Bridge of Spies - Der Unterhändler

Bridge of Spies (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Thriller / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

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Bridge of Spies - Der Unterhändler Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs erzählt der Thriller BRIDGE OF SPIES – DER UNTERHÄNDLER die Geschichte des Anwalts James Donovan aus Brooklyn (Tom Hanks), der plötzlich in das politische Geschehen verwickelt wird. Donovan wird vom CIA beauftragt, die Freilassung eines in der UdSSR verhafteten US-amerikanischen U-2-Piloten zu erwirken – eine Aufgabe, die sich als nahezu unmöglich erweist.
Diese außergewöhnliche Episode in Donovans Leben haben die Autoren Matt Charman, Ethan Coen und Joel Coen in ein Drehbuch eingebettet, das auf wahren Begebenheiten beruht. Es zeigt den Charakter und den Weg eines Mannes, der bereit ist, alles aufs Spiel zu setzen.


Tom Hanks, Mark Rylance und Amy Ryan | mehr Cast & Crew


Bridge of Spies - Der Unterhändler - Trailer


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DVD und Blu-ray | Bridge of Spies - Der Unterhändler

Blu-ray
Bridge of Spies - Der Unterhändler Bridge of Spies - Der Unterhändler
Blu-ray Start:
12.05.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 143 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Bridge of Spies - Der Unterhändler Bridge of Spies - Der Unterhändler
DVD Start:
12.05.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 137 min.

Filmkritik Bridge of Spies - Der Unterhändler

Filmwertung: | 8/10


Der 142 Minuten lange Film vom 15-fach „Oscar“-Nominierten und dreifachen Gewinner des Academy Awards, Steven Spielberg (Indiana Jones, Schindlers Liste, Der weiße Hai), wird von vielen mit Spannung erwartet. Der Spionage-Thriller, der in der Zeit des Kalten Krieges angesiedelt ist, beginnt mit Rudolf Abel (Mark Rylance), der ein hervorragender Maler ist und ein Porträt von sich selbst zeichnet. Dabei betrachtet er sich im Spiegel. Das Telefon klingelt. Er läuft in den hinteren Teil des Zimmers, wo eine Spionage-Anlage aufgebaut ist. Er lebt in New York, geht auf die Straße, wird verfolgt und später in seiner Wohnung überrascht und festgenommen. Die Anklage ist aufgrund der gefundenen Beweismittel entsprechend eindeutig. Die USA wollen allerdings den Schein eines fairen Prozesses wahren und beauftragen die Kanzlei von Thomas Watters (Alan Alda) damit, Abel zu verteidigen. Die Wahl fällt auf James Donovan (Tom Hanks), der zwar seit Jahren nur Versicherungsfälle behandelt, aber auch bei den Nürnberger Prozessen einer der Ankläger war. Nach kurzem Zögern nimmt er an und entdeckt einige Lücken im Verfahren, auf die er Richter Byers (Dakin Matthews) aufmerksam macht. Der und die breite Öffentlichkeit sind jedoch für Abels Verurteilung. Donovan verfolgt sein Ziel nach einem verfassungsrechtlichen Prozess unbeirrt und muss dabei gegen viele Widerstände ankämpfen. Kann er Abel ein faires Urteil verschaffen?

Die auf wahren Begebenheiten beruhende Storyline ist stark umgesetzt. Wie gut das dynamische Duo Spielberg & Hanks funktioniert, zeigt sich hier zum bereits vierten Mal. Dank des starken Drehbuchs über einen weitgehend unbekannten Teil des Kalten Krieges, der interessanten Geschichte und der großartigen Umsetzung ist „Bridge of Spies“ ein Meilenstein des Spionage-Thrillers. Dabei tritt der übertriebene amerikanische Pathos auch nicht so deutlich zutage, wie es etwa in „American Sniper“ oder „Herz aus Stahl – Fury“ noch vor kurzem der Fall war. Doch unterschwellig ist die Heldenzeichnung Donovans und der USA erkennbar. Denn obwohl Abel gut und vielschichtig dargestellt ist, ist es der schlaue Donovan, der die Verhandlungsführer der Sowjets und der DDR klug überlistet. Wer das weiß und sich davon nicht stören lässt, kann diesen Film aber dennoch in vollem Ausmaß genießen. Der Ansatz ist dabei angenehm altmodisch. Spielberg verzichtet fast gänzlich auf Action-Szenen jeglicher Art. Die Spannung entsteht durch die intelligenten, ausgefeilten Dialoge und das psychologische Taktieren der verschiedenen Parteien. Mit diesen Mitteln baut sich über die gesamte Laufzeit ein fesselnder, brisanter und mitreißender Film auf, der verdeutlicht, dass zu der Zeit des Kalten Krieges Informationen über den Feind die wichtigsten Waffen waren und Worte und nicht Schlachten über vieles entschieden. Außerdem machen die hervorragende Charakterdarstellung und –entwicklung „Bridge of Spies“ zu einem sich von der Masse deutlich abhebenden Film. Des Weiteren ist der Film durchgehend kurzweilig und auch unterhaltsam, da die eingebauten Witze ausnahmslos zünden und die Atmosphäre gekonnt auflockern und für die gute Balance der Storyführung sprechen. Herausragend ist zudem der sich langsam entwickelnde Einblick in die Welt der Spionage. Erst mit der Zeit wird offensichtlich, wie sehr Donovan mit dem Feuer spielte, um die US-Leute zu befreien. Dabei baut Spielberg auch wieder einige kluge Hommagen an sein großes Vorbild Alfred Hitchcock ein. Bis auf die US-typischen Szenen liefert der 68-Jährige mit „Bridge of Spies“ großes Kino ab.

