Beckenrand Sheriff

Beckenrand Sheriff (2021), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Leonine

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Beckenrand Sheriff Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Zu alt, zu teuer und nicht mehr tragbar! Das Freibad in Grubberg muss geschlossen werden, findet die Bürgermeisterin (Gisela Schneeberger). Die Chance für Bauherr Albert Dengler (Sebastian Bezzel): Die freie Fläche bietet jede Menge Platz für neue Wohnungen. Dafür würde er das alte Bad sogar kostenlos abreißen. Doch die beiden haben die Rechnung ohne Karl (Milan Peschel) gemacht. Denn er ist hier nicht nur der Bademeister, er ist der Schwimmmeister, der Beckenrandsheriff! Seit über 30 Jahren und daran soll sich gefälligst auch nichts ändern! Um das Freibad zu retten, müsste ein Bürgerbegehren her. Doch woher soll Karl die benötigten 600 Unterschriften kriegen? Nicht mal die wenigen verbliebenen Badegäste sind gut auf ihn zu sprechen. Vor allem mit Dr. Rieger (Rick Kavanian) legt er sich ständig an. Der schafft es aber auch einfach nicht, vom 5-Meter-Turm zu springen – und der Sprungturm ist ja schließlich kein Stehturm! Selbst Sali (Dimitri Abold), der nigerianische Bademeister-Azubi, ist besser integriert als Karl, obwohl er eigentlich nur so schnell wie möglich aus Deutschland raus und nach Kanada möchte. Erst als Sali Lisa (Sarah Mahita) kennenlernt, eine Ex-Profi-Schwimmerin, die heimlich nachts ihre Runden im Freibad zieht, wird’s kompliziert. Soll er doch lieber in Deutschland bleiben und Karl helfen? Und mit dem Freibad auch Lisas Zufluchtsort retten?

Milan Peschel, Dimitri Abold und Sebastian Bezzel | mehr Cast & Crew


Beckenrand Sheriff - Trailer




Filmkritik Beckenrand Sheriff

Filmwertung: | 5/10


Im diesjährigen Sommer gab es noch nicht viele Tage, wo man Lust hatte ins Freibad zu gehen. Der Sommer 2021 hatte zwar auch schon ein paar heißere Tage, war bisher aber nicht vergleichbar mit den Sommern der letzten Jahre. Umso schöner ist es aber, dass man nun mit dem Film "Beckenrand Sheriff" das Freibad gemütlichen im Kino besuchen kann und das geht ja schließlich bei jedem Wetter.

In dem Film geht es um die von Milan Peschel verkörperte Figur Karl, der sich gerne als "Schwimmmeister" bezeichnen lässt, in seinem Freibad aber von keinem für voll genommen wird. Einst gehörte das Freibad Karls Vater und ihm hat er einst das Versprechen gegeben, gut auf alles aufzupassen. Durch dieses Versprechen ist er aber mit den Jahren immer spießiger geworden und hat schon lange den Spaß am Leben verloren. Für ihn gibt es nur noch sein Freibad und wehe, etwas läuft anders als von ihm geplant. Dass das Bad aber mit den Jahren immer unbeliebter wurde, immer weniger Leute anzog und vor allem auch an vielen Stellen in sich zusammen gefallen ist, hat er gar nicht erst mitbekommen. Der Bürgermeisterin seiner Stadt ist sein Stolz aber ziemlich egal und so macht sie ihm schnell bewusst, dass eine Schließung unausweichlich ist. Als dann aber mit Sali frischer Wind ins Team kommt, könnte das Freibad doch noch eine Chance haben. Leider hat Sali aber noch ganz eigene Probleme und diese sind nicht weniger brenzlig.

