Daddy's Home 2

Daddy's Home 2 (2017), USA
Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Paramount Pictures Germany

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Inhalt

Langweilig gegen cool. Spießig gegen lässig. Schusselig gegen souverän: Das Duell um den Titel als „Super-Dad“ haben der übervorsichtige Brad (Will Ferrell) und der draufgängerische Dusty (Mark Wahlberg) mittlerweile ausgefochten, auch wenn kleinere Sticheleien und Rivalitäten weiterhin an der Tagesordnung sind. Bis eines Tages ihre eigenen Väter vor der Tür stehen und die beiden sich wohl oder übel zusammenraufen müssen, um die Weihnachtsfeiertage zu retten. Denn sich gegen Dustys adrenalinstrotzenden Macho-Dad (Mel Gibson) und Brads übertrieben liebevollen und emotionalen Vater (John Lithgow) durchzusetzen, bedarf einiger Nerven und jeder Menge Männlichkeit. Ein aberwitziger Wettbewerb zwischen vier erwachsenen Männern beginnt …!

Mark Wahlberg, Will Ferrell und Mel Gibson | mehr Cast & Crew


Daddy's Home 2 - Trailer




Filmkritik Daddy's Home 2

Filmwertung: | 7/10


Will Ferrell Filme sind mittlerweile ein eigenes Sub-Genre innerhalb der Komödie und vergleichbar mit Adam Sandler Filmen. Man weiß was einen erwartet und letztendlich mag man diese Art Filme oder eben nicht. Dennoch hatte auch Ferrell in den letzten Jahren einige qualitative Ausreißer nach oben („Die etwas anderen Cops“), wie nach unten („Der Knastcoach“). „Daddy´s Home“ von 2015 zählt zu den positiven Ausreißern und avancierte zum absoluten Überraschungshit. Mit einem Einspielergebnis von 250 Mio US Dollar war eine Fortsetzung natürlich schnell beschlossen und nur eine Frage der Zeit, also präsentiert uns Regisseur Sean Anders nun passend zur Weihnachtszeit die Fortsetzung „Daddy´s Home 2 – Mehr Väter, Mehr Probleme!“. Der Original-Cast rund um Will Ferrell, Mark Wahlberg und Linda Cardellini kehrt zurück und bekommt es nun mit Mel Gibson und John Lithgow zu tun, die als ebenso unterschiedliche wie durchgeknallte Großväter die friedliche Weihnachtszeit ordentlich durcheinander wirbeln. Und zumindest finanziell hat sich die Fortsetzung bereits gelohnt. Mit einem Einspielergebnis von 70 Mio US Dollar am US-Startwochenende ist der Film auf dem besten Wege, den Erfolg seines Vorgängers zu wiederholen. Dabei steht die Fortsetzung dem Original in nichts nach und kann zusätzlich sogar mit einem herrlich aufspielenden Mel Gibson punkten.

Will Ferrell ist Brad und John Lithgow ist Don in Daddy's Home 2
Will Ferrell ist Brad und John Lithgow ist Don in Daddy's Home 2 © Paramount Pictures
Inhalt
Nach anfänglichen Problemen haben sich Dusty (Mark Wohlberg) und Brad (Will Ferrell) zusammengerauft und ihre Rolle als „Co-Dads“ angenommen. Dusty ist der Ex-Mann von Sara (Linda Cardellini) und der leibliche Vater der beiden Kinder Megan (Scarlett Estevez) und Dylan (Owen Vaccaro), während Brad die Rolle als neuer Ehemann und Stiefvater übernimmt. Gemeinsam beschließen sie das Weihnachtfest zusammen als Patchwork-Familie zu verbringen, inklusive Dustys neuer Ehefrau und seiner Stieftochter. Doch dann kündigen sich zwei weitere Gäste an: Dustys Macho-Vater Kurt (Mel Gibson) und Brads sentimentaler Vater Don (John Lithgow). Die beiden bringen ordentlich Chaos in die Festtage und überzeugen Dusty und Brad gerne mal von ihren Erziehungsmethoden. Bei den Vorbereitungen zum Weihnachtsfest geht also so einiges schief und die mühsam errungene Freundschaft zwischen Dusty und Brad wird auf eine harte Probe gestellt.

Mark Wahlberg spielt Dusty und Mel Gibson spielt Kurt in Daddy's Home 2
Mark Wahlberg spielt Dusty und Mel Gibson spielt Kurt in Daddy's Home 2 © Paramount Pictures Germany
Kritik
Nach „Die etwas anderen Cops“ und „Daddy´s Home“ ist „Daddy´s Home 2“ bereits die dritte Zusammenarbeit zwischen Will Ferrell und Mark Wahlberg. Und auch die Fortsetzung lässt einen zu jeder Zeit spüren, dass Die Chemie zwischen den beiden einfach funktioniert und sie sichtlich Spaß bei der Sache haben. Auch wenn sich Wahlbergs Dusty und Ferrells Brad mittlerweile angefreundet haben, so bleiben dennoch genügend Reibungspunkte zwischen den beiden, um weiterhin einen Gag nach dem anderen rauszufeuern. Zu unterschiedlich sind ihre Charaktere - der eine übervorsichtig, spießig und naiv bis zum geht nicht mehr, der andere ein Draufgänger und Alphatier vor dem Herrn. Wenn Brad bereits bei den leichtesten Sympathiebekundungen seitens Dusty mit Tränen der Rührung kämpft, ist das keine hohe Kunst des Humors, aber stellenweise immer noch zum Schreien komisch. Und so lebt der Film komplett von seiner Situationskomik, die Geschichte tritt klar in den Hintergrund und dient mehr oder weniger nur als Bühne für ein absolutes Sketch-Feuerwerk. Die Idee, ein gemeinsames Weihnachtsfest zu feiern, bei dem so ziemlich alles schiefgeht was nur schiefgehen kann, ist weder neu noch originell, funktioniert als Aufhänger aber grundsätzlich sehr gut. Überraschungen darf man keine erwarten und so steht und fällt der Film mit seinen Dialogen und Darstellern.

