Conjuring - Die Heimsuchung

Conjuring - Die Heimsuchung (2013), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Horror / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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Conjuring - Die Heimsuchung Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Vor Amityville gab es bereits Harrisville. Die grausige Geschichte „Conjuring - Die Heimsuchung“ beruht auf einer wahren Begebenheit: Die weltberühmten Psi-Experten Ed und Lorraine Warren werden zu Hilfe gerufen, als eine Familie in ihrem abgelegenen Farmhaus von einer finsteren Macht heimgesucht wird.
Sobald sich die Warrens dem fürchterlichen Dämon stellen, gibt es aus diesem entsetzlichsten Fall ihres Lebens kein Entrinnen mehr.


Vera Farmiga, Patrick Wilson und Joey King | mehr Cast & Crew


Conjuring - Die Heimsuchung - Trailer


THE CONJURING (Die Heimsuchung) - offizieller Trailer


DVD und Blu-ray | Conjuring - Die Heimsuchung

Blu-ray
Conjuring - Die Heimsuchung Conjuring - Die Heimsuchung
Blu-ray Start:
24.01.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 100 min.
DVD
Conjuring - Die Heimsuchung Conjuring - Die Heimsuchung
DVD Start:
24.01.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 96 min.

Filmkritik Conjuring - Die Heimsuchung

Filmwertung: | 8/10


Man könnte „Conjuring – Die Heimsuchung“ als cineastisches Kontrastprogramm bezeichnen – zu den zahlreichen Low-Budget-Horrorwerken im pseudo-dokumentarischen Stil, die mit teilweise verwackelten, unscharfen und/oder grobkörnigen Videokamerabildern und unbekannten Darstellern daherkommen. Denn der neue Film von James Wan – dem Schöpfer von „Saw“ und „Insidious“ – wartet mit elaborierter Kameraarbeit auf (obgleich auch ein Weg gefunden wird, die Fake-Doku-Ästhetik gelegentlich zu integrieren); zudem hat er vier renommierte Schauspieler in den Hauptrollen zu bieten. Und das sind bei Weitem nicht die einzigen Stärken dieses großartigen Schauerstücks: Da wären noch die atmosphärischen Locations sowie das wirkmächtige Sound Design – und natürlich die Erkenntnis, dass ein klatschendes Händepaar den wohl intensivsten Schreckmoment der jüngeren Gruselkinogeschichte zu erzeugen vermag!

Ehe sich der Film im Hauptteil den übernatürlichen Vorkommnissen im Heim der Familie Perron widmet, wird zu Beginn das Metier des Dämonologen-Ehepaars Ed und Lorraine Warren in den Blick genommen. Im Jahre 1968 beschäftigten sich die beiden „paranormal investigators“ etwa mit dem Annabelle-Fall – wobei es sich bei Annabelle um eine fies dreinschauende Puppe handelt, deren Garstigkeit (dies sei versichert!) über das Verlassen des Kinosaals hinaus einen Eindruck hinterlässt. Selbstverständlich lässt es sich Annabelle auch nicht nehmen, in der Haupthandlung noch ein perfides, kleines Gastspiel zu absolvieren. Gänsehautfaktor: HOCH!

Der Main Plot spielt im Jahre 1971: Das Ehepaar Roger und Carolyn Perron bezieht mit den fünf Töchtern ein abgelegenes Haus am See in Harrisville, Rhode Island. „It’s gonna be great!“, sagt Carolyn kurz nach dem Einzug zu ihrem Gatten. Was das häusliche Idyll anbelangt, irrt sie gewaltig – doch in Bezug auf die Seh- und Hörerfahrung des Zuschauers soll sie völlig recht haben: Es wird gut. Und zwar so *richtig* gut! Wan und sein Team holen aus der Kulisse des Hauses am See das Maximum an Spannung heraus. Nach ersten Anzeichen, die darauf hindeuten, dass mit diesem Ort irgendetwas nicht stimmt, scheint es für die Bedrohung letztlich nur noch eine übersinnliche Erklärung zu geben. Dies ruft Ed und Lorraine auf den Plan, die mit kuriosen Gerätschaften, Kruzifixen und Weihwasser anrücken – und deren Leben bald schon ebenfalls von der dämonischen Aktivität betroffen ist...

