Café Olympique - Ein Geburtstag in Marseille

Au fil d’Ariane (2014), Frankreich
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Schwarz-Weiss Filmverleih

Café Olympique - Ein Geburtstag in Marseille Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Ariane hat Geburtstag, aber alle ihre Lieben schicken ihr Entschuldigungen, dass sie nicht kommen. Ariane setzt sich ins Auto und fährt nach Marseille um in der großen sonnigen Stadt am Meer etwas zu erleben. Ein Taxifahrer, ein Restaurantbesitzer, eine Kellnerin und ein Andenken-Verkäufer verhelfen Ariane zu einigen unvergesslichen Tagen am Meer. Eine Hommage an Menschen die auch mal Fünfe grade sein lassen und für die Solidarität mehr zählt als Eigennutz. Café Olympique ist ein außergewöhnlich fantasievoller Film, der nicht zuletzt durch seine Musik zum Träumen einlädt.

Ariane Ascaride, Jacques Boudet und Jean-Pierre Darroussin | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Café Olympique - Ein Geburtstag in Marseille

DVD
Café Olympique - Ein Geburtstag in Marseille Café Olympique - Ein Geburtstag in Marseille
DVD Start:
28.08.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 92 min.

Filmkritik Café Olympique - Ein Geburtstag in Marseille

Filmwertung: | 4/10


Der Regisseur Robert Guérdiguian hat schon 16 Filme für die Schauspielerin Ariane Ascaride geschrieben. Auch in seinem neuesten Film „Café Olympique – Ein Geburtstag in Marseille“ (Originaltitel: „Au fil d’Ariane“, Frankreich, 2014) steht sie im Mittelpunkt der Geschehnisse.

Ariane ist eine anscheinend gutbürgerliche Hausfrau, hat Geburtstag und selbstverständlich schon alles vorbereitet, doch leider sagen ihr Ehemann und ihre Kinder die Teilnahme an der Feier ab. Daraufhin beschließt sie einen Tag in Marseille zu verbringen. Ihr Weg führt sie zu dem Café Olympique, deren Betreiber und Stammgäste alle etwas seltsamer sind. Nachdem sie ihr Auto nicht wiederfindet und ihre Tasche gestohlen wird, bleibt sie einige Zeit im Café bei dem Betreiber Denis (Gérard Meylan) und hilft dort aus. Sie lernt dort den Nachtwärter (Youssouf Djaoro), einen Amerikaner (Jacques Boudet) und Lola (Lola Naymark), eine Prostituierte und ihren eifersüchtigen Freund (Adrien Jolivet) kennen. Sie übernachtet auf einem Boot, unterhält sich mit einer Schildkröte (gesprochen von Judith Magre) und erlebt einige Abenteuer wie Einbruch, Schiffbruch und öffentliche Gesangseinlagen mit ihren neuen Freunden.

Der französische, aus Marseille stammende Regisseur Robert Guérdiguian wollte einen leichten, unbeschwerten und freien Film machen, der so ähnlich funktionieren sollte, wie Improvisationen am Theater. Für das Drehbuch holte er sich neu zu seiner oft mit den gleichen Personen besetzten Crew den Dramatiker Serge Valetti hinzu. Er stammt ebenfalls aus Marseille und ist den Worten des Regisseurs nach ein „richtiger Mediterraner, ausschweifend“ und „es gibt Unsinniges und Phantastisches“ bei ihm. So fügt er sich in die künstlerische Vorstellung, wie der Film werden sollte, perfekt ein. Es ging dem Regisseur darum, einen übertreibenden und ausgelassenen Film zu kreieren, in dem vor allem seine Hauptdarstellerin ihre komische Seite ausleben konnte. Alle Darsteller spielen ein übertreibendes Schauspiel und versuchen mit einem Haufen Absonderlichkeiten ihre Individualität zu betonen. Das Drehbuch beinhaltet viele literarische, kinematographische und musikalische Verbeugungen. Neben den Größen wie Sartre, Pasolini, Fellini, Godard und Tschechow wird vor allem der Chansonsänger Jean Ferrat gewürdigt. Fünf seiner Songs kommen an zentralen Stellen des Films vor und werden ausgespielt und in den Vordergrund gestellt. Als Spiegel der Gefühle der Charaktere und als allgemeines Stimmungsbarometer, die vor allem das Unbeschwerte dieser Zeit unterstreichen sollen, werden sie in den Film integriert. Doch das Berechnete geht nicht auf. Der Film wirkt im Gesamten zu überinszeniert, um ein leichtes, improvisiertes Machwerk zu sein. Auch wenn sich die technischen Effekte gut einfügen und auch Kostüme und Settings etwas Märchenhaftes besitzen, schafft es dies allein nicht, dem Film etwas Leichtes und Träumerisches zu verleihen. Die Handlung ist nicht nur absichtlich realitätsfern, sie ist zusätzlich nicht nachvollziehbar, zudem wirkt sie unmotiviert und verschafft stets ein unangenehmes Gefühl von Länge. Die Figuren sind zu übertrieben und in ihren Aktionen zu unverständlich, als das man sie mögen könnte und mit Interesse ihre Entwicklung verfolgen würde. Der Film wirkt wie eine lose Zusammenreihung komischer (aber nicht amüsanter) Szenen, die ohne einen roten Faden kein Ziel verfolgen und stets fragwürdig im Auge des Betrachters bleiben. Für Fans des Ferrats Chansons sei der Film noch eher zu empfehlen, doch ein Mensch der einen gewissen Handlungsaufbau und eine Nachvollziehbarkeit erwartet, wird von dem Film enttäuscht sein und auch durch das Ende nicht gnädig gestimmt werden.

Fazit: Der Film „Café Olympique – Ein Geburtstag in Marseille“ möchte mit seiner freien und übertreibenden Inszenierung einen märchenhaften und träumerischen Film machen, doch das Resultat ist ein anstrengendes Werk mit vielen unverständlichen Charakteren, deren Geschichte einen nicht begeistern oder fesseln kann.

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Bilder © Schwarz-Weiss Filmverleih