Birds of Passage

Pájaros de verano (2018), Kolumbien / Dänemark / Mexiko
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: MFA

Birds of Passage Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Kolumbien 1968: Lange bevor der Name Pablo Escobar in aller Munde ist, legt eine Familie des matriarchalisch geprägten Wayuu-Stammes den Grundstein für den Drogenhandel, für den das Land später so berühmt-berüchtigt werden wird.
Der junge Rapayet verkauft etwas Marihuana an Amerikaner des Friedenskorps. Das Geschäft boomt, und er steigt bald zum reichsten Mann der abgelegenen Steppenregion auf. Doch der Reichtum ist mit einem hohen Preis verbunden. Ein brutaler Krieg um Macht und Geld bricht aus und setzt nicht nur das Leben des Stammes, sondern auch ihre Kultur und Traditionen aufs Spiel.


Natalia Reyes, Carmiña Martínez und José Acosta | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Birds of Passage

Blu-ray
Birds of Passage - Das grüne Gold der Wayuu Birds of Passage - Das grüne Gold der Wayuu
Blu-ray Start:
26.07.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 125 min.
Birds of Passage - Das grüne Gold der Wayuu (Limited Edition Mediabook) Birds of Passage - Das grüne Gold der Wayuu (Limited Edition Mediabook)
Blu-ray Start:
26.07.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 125 min.
DVD
Birds of Passage - Das grüne Gold der Wayuu Birds of Passage - Das grüne Gold der Wayuu
DVD Start:
26.07.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 120 min.

Filmkritik Birds of Passage

Filmwertung: | 8/10


„Birds of Passage – Das grüne Gold der Wayuu“ ist ein kolumbianisches Familien-Drogen-Drama, welches am 04. April 2019 in den deutschen Kinos startet. Seine Premiere feierte der Streifen auf dem Cannes Film Festival am 09. Mai 2018. Außerdem wurde das Werk ins Rennen um den Oscar für den Besten fremdsprachigen Film geschickt, konnte jedoch keine Nominierung ergattern.

v.l. Rapayet (José Acosta), Zaida (Natalia Reyes)
v.l. Rapayet (José Acosta), Zaida (Natalia Reyes) © Ciudad Lunar Blond Indian-Mateo Contreras
Im Film geht es um eine Wayuu-Familie in den späten 1960er- und 1970er-Jahren. Die jüngste Tochter heiratet den mit Marihuana handelnden Rapayet. Durch dessen Machenschaften gelangt der Klan zu großem Reichtum, aber auch zu allerlei Problemen. Als sie es sich mit einer verbündeten Familie verscherzen beginnt ein Hin und Her, welches sich über Jahrzehnte erstreckt. Im Großen und Ganzen geht es um eine alte Weltordnung, die von einer neuen ersetzt wird. Gemacht wurde der Film von dem Regisseuren Cristina Gallego, die mit „Birds of Passage“ ihr Regiedebüt feierte und Ciro Guerra, der bereits mit „Der Schamane und die Schlange“ (2015) und „Die Reisen des Windes“ (2009) ordentlich vorlegte.

v.l. Peregrino (José Vicente Cotes), Leonidas (Greider Meza), Úrsula (Carmiña Martínez), Rapayet (José Acosta), Zaida (Natalia Reyes)
v.l. Peregrino (José Vicente Cotes), Leonidas (Greider Meza), Úrsula (Carmiña Martínez), Rapayet (José Acosta), Zaida (Natalia Reyes) © Ciudad Lunar Blond Indian-Mateo Contreras
Es überzeugen auch die Hauptdarsteller mit einem grandiosen Schauspiel. Ich empfehle diesen Film in seiner Originalsprache (Spanisch und Wayuu) zu schauen. Bei einer solchen sprachlichen Intensität geht sonst einiges an Charisma verloren. Auch die gesprochenen Lieder am Anfang und am Ende sind im O-Ton sehr intensiv. Kameramann David Gallego zeigt mit diesem Film, dass er das Zeug zu einem großen Kameramann hat. Er schafft es die Stimmung des Filmes wunderbar mit den Bildern zu vermischen. Vor allem in den wahnsinnig weiten Totalen überzeugt er vollends. Durch seine Arbeit erwacht „Birds of Passage“ zum Leben und wird auf eine neue Stufe gehoben. Gezeigt werden Bilder, die in ihrer Brutalität einem Tarantino in nichts nachstehen, auch wenn die Gräueltaten oft der Fanatasie überlassen werden. Unterstützt wird Gallegos Arbeit durch das herausragende Licht. In den vielen Nachtsequenzen wird vermehrt auf wenig bzw. punktuell eingesetztes Licht vertraut. Dies schafft eine gewisse Leichtigkeit und sieht brillant gut aus. Zusätzlich gibt es ein wiederkehrendes Farbmuster, was die Geschichte des Dramas unterstreicht. Auch das Ablichten einiger Tiere der Wüste ist stark mit Bedeutung aufgeladen, aber wunderschön umgesetzt.

Die Kirsche auf der Torte bildet die Musik von Leonardo Heiblum. Dieser orientiert sich an der Musik der Gegend. Sein Score untermalt stark die Szene und vermittelt große Gefühle. Die Melodien wirken schon fast hypnotisch, wodurch der Zuschauer noch mehr auf den Streifen fixiert ist. Heiblum kreiert etwas einzigartiges, das man nicht verpassen sollte.

v.l. Moisés (Jhon Narváez), Rapayet (José Acosta)
v.l. Moisés (Jhon Narváez), Rapayet (José Acosta) © Ciudad Lunar Blond Indian-Mateo Contreras
Jedoch wird der Zuschauer an einigen Stellen im Regen stehen gelassen. Teilweise versteht man Veränderungen, die gehäuft während einiger Zeitsprünge passieren, nicht oder kann diese nicht nachvollziehen. Zum Beispiel steht plötzlich eine große Villa mitten in der Wüste, an einem Ort wo zuvor viele Zelte standen. Ein einziges Zelt wurde jedoch verschont und steht immer noch daneben. Darüber hinaus geht der Film mit seinen 117 Minuten etwas zu lang. Die Geschichte des Filmes hätte durchaus auch vernünftig in 100 Minuten verfilmt werden können. Dies bemerkt man vor allem in der letzten halben Stunde, denn da will das kolumbianische Drama einfach nicht zum Ende kommen. Schlussendlich schafft es das Werk dann aber doch noch die Kurve zu kriegen und endet durchaus abgerundet.


Fazit:
Alles in allem ist dieses Meisterstück eine willkommene Abwechslung zu den sich im Trend befindenden Drogen-Dramas Südamerikas. Wer mehr auf ruhige Arthouse-Filme steht, dem kann ich diesen Film ohne Zweifel empfehlen. Im Vorfeld wurde „Birds of Passage“ als „der Pate von Kolumbien“ angepriesen. An diesen Titel kommt der Film nicht heran. Das ist aber auch nicht schlimm, denn es bleibt ein überdurchschnittlich gutes Drama.
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Bilder © MFA