Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand

The Man Who Invented Christmas (2018), Irland / Kanada
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Biographie / Komödie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: KSM

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Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Mit 31 Jahren hat Charles Dickens alles, was man sich wünschen kann: Ruhm als Schöpfer der Romane „Die Pickwickier“ und „Oliver Twist“, eine Frau und vier Kinder (das fünfte ist unterwegs), ein großes Haus in London... Das Einzige, was Dickens in den letzten anderthalb Jahren nicht mehr hatte, ist Erfolg: Seine letzten Bücher waren Flops und sein teurer Lebensstil hat seine Finanzen längst aufgezehrt – nicht zuletzt, weil ihm auch noch seine mittellosen Eltern auf der Tasche liegen. Ein Bucherfolg muss her; und zwar schnell. Dickens kommt eine Idee, auch der Titel ist schnell gefunden: „Ein Weihnachtslied“. Aber wie soll er es schaffen, das Buch in nur sechs Wochen zu schreiben, damit es rechtzeitig zu Weihnachten gedruckt werden kann? Hilfe bekommt Dickens ausgerechnet von demjenigen, den er sich als Bösewicht in seiner neuen Geschichte ausgedacht hat: dem Geizhals Scrooge...

Dan Stevens, Christopher Plummer und Jonathan Pryce | mehr Cast & Crew


Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand - Trailer




DVD und Blu-ray | Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand

Blu-ray
Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand
Blu-ray Start:
17.10.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 104 min.
DVD
Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand
DVD Start:
17.10.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 100 min.

Filmkritik Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand

Filmwertung: | 4/10


Jeder kennt die Geschichte des kauzigen Mannes Ebenezer Scrooge, der in der Nacht vor Weihnachten von drei Geistern heimgesucht wird. Der Geist der vergangenen-, der gegenwärtigen- und der der zukünftigen Weihnacht. Doch nur die wenigsten kennen dabei tatsächlich den Hintergrund der Geschichte. Den Grund warum sie genauso ist wie man sie heute kennt und was sie ihrem Autor Charles Dickens überhaupt bedeutete.

Dan Stevens als Charles Dickens
Dan Stevens als Charles Dickens © BAH HUMBUG FILMS INC & PARALLEL FILMS (TMWIC) LTD
Bis zu diesem Film, er zeigt nun – gestärkt durch einen guten Cast – die wirkliche Geschichte hinter einem der bekanntesten Bücher unserer Zeit. Im Jahr 1843 ist der 31-jährige Autor Charles Dickens (Dan Stevens) - durch sein Werk “Oliver Twist“ - ein gefeierter Autor. Doch seine Bekanntheit und der Glaube an sich selbst fängt bei Charles schnell zu bröckeln an. Nach seinem Erfolg muss er nämlich zunächst 3 Flops durchstehen, in dem Wissen, dass er mit den Einnahmen seine schwangere Frau (Morfydd Clark) und vier Kinder zu ernähren hat. Es wird also schleunigst Zeit für einen weiteren Erfolg. Doch worüber soll er nur schreiben? Was würden die Leute kaufen? Was könnte ihn zu einem erneuten Erfolg verhelfen? Charles fühlt sich ausgebrannt und ideenlos. Bis zu dem Tag als mitbekommt, dass das neue Kindermädchen seiner Familie Tara (Anna Murphy) seinen Kindern spannende Märchen erzählt und er eine neue Idee schöpft: Sein neuestes Werk soll eine Geistergeschichte werden und von dem Geizhals Scrooge (Christopher Plummer) handeln, der kein Herz für notleidende Menschen hat. Nach diesem Einfall strömen aus Charles die Worte nur so heraus und das Buch beginnt sich zu füllen. Er fängt dabei sogar an, mit den Figuren seines künftigen Buchs zu sprechen, die ihm in seinem Arbeitszimmer erscheinen. Mit Scrooge, der seine Arbeit sehr kritisch verfolgt, liefert er sich sogar richtige Wortgefechte. Doch desto mehr er schreibt, umso mehr erinnert er sich selbst an seine traurige Kindheit. Er kennt die Armut und weiß was diese mit den betroffenen Menschen anstellen kann. Denn sein verschuldetet Vater John Dickens (Jonathan Pryce) musste einst ins Gefängnis gehen und ließ seinen Sohn allein zurück, der nun selbst schauen musste wie er über die Runden kam und unter grausamen Voraussetzungen arbeiten. Doch Charles Buchverlag glaubt nicht daran, dass er es tatsächlich schafft das Buch bis zum Fest geschrieben, illustriert und gedruckt zu bekommen und möchten ihn daher nicht unterstützen. Doch Charles beschließt sich das Buch selbst zu verlegen. Doch besonders das letzte Kapitel bereitet ihm Kopfzerbrechen…Wird er es noch schaffen und dieses Buch fertigstellen bevor Weihnachten ist?

