Chernobyl Diaries

Chernobyl Diaries (2012), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Horror / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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Chernobyl Diaries Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Sechs junge Urlauber wollen eine „extreme Tour“ in der Ukraine erleben und fahren mit ihrem Tourguide in eine militärische Sperrzone: Die Stadt Pripyat. Hier wohnten einst die Arbeiter des Atomreaktors Tschnernobyl. Seit der Katastrophe vor über 25 Jahren ist der Ort eine Geisterstadt.

Nach einem kurzen Rundgang strandet die Gruppe und merkt bald, dass sie durchaus nicht allein ist ...


Ingrid Bolsø Berdal, Devin Kelley und Jonathan Sadowski | mehr Cast & Crew


Chernobyl Diaries - Trailer




DVD und Blu-ray | Chernobyl Diaries

Blu-ray
Chernobyl Diaries Chernobyl Diaries
Blu-ray Start:
26.10.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 86 min.
DVD
Chernobyl Diaries Chernobyl Diaries
DVD Start:
26.10.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 82 min.

Filmkritik Chernobyl Diaries

Filmwertung: | 5/10


Extrem-Tourismus ist eine Nischenbranche, die Reisen zu gefährlichen Orten wie Gebirgen, Wüsten oder Höhlen anbietet. Auch die Teilnahme an riskanten Aktivitäten wie dem Schwimmen in Hai-Gewässern oder Bunjee-Sprünge über Wasserfällen gehört dazu, wobei der Adrenalinschub umso größer ist, desto größer das Risiko. So etwas spricht Leute an, die sich in Museen langweilen würden und gerne ihr Leben riskieren wollen. In der Ukraine ist die kleine Geisterstadt Pripyat eines dieser beliebten Ziele, aufgrund der Ereignisse und der unmittelbaren Nachbarschaft zum berüchtigten ehemaligen Atomkraftwerk in Tschernobyl, wo am 26.April 1986 der Reaktor 4 explodierte.

Eine Gruppe junger Amerikaner um Amanda (Devin Kelley), Natalie (Olivia Taylor Dudley), Chris (Jesse McCartney) und Paul (Jonathan Sadowski) beschließt, ihren Europatrip mit einer Sehenswürdigkeit der ungewöhnlichen Art zu beenden. Sie engagieren den Extrem-Reiseleiter Uri (Dimitri Diatchenko) und brechen mit zwei weiteren jungen Touristen auf zur Stadt Prypjat, wo einst die Arbeiter des Atomreaktors Tschernobyl gewohnt haben. Seit der Katastrophe im Jahr 1986 ist der Ort eine Geisterstadt.

Mit ihrem einheimischen Fremdenführer Uri besichtigen die 6 jungen Leute, fasziniert von der Geschichte der Atomkatastrophe, das Gelände. Als sie schließlich nach einem Rundgang durch die verlassene Stadt die Heimfahrt antreten wollen, bemerken sie, dass ihr Auto nicht mehr anspringt. Als sie realisieren, dass sie an diesem gruseligen Ort fest sitzen, wird ihnen auch zunehmend klar, dass sie nicht alleine sind. Noch erahnen sie jedoch nicht, dass ihnen ein knallharter Überlebenskampf bevorsteht.

Für Regisseur Brad Parker ist "Chernobyl Diaries" das Spielfilmdebüt, er kann jedoch auf eine von Oren Peli geschriebene Story zurück greifen, der seinerseits die Welt schon mit seinem innovativen Horror-Mehrteiler "Paranormal Activity" zu gruseln wusste. Um das Ambiente möglichst realistisch zu gestalten, wurde teilweise in klaustrophobischen Tunneln unter dem serbischen Belgrad und in ähnlich morbiden Kulissen in der Umgebung von Budapest gedreht. Die Idee zum Film kam Oren Peli, weil er im Internet diese unheimlichen Fotos der Geisterstadt Pripyat sah, die er wunderschön, packend, aber auch ein wenig traurig fand und was ihm als perfekter Schauplatz für einen gruseligen Film erschien.

Die Stadt musste damals nach der Reaktorkatastrophe über Nacht evakuiert werden und die Anwohner durften nie mehr dorthin zurück kehren, was für sie sicherlich mehr als nur ein wenig traurig war. Da bei "Chernobyl Diaries" die Location wirklich alles ist, muss jeder für sich erst einmal entscheiden, ob die Wahl dieser Kulisse nur ein wenig pietätlos oder gar hochgradig pervers ist. Denn auch wenn Pripyat längst eine offizielle Touristenattraktion geworden ist, ist das Schicksal dieser nuklear verseuchten Umgebung, das immerhin die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte darstellte, die eindeutige Basis für den Filmstoff. Unabhängig davon, dass sich also die Location und die fiktive Handlung des Filmes kaum trennen lassen, kämpfen die jungen Darsteller wacker darum, den Spannungsbogen der Story zu halten.

An den Schauspielern, die ihre Dialoge weitgehend improvisieren konnten, liegt es nicht, dass "Chernobyl Diaries" insgesamt nur lauwarmer Horror ist. Diesen Umstand können auch die zum Ende verstärkt in Erscheinung tretenden missgebildeten Gestalten auf diesem gottverlassenen Areal nicht mehr ändern, die immerhin das Finale dramaturgisch zuspitzen können. Im Gesamteindruck aber klebt der Streifen an seiner historischen schicksalhaften Location wie Kaugummi und verlässt sich zu sehr auf deren bloße schockierende Aura.
by André Scheede

Bilder © Warner Bros.