Dass dieser keineswegs neuartige Genrestoff nicht zur faden Horrorroutine wird, liegt daran, dass Wan das metaphysische Treiben mit einer sichtbaren Lust am klassisch-subtilen Grusel inszeniert. Er arrangiert vertraute Versatzstücke aus Filmen wie „Der Exorzist“, „Amityville Horror“, „Das Grauen“ (OT: „The Changeling“) oder „Poltergeist“ und erweist sich dabei als begabter Gestalter von Angstszenarien. Gekonnt mixt er die Möglichkeiten filmischer Spannungserzeugung; immer wieder muss man sich fragen, was unter dem Bett, hinter der Tür, in dunklen Ecken oder im staubigen Keller lauert und was bzw. wer da gerade flüstert, Klopfgeräusche verursacht oder auf dem alten Piano klimpert. Die Schocks sind effektiv getimt; die Balance zwischen „cheap thrills“ und nachwirkenden Momenten stimmt. Auf Drastisch-Bluttriefendes wird weitgehend verzichtet, aber die Effekte sitzen – und manch freakige Gestalt prägt sich ein.

An Schwächen gilt es zwei Punkte zu nennen. Beide sind darauf zurückzuführen, dass „Conjuring“ für sich in Anspruch nimmt, auf einer wahren Begebenheit zu beruhen (sowohl die Warrens als auch die Perrons gibt bzw. gab es wirklich; ob sich die Dinge so oder so ähnlich zugetragen haben, wie sie im Film wiedergegeben werden, sei einmal dahingestellt). Zum einen ist die Anzahl der handelnden Figuren zu hoch, um durchgängig eine dichte Dramaturgie gewährleisten zu können. Beispielsweise wird in einer Nacht das hochgradig furchteinflößende Erlebnis der Tochter Christine gezeigt; in der darauffolgenden Nacht richtet sich der Fokus dann aber (zunächst) auf die Mutter Carolyn, sodass man sich unweigerlich fragt, wie es Christine über sich gebracht hat, in dieser Nacht wieder zu Bett zu gehen und einzuschlafen (und wieso sie und alle anderen Familienmitglieder, die sich im Haus befinden, nicht durch den Lärm zu Beginn der Carolyn-Sequenz geweckt werden). Solche Defizite lassen erkennen, dass ein zu großes Figurenensemble dramaturgisch schwer in den Griff zu bekommen ist. Zum anderen ist das Finale (über dessen Verlauf hier natürlich nichts verraten werden soll) eine kleine Enttäuschung. Zwar ist auch das Ende ganz dem Horror verpflichtet und steht im Zeichen eines absoluten Genreklassikers – es ist allerdings mit leicht übertriebenem Pathos à la Hollywood gepaart. Einen herrlich abgespaceten und bitterbösen Showdown in „Insidious“-Manier sollte man also nicht erwarten.

Was das Schauspiel betrifft, ist „Conjuring“ eine schöne Gruppenleistung. Zwischen dem soliden Patrick Wilson („Little Children“, „Insidious“) und der wunderbaren Vera Farmiga („Departed“, „Up in the Air“) als Ed und Lorraine stimmt die Chemie; und auch Ron Livingston („Alles Routine“, „Sex and the City“) und Lili Taylor („Das Geisterschloss“, „Six Feet Under“) sind als besorgte und verängstigte Hausbesitzer Roger und Carolyn glaubhaft. Die Rollen der Männer verfügen über viel Sympathie- und Identifikationspotenzial; die Parts der Frauen sind indes noch etwas komplexer. So hinterlässt z.B. jeder Fall des Experten-Paars bei der übersinnlich begabten Lorraine deutliche Spuren – was Farmiga dem Zuschauer in ihrer sensiblen Interpretation eindrücklich vermittelt. Und Carolyn... nun, das muss man einfach gesehen haben!

Fazit: James Wan beherrscht die Kunst des Horrors. Er liefert ein gelungenes Stück Spannungskino, das jedem Genre-Fan großes Vergnügen bereiten wird. Im Schlussakt wird die Inszenierung leider ein wenig pathetisch. Dennoch: Viel besser kann man einen Spukhaus-Schocker nicht machen!

by

Bilder © Warner Bros.