Ins Kino würde ich für so eine Geschichte nicht gehen, zumal sie sowieso irgendwann im TV ausgestrahlt wird.
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Bilder © Camino Film