Cold Blood - Kein Ausweg, Keine Gnade

Cold Blood - Kein Ausweg, Keine Gnade (2012), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: StudioCanal

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Cold Blood - Kein Ausweg, Keine Gnade Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Addison (Eric Bana) und seine Schwester Liza (Olivia Wilde) sind nach einem Casino-Überfall auf der Flucht im verschneiten Nirgendwo von Michigan. Nach einem Autounfall beschließen sie, sich zu trennen. Mitten in einem Blizzard wird Liza von Jay (Charlie Hunnam) aufgelesen, der – gerade aus dem Gefängnis entlassen – zum Haus seiner Eltern Chet (Kris Kristofferson) und June (Sissy Spacek) unterwegs ist. Zur gleichen Zeit schlägt sich Addison zu Fuß durch und hinterlässt eine blutige Spur, unberechenbar und gewaltbereit, eine Gefahr auch für Sheriff Becker (Treat Williams) und dessen Tochter und Deputy Sheriff Hanna (Kate Mara). Auch Addison führt der Weg zum Haus von Chet und June, die sich nichtsahnend auf das Thanksgiving-Wochenende vorbereiten.

Eric Bana, Olivia Wilde und Charlie Hunnam | mehr Cast & Crew


Cold Blood - Kein Ausweg, Keine Gnade - Trailer




DVD und Blu-ray | Cold Blood - Kein Ausweg, Keine Gnade

Blu-ray
Cold Blood - Kein Ausweg, keine Gnade Cold Blood - Kein Ausweg, keine Gnade
Blu-ray Start:
02.05.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 94 min.
DVD
Cold Blood - Kein Ausweg, keine Gnade Cold Blood - Kein Ausweg, keine Gnade
DVD Start:
02.05.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 90 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Cold Blood - Kein Ausweg, Keine Gnade

Filmwertung: | 6/10


"Kin", was ein altertümlicher Begriff für "Familie" ist, sollte das Hollywood-Debüt des für den Film "Die Fälscher" mit dem Oscar als besten fremdsprachigen Film ausgezeichneten österreichischen Regisseurs Stefan Ruzowitzky ursprünglich heißen. Da dieser Titel den Film aber womöglich zu sehr in einen für die Vermarktung schwierigen Arthouse-Verdacht gebracht hätte, entschied man sich für "Deadfall" im Original und für "Cold Blood. Kein Ausweg. Keine Gnade" im deutschen Vertrieb.

Nach einem Überfall auf ein Casino sind Addison (Eric Bana) und seine Schwester Liza (Olivia Wilde) auf der Flucht. Im Schneetreiben von Michigan kommt es dabei zu einem folgenschweren Autounfall, bei dem ihr Fahrer starb und ein Polizeibeamter von Addison getötet wurde. Danach beschließt das Geschwisterpaar getrennte Wege zu gehen und einzeln die Grenze zu Kanada zu überqueren. In einem starken Blizzard wird Liza von dem gerade aus dem Gefängnis entlassenen ehemaligen Boxer Jay (Charlie Hunnam) aufgelesen, der auf dem Weg zum Haus seiner Eltern Chet (Kris Kristofferson) und June (Sissy Spacek) ist. Unterdessen bahnt sich Addison seinen Weg quer durch das Land, zieht eine blutige Spur hinter sich her und kollidiert in seiner Gewaltbereitschaft auch mit Sheriff Becker (Treat Williams) und dessen Tochter Deputy Hanna (Kate Mara). Der Weg von Addison und Liza mündet letztlich am Haus von Jays Eltern Chet und June, wo es beim Thanksgiving-Essen zum Showdown der geladenen und ungeladenen Gäste kommen soll.

"Cold Blood. Kein Ausweg. Keine Gnade" erinnert hinsichtlich der stilistischen Herangehensweise etwas an einen Western, was Regisseur Stefan Ruzowitzky auch so beabsichtigte. Mit vielen Totalen, welche die wunderbar verschneite Landschaft an den Drehorten Kanadas und das Wilde der Natur zeigen, fehlen tatsächlich nur die Pferde, an deren Stelle aber die Schneemobile doch den Hebel hin zu einem modernen Thriller umlegen. Umlegen ist auch das Stichwort, denn genau das ist eine der Hauptbeschäftigungen des von Eric Bana verkörperten bemerkenswert originären Bösewichtes Addison. Und genau Eric Bana ist es auch, der den Film mit seinem komplexen gefährlichen Charakter des Addison trägt, während die seine Schwester Liza verkörpernde Olivia Wilde weiterhin den Nachweis eine eindrucksvolle Charakterdarstellerin zu sein schuldig bleibt. Die Gratwanderung der immer noch im Gespann mit ihrem Bruder agierenden Liza hin zur sich menschelnd in Jay verliebenden Geläuterten wird von ihr beispielsweise so dünn gezeichnet, dass man es ihr kaum abnehmen mag. Von ihrem Posen im bester Megan Fox-Manier in so mancher Szene ganz zu schweigen. Für das übrige Ensemble konnte Ruzowitzky mit Spacek, Kristofferson, Williams und auch der kleinen talentierten Kate Mara kaum etwas Besseres von seinen Produzenten gebucht bekommen.

Ruzowitzkys Hollywood-Debüt ist vordergründig ein Thriller über die Jagd der Polizei nach einem flüchtigen Schwerverbrecher und etabliert seine Figuren über drei parallel voran getriebene Erzählstränge, wobei der thematische Kern die verschiedenen Familien im Film mit ihren unterschiedlichen Konflikten sind. Der Regisseur ist fasziniert davon, dass die Amerikaner so ein obsessives Verhältnis zur Institution Familie haben, das ganz idealisiert impliziert, wie die perfekte Familie sein muss und dann jeder furchtbar frustriert und deprimiert ist, wenn die eigene Familie nicht perfekt ist. Die Sehnsucht nach dieser Thematisierung macht aber gerade deutlich, wie die Arthouse-Ambitionen eines Regisseurs aus Europa in einem den Vermarktungsstrategien Hollywoods untergeordneten Thriller diskret hinten anstehen müssen. Natürlich fließt das Thema der dysfunktionalen Familien in die Story ein, aber nie so tiefgründig, dass der Film die Griffigkeit verlieren könnte, die ihn an den Kinokassen klingeln lässt.

"Cold Blood. Kein Ausweg. Keine Gnade" ist ein passabler, überraschend routinierter, kurzweiliger und spannender Thriller, der einem breiten Publikum gefallen wird, einem anspruchsvollerem aber hätte in anderer Gewichtung seines Potentiales noch mehr gefallen können. Wie alle europäischen Regisseure, die den Ritterschlag der Filmindustrie Hollywood bekamen, wird sich nun auch Stefan Ruzowitzky fragen müssen, für welche Art Filme sein künstlerisches Herz schlägt.
by André Scheede

Bilder © StudioCanal