Barbershop: The Next Cut

Barbershop: The Next Cut (2016), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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Barbershop: The Next Cut Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Über zehn Jahre sind vergangen seit unserem letzten Besuch in Calvin’s Barbershop. Calvin (Ice Cube) gibt es immer noch – ebenso wie Eddie (Cedric the Entertainer) und die übrigen langjährigen Mitarbeiter. Doch im Frisörsalon verändert sich einiges. Vor allem hat sich in der einstigen Männerdomäne die Frauenquote durchgesetzt: Die Damen bringen ihre eigene Duftnote mit – von ihrem Hang zu Klatsch und Dramatik ganz zu schweigen. Jedenfalls werden die Jungs immer wieder kräftig aufgemischt. Die Stimmung und die Kameradschaft im Barbershop sind zwar vorbildlich, aber draußen vor der Tür geht es mit dem Viertel rapide bergab. Calvin und sein Team können bald gar nicht mehr anders: Sie müssen alle an einem Strang ziehen, um nicht nur den Salon, sondern den gesamten Stadtteil zu retten.

Ice Cube, Cedric the Entertainer und Regina Hall | mehr Cast & Crew


Barbershop: The Next Cut - Trailer




Filmkritik Barbershop: The Next Cut

Filmwertung: | 6/10


Die ansteigende Bandenkriminalität ist in Amerika ein großes Problem. Nachdem bereits vermehrt in Filmen auf das Thema hingewiesen wurde, nimmt sich nun auch “Barbershop: The Next Cut” der Problematik an. Bereits 2002 lernte das Kinopublikum in der Komödie „Barbershop“ Calvin Palmer (Ice Cube) kennen, der einen kleinen Frisörsalon in Chicago betreibt. Barbershop: The Next Cut SzenenbildSchon immer waren die kriminellen Übergriffe in seiner Nachbarschaft ein Problem, das regelmäßig in Calvins Laden diskutiert wurde. In dem mittlerweile vierten Film der Reihe hat sich nicht allzu viel verändert. Noch immer trifft sich die Nachbarschaft, um sich beim Frisieren über die aktuellen Ereignisse zu unterhalten. Calvin, Eddi (Cedric) und ihre Kollegen gehören ebenso zum Inventar des Ladens, wie auch zum Stammcast der Reihe. Mittlerweile hat sich die Frauenquote im Landen jedoch erhöht. Die weiblichen Angestellten tragen ihren Teil zum Klatsch und Tratsch bei und locken zunehmend auch mehr weibliche Kunden in den Laden. Während Freundschaft und Vertrauen im Salon noch groß geschrieben werden, geht das Viertel vor der Ladentür zusehends vor die Hunde. Immer wieder kommt es zu Übergriffen und tödlichen Auseinandersetzungen der Banden. Als auch die Söhne von Calvin und Eddi sich sichtlich von den Banden angezogen fühlen, müssen die Freunde das Ruder umreißen. Nur gemeinsam können sie auf die hohe Kriminalitätsrate hinweisen und dadurch ihre Familien retten.

Der Grundgedanke von Malcolm D. Lees Films ist lobenswert. Die Umsetzung des Drehbuchs von Kenya Barris und Tracy Oliver kommt jedoch einem Theaterstück nahe, weil die Handlung zum großen Teil in dem kleinen Friseurladen verankert ist. Barbershop: The Next Cut SzenenbildIn diesem treffen die Hairstylisten auf wechselnde Kundschaft, wobei auch alteingesessene Stammkunden regelmäßig auf den Stühlen sitzen. In jeder einzelnen Szene fängt die Kamera viele Charaktere ein, die allesamt mit alltäglichen Problemen zu kämpfen haben. Doch gemeinsam wollen sie die Angst vor der Bandenkriminalität in den Griff bekommen. Während einem 48-stündigen Waffenstillstand werden Gangmitglieder kostenlos frisiert. Was sich zunächst wie eine Schnapsidee anhört, funktioniert in der Umsetzung bestens, was nicht nur den Zuschauer freut.

In Amerika ist die Barbershop-Reihe aufgrund der Darsteller und ihrer Verkörperung des typisch amerikanischen Friseurladen-Feelings sehr beliebt. Und auch in Deutschland hat die Filmreihe ihre Fans gefunden, auch wenn die Mentalität sich sehr von den deutschen Gepflogenheiten zu unterscheiden weiß. Rapper Ice Cube und sein namenhafter Cast um Cedric the Entertainer, Regina Hall und Nicki Minaj spricht fast schon für sich, auch wenn die Darsteller in Amerika weitaus bekannter sind. Der locker-leichte Humor wird diesmal von einem ernsten Thema überschattet. Das soziale Leben des Bezirks, in dem vorwiegend Schwarze wohnen, wird erneut zum Lebens- und Handelsmittelpunkt des Films. Während tagsüber Gelassenheit herrscht, macht sich nach Einbruch der Dunkelheit die Angst vor Übergriffen breit. Die Angst geht sogar so weit, dass Calvin überlegt, seinen Laden zum Schutz seiner Familie zu verkaufen. Doch zu groß sind die Erinnerungen an die gemeinsame Vergangenheit, als das diese Entscheidung schnell getroffen ist. Und so wird ein letzter Versuch unternommen, um das Viertel wieder etwas sicherer zu machen und gleichzeitig die weitere Existenz des Ladens zu sichern. Barbershop: The Next Cut SzenenbildCalvins Bemühungen um mehr Sicherheit im Viertel sind humorvoll verpackt. Die Dialoge zwischen ihm und seinen Mitarbeitern, sowie den Kunden, sind frech bis frivol und nicht immer politisch korrekt, wodurch die Ernsthaftigkeit der Themen abgemildert wird. Dennoch verlieren sich die Probleme der Schwarzen nicht in überspitzten Sequenzen, sondern halten die Waage zwischen Humor und Dramatik. Nicht zuletzt durch die unterschiedlichen Meinungen von Mann und Frau, wodurch ein amüsanter Dialogwechsel der Geschlechter entsteht, bleibt die gesamte Handlung unterhaltsam. Wer den Film im Original sehen möchte, sei vorgewarnt. Der Slang der Darsteller ist nicht immer einfach zu verstehen. Ob die deutsche Synchronisation hingegen die authentische Mentalität der Darsteller einfangen kann, ist fraglich.


Fazit:
„Barbershop – The Next Cut“ ist die Fortsetzung der unterhaltsamen Filmreihe. Rapper Ice Cube vereint in seinem Friseurladen erneut bekannte Gesichter und diskutiert mit ihnen über die gängigen Probleme der schwarzen Bevölkerung.
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Bilder © Warner Bros.