Broadway Therapy

She's Funny That Way (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Wild Bunch / Central

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Broadway Therapy Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Statt ihren Schauspielträumen nachzugehen, hangelt sich das hübsche Escort-Girl Izzy (Imogen Poots) von einem Job zum nächsten. Ihre Geldsorgen sind mit einem Mal passé, als ihr ein galanter Kunde, der Schürzenjäger und Broadway Regisseur Arnold (Owen Wilson), einen Batzen Geld schenkt, damit sie der glamourösen Filmkarriere ein kleines Stück näher kommt. Als Izzy dann ausgerechnet bei ihm für eine Rolle vorspricht, ist Arnold not amused – die beiden Hauptdarsteller, seine Ehefrau Delta (Kathryn Hahn) und sein Kumpel Seth Gilbert (Rhys Ifans), dafür umso mehr. Als Izzy dann auch noch mit dem Autor des Stückes anbandelt, der sich als Lebensgefährte ihrer Psychotherapeutin (Jennifer Aniston) herausstellt, ist das Chaos vorprogrammiert.

Jennifer Aniston, Imogen Poots und Owen Wilson | mehr Cast & Crew


Broadway Therapy - Trailer


Broadway Therapy - Trailer


DVD und Blu-ray | Broadway Therapy

Blu-ray
Broadway Therapy Broadway Therapy
Blu-ray Start:
22.12.2015
FSK: 0 - Laufzeit: 94 min.
DVD
Broadway Therapy Broadway Therapy
DVD Start:
22.12.2015
FSK: 0 - Laufzeit: 91 min.

Filmkritik Broadway Therapy

Filmwertung: | 7/10


Mit der locker-leichten Screwball-Komödie “Broadway Therapy” kehrt eine Ikone des New Hollywood der 70er Jahre nach 14 Jahren Abwesenheit ins Kino zurück. Peter Bogdanovich, Filmhistoriker, Schauspieler, Orson Welles-Protegé und eben Filmemacher, hat vor allem in der Anfangszeit seiner Karriere einige prägende Klassiker geschaffen, darunter „Die letzte Vorstellung“ (1971), „Is‘ was Doc“ (1972) und „Paper Moon“ (1973). In den letzten Jahren hat man abgesehen von einigen Kurzauftritten und TV-Arbeiten kaum vom mittlerweile schon 75-jährigen Regisseur gehört, sein letzter Spielfilm „The Cat’s Meow“ datiert auf 2001 zurück. Schön, dass sein neuer, hervorragend besetzter Film trotz bewusst altmodischer Inszenierung und kleiner Schwächen eine angenehm frische, rasante und enorm unterhaltsame Angelegenheit wurde.

„Broadway Therapy“ ist eine klassische Komödie im Stil des Old Hollywood, der Screwball-Klassiker von Lubitsch, Wilder und Co. mit Stars wie Cary Grant, Katharine Hepburn, Spencer Tracy oder Myrna Loy. Es geht um Irrungen und Wirrungen, wilde Zufälle, New Yorker Neurosen, um rasante, pointierte Situationskomik und vor allem um den altbekannten Kampf der Geschlechter. Im Zentrum des Films stehen Isabella (Imogen Poots), ein Escort-Girl aus Brooklyn mit Schauspiel-Ambitionen, Arnold Albertson (Owen Wilson), ein Broadway-Regisseur, der auf der Suche nach einer weiblichen Schlüsselrolle für das neue Stück von Autor Joshua Fleet (Will Forte) ist, Jane (Jennifer Aniston), Joshuas cholerische Freundin und wenig diskrete Psychotherapeutin, Delta (Kathryn Hahn), Arnolds quirlige Ehefrau und Hauptdarstellerin, Seth (Rhys Ifans), britischer Superstar, Schürzenjäger und Hauptdarsteller und Richter Pendergast (Austin Pendleton), der von Isabella besessen ist. Bogdanovich führt seine Figuren langsam ein und lässt sie dann mit großer Rasanz und viel schwungvollem Humor aufeinander los, wodurch sich viel komödiantischer Zündstoff bietet.

Der Film wirkt bewusst konstruiert und baut auf die Anhäufung von nahezu unmöglichen Zufällen, die sich immer weiter zuspitzen, was aber auch genau den Spaß von „Broadway Therapy“ ausmacht. Das Ganze fängt etwas holprig und gestelzt an, entwickelt sich dann aber recht schnell in eine enorm unterhaltsame und straffe Komödie voller pointierter und spritziger Dialoge. Dank eines exzellenten, sehr witzigen und spielfreudigen Cast ist „Broadway Therapy“ ein charmanter Spaß, bei dem man Freude hat zuzusehen. Owen Wilson ist trotz einiger charakterlicher Verfehlungen der gewohnt zögerlich-neurotische Sympathieträger, Highlights setzt aber vor allem Jennifer Aniston, die nach den „Kill the Boss“ Filmen wieder ihre exzentrische Seite heraushängen lasst und sichtlich Spaß an ihrer biestigen Rolle hat. Auch sehr vergnüglich ist Austin Pendleton (mit dem Bogdanovich bereits in „Is‘ was Doc“ zusammengearbeitet hat), der als liebeshungriger Richter für viele Lacher sorgt. Wunderbar sind ebenfalls die immer sehr lustige Kathryn Hahn und SNL-Komiker Will Forte, der sich nach „Nebraska“ erneut von einer stilleren Seite zeigt. Ein zweischneidiges Schwert ist allerdings die junge Britin Imogen Poots, die zwar viel Charisma und ein gutes Gefühl für komödiantisches Timing hat, aber wegen einem oft irritierend dick aufgetragenen Brooklyn-Akzent besonders zu Beginn etwas bemüht und affektiert wirkt. Vielleicht war die leichte Übertriebenheit in ihrem Spiel aber auch beabsichtigt, auf Dauer wirkt sie tatsächlich sehr charmant. Zusätzlich bietet „Broadway Therapy“ eine Reihe von mehr oder minder prominenten Gastauftritten, besonders nennenswert ist hier die letzte Szene, in der ein wirklich ikonischer Filmemacher sich selbst spielen darf. Die Interview-Rahmenhandlung, in der Isabella, nun Filmstarlett, über die Ereignisse des Films redet, wirkt aber eher größtenteils überflüssig.

Zu dem amüsanten Geplänkel bringt Bogdanovich noch eine selbstreflektierte Note ein, bei der die Originalität von filmischem Geschichtenerzählen recht geschickt kommentiert wird. Hierzu werden immer wieder unverhohlen die alten Screwball-Klassiker mit ihren oft gekünstelten Storylines zitiert. Aber dafür sind Filme eben oft da, um von der grauen Realität zu entfliehen. „Broadway Therapy“ ist kein großer Film, aber eine sehr nette, spaßige und altmodische Abwechslung zum oft sehr ernsten Filmalltag, wie man sie heutzutage nicht mehr allzu oft sehen kann.


Fazit:
Mit „Broadway Therapy“ besinnt sich Peter Bogdanovich zu seinen Screwball-Comedy-Wurzeln von „Is‘ was Doc“ zurück und bietet einen herrlich alberne, amüsante und charmante Geschlechterkomödie mit wunderbarer Besetzung. Vor allem für Fans des alten Hollywood eine Empfehlung wert.
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Bilder © Wild Bunch / Central