Kurt (Mel Gibson) und Karen (Alessandra Ambrosio)
Kurt (Mel Gibson) und Karen (Alessandra Ambrosio) © Paramount Pictures Germany
Der Humor ist treffsicher, in seiner hohen Dosis auch tatsächlich mit überraschend wenigen Ausfällen, dafür aber mit einigen klaren Highlights. Sei es der unkontrollierte Alleingang einer Schneepflugmaschine, ein gefällter Telefonmast als Weihnachtsbaum, oder der Kampf um die Haustemperatur - humortechnisch hält der Film seinen hohen Level bis zum Schluss. Ein amerikanischer Weihnachtsfilm muss aber dennoch ganz klaren dramaturgischen Regeln folgen, das kann auch „Daddy´s Home 2“ nicht gänzlich verbergen. So finden sich hier alle klassischen Elemente des Feel-Good-Movies wieder: Streit und Versöhnung, Nächstenliebe, Vergebung und am Ende wird natürlich auch noch zusammen gesungen. Dass der Film dabei durchaus auch in kitschige Regionen abdriftet sei ihm verziehen, denn stellenweise konterkariert er auch sein eigenes Image als Familienfilm: Von betrunkenen und mit Waffen hantierenden Kindern bis zu einer absurd komischen Krippensequenz gibt es so einige Szenen, die vor schwarzem Humor nur so triefen. Ergänzt wird das Ganze nun auch noch durch die zusätzliche Präsenz der Großväter. Mel Gibson und John Lithgow spielen Ihre komplett gegensätzlichen Rollen konsequent over the top, bringen aber so das Feuer zurück, dass bei Dusty und Brad der Freundschaft gewichen ist. Das Zusammenspiel der Großväter mit ihren Söhnen gelingt hervorragend und bietet dennoch den ein oder anderen Spielraum für durchaus ernstere und menschliche Situationen.

Megan (Scarlett Estevez) und Dylan (Owen Wilder Vaccaro)
Megan (Scarlett Estevez) und Dylan (Owen Wilder Vaccaro) © Paramount Pictures Germany
Ob man Mark Wahlberg nun mag oder nicht, dass er alles spielen kann, hat er mittlerweile bewiesen. Vom Action Blockbuster (Transformers) über Thriller (Boston), bis zur albernen Komödie („Ted“) hat er ein sehr breites Repertoire an Genres abgedeckt. Und letzteres scheint ihm zu liegen, so überzeugt er auch hier als sich sorgender Vater, der mit so einigen Situationen schlicht überfordert ist. Er ist der „normalste“ unter den schrillen Charakteren und zieht so die meisten Sympathien der Zuschauer auf seine Seite. Diese Varianz kann man bei Ferrel nicht erkennen, er ist seit je her komplett der Comedy zugeschrieben und innerhalb dieser auch auf einen absoluten Stereotypen. Aber das muss nichts Schlechtes heißen, die Rolle des Strebers, Losers und Naivlings reizt er bis zur Schmerzgrenze aus und ist somit für die größten Lacher im Film zuständig. Nur wer Ferrell Filme noch nie mochte wird seine Meinung auch nach „Daddy´s Home 2“ definitiv nicht ändern, sondern sich eher bestätigt fühlen. Beide Darsteller sind die klaren Haupt-Akteure, das Zentrum des Films und meistern dies gekonnt charmant. Mit Mel Gibson und John Lithgow bekommen Sie es hier zusätzlich mit absoluten Schauspiel-Schwergewichten und Charakterdarstellern zu tun, was dem Film unglaublich aufwertet. Nach all den negativen Meldungen rund um Mel Gibson ist es einfach eine Wohltat ihn mal wieder in Aktion zu sehen. Die Rolle des chauvinistischen Egoisten ist ihm hier auch auf den Leib geschrieben. Der restliche Cast, allen voran die beiden Ehefrauen Linda Cardellini und Alessandra Ambrosio rücken klar in die zweite Reihe, überzeugen aber dennoch und hinterlassen ihre Note im Film.


Fazit:
„Daddy´s Home 2“ ist eine absolut würdige Fortsetzung zum Überraschungs-Erfolg von 2015, bietet eine hervorragende Chemie zwischen seinen Darstellern und liefert eine konsequent hohe und zielsichere Gag-Dichte. Die Geschichte an sich ist wenig originell und kaum der Rede wert, das Duo Farrell/Wahlberg aber nach wie vor ein Spaßgarant.
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Bilder © Paramount Pictures Germany