Come on, Come on

C'mon C'mon (2022), USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: DCM

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Inhalt

Der New Yorker Radiojournalist Johnny (Joaquin Phoenix), der nach einer langen Beziehung wieder Single ist, arbeitet an einer Reportage, für die er Jugendliche in den gesamten USA zu ihrer Zukunft befragt. Doch nach einem Anruf seiner Schwester Viv (Gaby Hoffmann) muss er sich unerwartet um ihren Sohn kümmern, den neunjährigen Jesse (Woody Norman). Es ist das erste Mal, dass Johnny wirklich mit dem Thema Elternschaft in Berührung kommt und die Verantwortung für ein Kind übernehmen muss. Und für den ebenso aufgeweckten wie sensiblen Woody ist es das erste Mal, dass er längere Zeit von seiner Mutter getrennt ist.
Gemeinsam begeben sie sich auf einem Roadtrip quer durch die USA, auf dem Johnny versucht, sein Radioprojekt fertigzustellen, und mit jungen Menschen über Träume, Ängste und Hoffnungen spricht. Zwischen den beiden entsteht nach und nach eine tiefe, emotionale Verbindung, und die Reise mit all ihren Höhen und Tiefen verändert Onkel und Neffe für immer.


Joaquin Phoenix, Gaby Hoffmann und Woody Norman | mehr Cast & Crew


Come on, Come on - Trailer




Filmkritik Come on, Come on

Filmwertung: | 8/10


Come on, Come on erzählt im Kern über Probleme des Älterwerdens und des Jungseins, über die eigenen Emotionen und die Hoffnungen der Jugend. Über die großen Dinge des Lebens eben. Vor allem aber geht es um eine wahnsinnig berührende intergenerationelle Freundschaft zwischen dem erwachsenen Radio-Moderator Johnny (Joaquin Phoenix in seiner ersten Post-Joker Rolle) und seinem Neffen Jesse, einem Jungen der schwer unter den Eheproblemen seiner Eltern leidet. Weniger vereint durch die Familie, aber verbunden durch die Probleme, die sie im Alltag begleiten, begeben sich die beiden auf eine emotionale Reise, auf der sie zu einem der wohl mitreißendsten Leinwandduos der letzten Jahre zusammengeschweißt werden und ganz nebenbei auch einige Lektionen über das Leben lernen.

Dies ist die Art Film, bei der sich eigentlich auf die gesamte Laufzeit fast nichts verändert, und doch eben auch irgendwie alles. Come on, Come on ist ein berührender Hangout-Movie zwischen zwei Individuen, die vor allem anderen Probleme haben ihre Gefühle auszudrücken.

 Joaquin Phoenix, Woody Norman
Joaquin Phoenix, Woody Norman © A24, Tobin Yelland
So hat Johnny die zahlreichen Herausforderungen des Lebens keinesfalls gemeistert, ganz im Gegenteil sogar. Unverheiratet, ohne Kinder und ausgebrannt. Phoenix verkörpert diese einsame Seele in all seinen Facetten. Der Film wird dabei nie einseitig deprimierend, denn gerade als diese zwei eigentlich so unterschiedlichen Menschen aufeinandertreffen, voneinander lernen und zu etwas füreinander werden, was ein Außenstehender nie so ganz begreifen könnte, wird der vermeintliche Misery porn zu einem ungemein positiven, lebensbejahenden Film.

Dabei erkennt der Film auch an, dass Kinder, genauso wie Erwachsene, Menschen mit Problemen sind. Beide unserer Helden haben Schwierigkeiten sich auszudrücken und haben den Zugang zu ihrer eigenen Gefühlswelt ein Stück weit verloren. Auch Woody Norman brilliert dabei als junger Jesse. Nach und nach öffnen sich die Mauern um ihn herum - der emotionale Kern, der dieses Kind ausmacht, ist in großen Teilen für das große Herz dieses Films verantwortlich. Wenn er mit seinem Onkel interagiert, sprüht die Leinwand geradezu vor Kinomagie.

Woody Norman, Gaby Hoffmann
Woody Norman, Gaby Hoffmann © A24, Tobin Yelland
Von Anfang an werden dabei die Hoffnungen und Ansichten der Jugend mit der emotionalen Sackgasse von Johnny kontrastiert. Von Beginn an interviewt dieser jüngere Kinder und Teenager zu ihren Meinung und Erwartungen ans Leben (ein Zeichen wie ernst der Film die Jugend nimmt), nur um dann auf Johnny zu schneiden, wie dieser alleine in einem Hotelzimmer sitzt. Regisseur und Autor Mike Mills weiß, wie er auch rein visuell eine Geschichte erzählen kann.

Dabei untermalt er diese wundervollen Schwarz-Weiß-Bilder mit einer traumähnlichen, beruhigenden Musik, die in Kombination mit den Darstellern und dieser so natürlichen, authentischen Stimmung mehr als nur einmal für feuchte Augen bei mir gesorgt hat. Come on, Come on ist dabei aber eben nicht nur traurig, sondern auch oft erstaunlich witzig (gerade Jesse ist immer wieder umwerfend komisch), letztlich aber vor allem wunderschön.

Fazit:
Come on, Come on ist Futter für die Seele. Manchmal witzig, manchmal traurig, aber immer mit dem Herz am rechten Fleck.
by Sebastian Stegbauer

Bilder © DCM


Cast und Crew

Darsteller:
Joaquin Phoenix, Gaby Hoffmann, Woody Norman

Regisseur:
Mike Mills