Cinderella

Cinderella (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Abenteuer / Familie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Walt Disney

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Cinderella Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

CINDERELLA erzählt vom Schicksal der jungen Ella (Lily James), deren Vater nach dem tragischen Tod der Mutter erneut heiratet. Um ihren liebevollen Vater zu unterstützen, heißt Ella ihre Stiefmutter Lady Tremaine (Cate Blanchett) und deren Töchter Anastasia (Holliday Grainger) und Drisella (Sophie McShera) herzlich in der Familie willkommen. Doch als auch ihr Vater unerwartet stirbt, ist Ella schutzlos der Eifersucht und den Grausamkeiten ihrer neuen Familie ausgeliefert. Als sie bald zu einer einfachen Dienerin degradiert und von allen hämisch „Cinderella“ genannt wird, scheint für Ella alles verloren. Wäre da nicht die Erinnerung an ihre Mutter, die Ella Mut und neue Hoffnung gibt. Als sie eines Tages in den Wäldern einem gutaussehenden Fremden (Richard Madden) begegnet, scheint Ella endlich einen Seelenverwandten gefunden zu haben. Sie hält den charmanten Mann für einen Bediensteten im königlichen Palast, nichtsahnend, dass er in Wirklichkeit der Prinz selbst ist. Als der Hof alle jungen Frauen des Landes zu einem großen Ball einlädt, sieht Ella die Gelegenheit gekommen, ihn wiederzusehen. Gegen alle Hindernisse und mit Hilfe einer guten Fee (Helena Bonham Carter), einem Kürbis und einigen Mäusen macht sich Cinderella auf, um ihr Leben ein für alle Mal zu ändern...

Lily James, Cate Blanchett und Richard Madden | mehr Cast & Crew


Cinderella - Trailer


Cinderella - Trailer


DVD und Blu-ray | Cinderella

Blu-ray
Cinderella Cinderella
Blu-ray Start:
10.09.2015
FSK: 0 - Laufzeit: 105 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Cinderella Cinderella
DVD Start:
10.09.2015
FSK: 0 - Laufzeit: 101 min.

Filmkritik Cinderella

Filmwertung: | 9/10


Die Walt Disney-Märchenrealverfilmung wurde von Regisseur Kenneth Branagh (Hamlet, Thor, Jack Ryan: Shadow Recruit) umgesetzt. Dieser war eigentlich nur die Zweitbesetzung. Ursprünglich sollte Mark Romanek die Regie übernehmen, stieg aber aus, da er den Film deutlich düsterer inszenieren wollte, als es Disney vorschwebte. Dem weltbekannten Studio war es wichtig, dass der Kern der Geschichte erhalten bleibt. Schließlich hat der Zeichentrickfilm von 1950 eine große Bedeutung für das Studio. Dieser war mit einem Produktionsbudget von 3 Millionen Dollar ein gewaltiges Risiko, spielte aber 34 Millionen ein und etablierte Disney endgültig als wichtiges Filmstudio.
Die Weltpremiere des Realfilmes fand erst vor wenigen Wochen, am 13.Februar 2015, auf der Berlinale statt.

Ella (Lily James) lebt mit ihren Eltern in einem prächtigen Landhaus. Ihre Mutter (Hayley Atwell) umsorgt sie, während ihr Vater (Ben Chaplin), ein Großkaufmann, oft auf Reisen ist, Ella dafür aber immer ein Geschenk bei seiner Rückkehr mitbringt. Die perfekt funktionierende Familie wird jedoch auseinandergerissen, als Ellas Mutter stirbt. Fortan ist die Seele ihres Vaters von Schwermut überzogen. So heiratet er die Witwe Tremaine (Cate Blanchett), die ihre beiden Töchter Anastasia (Holliday Grainger) und Drisella (Sophie McShera) mitbringt. Diese behandeln die „Bauerntochter“ von oben herab. Ella hält trotz allem weiter an dem Versprechen fest, welches sie ihrer Mutter kurz vor ihrem Tod gab: gütig und mutig zu sein.