Schwimmmeister Karl (Milan Peschel) vor seinem Freibad.
Schwimmmeister Karl (Milan Peschel) vor seinem Freibad. © LEONINE
Deutsche Filme haben es seit vielen Jahren nicht leicht. Viele Kinogänger meiden sie und wollen sich nicht die Werke aus dem eigenen Land ansehen. Zu oft sind diese Filme sich einfach zu ähnlich und zu selten haben sie frische und neue Ideen. Natürlich gibt es auch in unserem Lande viele grandiose Filme - Alleine aus den letzten 5 Jahren könnte ich dutzende vorstellen und habe ich teilweise auch hier auf der Seite gemacht - die breite Masse bekommt von ihnen aber nichts mit. Der Film "Beckenrand Sheriff" ist aber keiner dieser grandiosen Filme und genau das, was die Kinogänger immer wieder bemängeln. Wer also mit zu vielen Vorurteilen an den Film geht, wird auch "Beckenrand Sheriff" nicht mögen. Für alle anderen ist aber nun diese Kritik.

Das Erste, was an diesem Film auffällt, ist Milan Peschel. Er spielt genauso wie man es von ihm kennt und genauso wie die Fans es sehen wollen. Er hat zwar in ernsteren Filmen auch bereits bewiesen, dass er mehr kann, in deutschen Komödien hat er aber immer wieder diese eine Rolle und die spricht mich persönlich absolut nicht an. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass sie mich in vielen Filmen sogar nervt. Es muss aber viele Fans seiner Art geben, sonst wäre er aktuell nicht bei gefühlt jedem zweiten Film (als Nebenrolle) dabei. Oft lassen mich seine Auftritte kalt und ich könnte auf sie verzichten, in diesem Film darf er aber endlich mal eine Hauptrolle spielen, seine Stammfigur wurde etwas umgeschrieben und er bekommt auch an vielen Stellen mehr Tiefgang als sich nur über alles und jeden lauthals aufzuregen. Das tut dem Schauspieler wirklich gut und direkt finde auch ich ihn ansprechender.

Silke Wilhelm, die Trainerin der Wasserballmannschaft (Johanna Wokalek) und Schwimmmeister Karl (Milan Peschel) einigen sich zu den Trainingsbedingungen des Wasserballteams im Freibad.
Silke Wilhelm, die Trainerin der Wasserballmannschaft (Johanna Wokalek) und Schwimmmeister Karl (Milan Peschel) einigen sich zu den Trainingsbedingungen des Wasserballteams im Freibad. © LEONINE
Der Film wird von ihm wunderbar getragen. Mit Dimitri Abold kommt aber nicht nur neue Hilfe ins Schwimmbadteam von Karl, sondern vorallem auch ein neues Gesicht in diesen Streifen und das tut gut. Das Problem seiner Figur wird viel emotionaler angepackt als das von Milan Peschel und war für mich das Beste am Film. Der Film wird besser, wenn er zur Ruhe kommt, sich Zeit lässt und den Figuren Platz zur Entfaltung gibt. So ist er als Drama viel besser als Komödie. Von den Witzen her gab es nämlich nicht viel, was überzeugen konnte. Das lag aber nicht nur an Peschels Art, an die man sich gewöhnen muss und die besonders in Komödien sehr gewöhnungsbedürftig ist. Es war aber auch kein Humor zum Fremdschämen, den es auch immer mal wieder in Komödien gibt. Es war beides nicht und so hat man dabei auch einfach nichts gefühlt. Ich muss auch ganz klar sagen, wenn in einer Komödie die ruhigeren Szenen das Beste ist, hat sie nicht viel richtig gemacht.

Fazit:
Als Komödie hat mich der Film sehr kalt gelassen. Er war leider ziemlich unlustig und Milan Peschel passt zwar perfekt in den Film und gibt sich als Hauptfigur gut, er kann den Humor aber nicht retten. Der Film hat sich aber etwas Schlaues einfallen lassen und rettet sich selbst mit den emotionalen Momenten, die alle funktionieren. Wäre der Film nur das Drama, das er hätte sein können, wäre er deutlich besser gewesen, so ist er nur Durchschnitt.
by Peter Brauer

Bilder © Leonine


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