Christopher Plummer als Scrooge
Christopher Plummer als Scrooge © BAH HUMBUG FILMS INC & PARALLEL FILMS (TMWIC) LTD
Dabei gelingt es diesem Film eine Geschichte darzustellen, die zwar jeder kennt und die zu keinem Weihnachtsfest fehlen darf, doch die die meisten auf dieser Art und Weise noch nie zuvor gesehen haben. Es ist hier nicht die Geschichte von einem Geizhals, dem sein ehemaliger Gehilfe und drei Geister erscheinen, die dem alten Mann zeigen was er in seinem Leben bisher falsch gemacht hat und ihm die Möglichkeit geben sich zu ändern, sondern von einem Autor. Ein Mann, der zu einer Zeit – in der das Leben kein leichtes war – eine Familie von 6 Menschen versorgen musste, immer in der Sorge es durch einen Flop nicht mehr zu schaffen. Ein Mann, der in keinsterweise den Anschein machte, doch der in vielen Lebenslagen nicht immer wusste wie er richtig handeln sollte. Ein Mann, der für einen neuen Erfolg bereit war alles zu geben. Eben dieser Mann steht hier im Mittelpunkt. Er ist dabei der Hauptfigur seiner Geschichte in vielem sehr ähnlich und auch nicht immer der, der seinen Mitmenschen wohlgesonnen entgegensteht. Was diesen Film dabei so ausmacht ist, dass er eben diesen Autor so in Szene setzt, dass man ein teilweise besseres Bild von ihm erhält und mehr versteht, wieso sich die Figuren in “Eine Weihnachtsgeschichte“ so verhalten wie es tun und auch welche Orientierung Charles bei seiner Rollenwahl hatte, kann man hier nun besser nachvollziehen.

Zauberhafte Nebendarsteller
Zauberhafte Nebendarsteller © BAH HUMBUG FILMS INC & PARALLEL FILMS (TMWIC) LTD
Doch es ist ein Film geworden, der leider zu oberflächlich bleibt und dem es nicht gelingt auch nur zu einem einzigen Moment mehr in die Tiefe zu gehen. Die alt bekannte Geschichte hat wirklich sehr viel Herz zu bieten und eine Hauptrolle die beweist, dass es nie zu spät ist sich zu ändern, egal was man in der Vergangenheit und vielleicht auch der Gegenwart angestellt hat. Zwar hatte auch diese Geschichte so manche Schwachstelle, doch so wie die Geschichte hier dargestellt wird ist wirklich zu lieblos für meinen Geschmack. Denn auch die Rückblenden an Charles Kindheit lassen einen dabei recht kalt. Der komplette Film schleppt sich zu sehr vor sich hin, besitzt keinen Spannungsbogen und hat zudem auch nichts wirklich Neues geschichtlich zu erzählen.

Gruppe
Gruppe © BAH HUMBUG FILMS INC & PARALLEL FILMS (TMWIC) LTD
Zwar erfährt man ein paar mehr Details über Charles Dickens, doch leider auch nicht mehr. Auch von den Schauspielern kann er nicht genug überzeugen. Denn auch wenn Dan Stevens (Die Schöne und das Biest) und Christopher Plummer (A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn) zwei sehr talentierte Schauspieler sind, so richtig nimmt man ihnen ihre Rollen nicht wirklich ab. Sie sind beide komplett austauschbar und geben ihren Figuren rein gar nichts persönliches mit. Selbst der Oscargewinner Christopher Plummer schafft es nicht Scrooge so zu spielen, wie man es sich von ihm gewünscht hätte. Doch neben Scrooge sind es auch die drei Geister und sein ehemaliger Kollege Jacob Marley sind ein wichtiger Bestandteil der Geschichte. Doch sie alle haben im Film viel zu wenig Screentime und bringen die Geschichte kein Stück weiter. Vorallem der Geist der zukünftigen Weihnacht kommt so gut wie gar nicht vor.


Fazit:
Abschließend lässt sich zusammenfassen, wer Fan des Stoffes von Charles Dickens ist und sich für den Hintergrund des Buches interessiert - auch wenn der Film so manchen Schwachpunkt besitzt - dann sollte man sich ihn nicht entgehen lassen. Falls man aber zum schnell nahenden Weihnachtsfest eher etwas besinnliches und vielleicht sogar berührendes haben möchte, dann sollte man hier die Finger von lassen - Denn dafür ist dieser Film einfach zu lustlos geworden – und sich nochmal eine der vielen Versionen der alt bekannten “Eine Weihnachtsgeschichte“ ansehen.
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Bilder © KSM