Auch die Nebenkategorien fügen sich positiv ein. Die Kameraführung hat zwar ein paar missglückte Einstellungen zu bieten, macht diese aber durch überragende, noch lange nach dem Film im Gedächtnis bleibende Bilder wieder wett. Besonders die Eröffnungssequenz ist hier zu erwähnen. Es fällt dabei nicht auf, dass die Produktion aufgeteilt werden musste und sich zwei unterschiedliche Kamerateams für die Hauptdreharbeiten verantwortlich zeigen, um den Zeitplan einzuhalten. Ein Team machte alle Aufnahmen in New York und das andere in Deutschland und Polen. Jedes bereitete sich dabei eigenständig vor, hatte eigene Drehpläne und die Aufgabe, sein eigenes filmisches Universum zu schaffen, das sich getreu an die geschichtlichen Details halten musste. Diese Liebe zum Detail lässt sich auch anhand der herrlichen, zeitversetzende Locations erkennen. Es gab zahlreiche Drehorte in New York, USA, Breslau, Polen, Yuba County, Kalifornien und Berlin, wo auf dem Flughafen Tempelhof, auf der Glienicker Brücke, in der Stadtmitte von Berlin, in der Friedrichstrasse, und am Checkpoint Charlie gedreht wurde. Die Musikuntermalung bleibt hingegen unauffällig im Hintergrund. Dafür überzeugen die herausragende Ausstattung, die Frisuren und die exzellenten Kostüme. Den Spezialeffekten sieht man hingegen das für eine solch große Produktion eher schmale Budget von 40 Millionen Dollar stellenweise an. Besonders in Szenen, in denen die CGI-Effekte überbelichtet und somit leicht erkennbar sind. Die benannten Schwächen sind aber allesamt nur minimal und trüben den Filmspaß nur geringfügig. Kein Wunder, dass der Film bereits 85.177.412 Millionen US-Dollar wieder einspielte und ein weiterer finanzieller Erfolg für Spielberg und alle anderen Beteiligten werden dürfte.

Der klug ausgewählte Cast spielt klasse auf. Der zweifache „Oscar“-Gewinner Tom Hanks (Forrest Gump, Philadelphia, Captain Phillips) zeigt eine Meisterleistung und trägt erneut einen großen Film im Alleingang. Dabei gelingt es dem 59-Jährigen, eine hohe Bandbreite an den Tag zu legen. Sei es als charismatischer Verhandlungsführer, als eindringlicher Mahner oder als Witze reißender, die Geschehnisse auflockernder Mann: Hanks verkörpert alle Facetten seiner Figur glaubwürdig. Einer weiteren „Oscar“-Nominierung steht nur die starke Konkurrenz im Wege.
An seiner Seite zeigt ein bisher vor allem als Theaterschauspieler bekannter Engländer eine überragende Leistung. Mark Rylance (The Gunman, Die Schwester der Königin, Anonymus) spielt Abel mit einer bemerkenswerten mimischen Zurückhaltung, die in diesem Fall die beste Variante für seine Figur ist. Im Verbund mit Hanks sorgt der beinahe emotionslose Spion für einige gelungene Running Gags. Spielberg war von der Leistung des 55-Jährigen so angetan, dass er Rylance für seinen nächsten Film „BFG - Big Friendly Giant“ bereits unter Vertrag genommen hat.
Sebastian Koch (Das Leben der Anderen, Unknown Identity, Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben) weiß in seiner Nebenrolle als undurchschaubarer Wolfgang Vogel zu überzeugen. Einen großartigen Kurzauftritt hat Burghart Klaußner (Der Staat gegen Fritz Bauer, Diplomatie, Der ganz große Traum) als Stasi-Verhandlungsführer Harald Ott. Auch Max Mauff (Victoria, Stromberg - Der Film, Die Welle) als dessen Sekretär darf sich über gelungene Szenen mit Hanks freuen. Als Mary Donovan zeigt Amy Ryan (Birdman, Gone Baby Gone, Der fremde Sohn) mit passendem Understatement eine gute Performance. Bono-Tochter Eve Hewson (The Knick, Cheyenne, Blood Ties) hat als Donovans ältestes Kind hingegen nur kleine Auftritte. Umso größer ist die Präsenz und Ausstrahlung von Alan Alda (M*A*S*H, Aviator, Was Frauen wollen) als Donovans Boss Watters. Auch der in den letzten Jahren mimisch sichtlich gereifte Austin Stowell (Whiplash, Mein Freund, der Delfin, Liberace) weiß als Kriegsgefangener Francis Gary Powers zu überzeugen. Als Richter Byers zeigt Dakin Matthews (King of Queens, True Grit, Der Adler der neunten Legion) eine exzellente Performance, da er seine Szenen gut ausbalanciert gestaltet und immer wieder gelungene Witze einbaut. Auch die anderen Schauspieler des großen Casts fügen sich nahtlos ein.


Fazit:
Sehr guter Spionage-Thriller in angenehm altmodischen Gewand, einer durchgehend spannenden Geschichte, einem exzellent aufspielenden Cast um die „Oscar“-reife Performance von Tom Hanks und wunderbaren Kameraeinstellungen. Sehenswert!
by

Bilder © 20th Century Fox