Die Geschichte ist überraschend gut umgesetzt. „Cinderella“ hätte leicht ins Kitschige abdriften können. Doch Branagh gelingt es in beeindruckender Weise, Klischees zu umschiffen. Wenn er sie doch mal bedient, dann auf eine liebenswerte und warmherzige Art, die man dem Film nicht übel nehmen kann. Es zünden viele Gags, der Film weiß durchweg zu unterhalten. Branaghs Werk hat genau die Zutaten, die aus vielen Disney-Filme zeitlose Meisterwerke gemacht haben: er ist magisch, zauberhaft, kurzweilig und voll von liebevoll geschriebenen, einzigartigen Charakteren. Ein gutes Beispiel dafür sind Ella und ihre Stiefmutter Tremaine. Deren Verhalten und ihre Entscheidungen sind ein Gegensatz zu Cinderella, obwohl beide in ihrem Leben mit ähnlichen Dingen zu kämpfen hatten (Verlust geliebter Menschen). Tremaines Gründe für ihre Entscheidungen sind nachvollziehbar. Der Charakter ist komplex und detailliert und zeichnet nach, wie falsche Entscheidungen dazu führen können, dass man ein hasserfüllter, eifersüchtiger Mensch wird.
Weiterhin gelungen ist, dass Ellas Mutter als prägende Figur eingeführt wird, die trotz ihres kurzen Auftrittes nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Die heimlichen Stars des Filmes sind allerdings vier animierte, quietschfidele Mäuse, die für viele Lacher sorgen.
„Cinderella“ gelingt es, die bekannte Geschichte auf eigene Weise zu erzählen, ohne dass man die vielen Fans des Zeichentrickfilmes vor den Kopf stößt. Im Nachhinein stellt es sich als ein Glücksfall heraus, dass die Besetzung so zusammengekommen ist. Die prunkvollen Locations, die herrliche Kameraführung, die stimmige Musik, die höchst aufwendigen Effekte und die überragenden Kostüme sind weitere Pluspunkte des Filmes.

Die Schauspieler spielen stark, da es ihnen im Verbund gelingt, ihre Charaktere charismatisch und sympathisch darzustellen. Dabei ist Branagh bei der Besetzung intelligent vorgegangen und hat – gerade in den Hauptrollen – auf eher unbekannte Gesichter gesetzt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass für die Rolle der Cinderella auch Emma Watson (lehnte ab, spielt dafür bald Belle in „Die Schöne und das Biest), Saoirse Ronan, Alicia Vikander und Margot Robbie im Gespräch waren. Den Part hat aber die unverbrauchte Lily James (Downtown Abbey) bekommen. Der 25-jährigen Engländerin kauft man die Rolle als gutherzige, liebevolle junge Frau ab.
Als Prinz wurde Richard Madden (Game of Thrones, Klondike) verpflichtet, der wie in seinen Serienauftritten smart und einnehmend spielt und dem Prinzen damit viel Würde verleiht. Das einzige, was an einigen Stellen irritiert, sind Maddens übertrieben makellose, strahlend weiße Zähne, die an die Zahn-Parodie von Jonah Hill aus „The Wolf of Wall Street“ erinnern.
Cate Blanchett (Blue Jasmine, Der Hobbit Trilogie, Aviator) zeigt als böse Stiefmutter Tremaine eine bemerkenswerte Leistung. Denn anstatt diese nur auf ihre Gier und Bosheit zu beschränken, fügt die Australierin ganz nebenbei viele weitere Gefühle hinzu, die ihre Figur letztlich zu einem nachvollziehbaren Charakter machen. Einen wunderbaren, witzigen Gastauftritt als gute Fee hat Helena Bonham Carter (Bellatrix Lestrange in Harry Potter, The King´s Speech, Die Karte meiner Träume). Dazu können in weiteren Nebenrollen Holliday Grainger (The Riot Club, Die Borgias - Sex. Macht. Mord. Amen., Jane Eyre) als Anastasia, Derek Jacobi (My Week with Marilyn, The King's Speech - Die Rede des Königs, Gladiator) als würdevoller König, Stellan Skarsgård (Der Medicus, King of Devil's Island, Marvel's The Avengers) als durchtriebener Großherzog, Nonso Anozie (Ender's Game - Das große Spiel, Jack Ryan: Shadow Recruit, Conan) als physisch beeindruckender bester Freund des Königs, eine optisch sehr veränderte Hayley Atwell (Captain America - The First Avenger, Ruhelos, Marvel's Agent Carter) als wertevermittelnde Mutter von Cinderella und Ben Chaplin (Der schmale Grat, Das Bildnis des Dorian Gray, The New World) als Vater überzeugen.


Fazit:
Exzellenter Märchenfilm von Walt Disney, der qualitativ an die großen Klassiker erinnert. Liebevoll gestaltet, voller einzigartiger Charaktere, herrlicher Kostüme und einem hervorragend ausgesuchten Cast. Stark!
by

Bilder © Walt Disney