Bad Teacher

Bad Teacher (2011), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Sony Pictures

Bad Teacher Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Manchen Lehrern ist alles sch…egal. Elizabeth (CAMERON DIAZ) zum Beispiel. Sie hat ein loses Mundwerk, kennt keine Skrupel und ist für ihren Beruf völlig ungeeignet. Sie trinkt, ist meistens high und kann es kaum erwarten, sich nach oben zu schlafen und einen reichen Sugar Daddy zu heiraten, damit sie endlich ihren lästigen Tagesjob hinschmeißen kann, bei dem sie allen ohnehin nur etwas vorgaukelt. Als ihr Verlobter sie sitzen lässt, wirft Elizabeth ein Auge auf einen ebenso vermögenden wie attraktiven jungen Vertretungslehrer (JUSTIN TIMBERLAKE). Allerdings muss sie um dessen Aufmerksamkeit mit Amy (LUCY PUNCH), einer bei allen sehr beliebten Kollegin, buhlen. Gleichzeitig muss Elizabeth die hartnäckigen Avancen eines sarkastischen und überaus respektlosen Sportlehrers (JASON SEGEL) abwehren. Die Folgen von Elizabeths hemmungslosen und skandalträchtigen Intrigen sorgen dafür, dass ihre Schüler und Kollegen, sowie nicht zuletzt sie selbst, einige Lektionen fürs Leben lernen, die sich gewaschen haben.

Cameron Diaz, Lucy Punch und Justin Timberlake | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Bad Teacher

Blu-ray
Bad Teacher Bad Teacher
Blu-ray Start:
10.11.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 97 min.
DVD
Bad Teacher Bad Teacher
DVD Start:
10.11.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 94 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Bad Teacher

Filmwertung: | 3/10


Gleich vorneweg: der Vorspann von „Bad Teacher“ ist vielleicht das Beste am ganzen Film. Er besteht aus einem Zusammenschnitt von historischem Filmmaterial verschiedener Dekaden und zeigt uns zahlreiche Klassenzimmer, in denen Schulunterricht stattfindet. Unterlegt ist das Ganze passenderweise vom Song „Teacher, Teacher“ der britischen Seventies Band Rockpile. Sogleich beginnt man Assoziationen zur eigenen Schulzeit zu knüpfen und erinnert sich zurück. Wer kennt sie nicht, die Lehrer, die einem den Schultag zur Hölle mach(t)en? Nicht unbedingt auf Grund ihrer Strenge oder ihrer hohen Erwartungshaltungen, sondern vielmehr durch ihre völlige Inkompetenz als Pädagogen.

Elizabeth Halsey (Cameron Diaz) sieht ihr Lehrerdasein weder als Berufung an, noch scheint sie auf irgend eine Art und Weise für den Beruf des Pädagogen geeignet zu sein und verkörpert somit genau jenes eben dargestellte Problem. Dass „Bad Teacher“ diesen Ansatz extrem überspitzt präsentiert, ist dabei noch völlig in Ordnung, schließlich handelt es sich um eine Komödie. Elizabeth flucht, trinkt, nimmt Drogen und unterrichtet, wenn überhaupt, dann mit minimaler Vorbereitung in Form einer mitgebrachten DVD. Überhaupt sieht sie ihren Job nur als notwendiges Zwischenspiel an, bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie einen reichen Mann heiratet, um sich ihrer eigenen Passion - dem grenzenlosen Konsum in Form von High Heels, Miniröcken und schönen Autos - zu widmen. Als ihr reicher Verlobter die geplante Hochzeit abbläst, bleibt der frustrierten Verlassenen allerdings nichts anderes übrig, als ein weiteres Jahr Heranwachsende an einer amerikanischen Mittelschule zu unterrichten. Licht am Endes des Tunnels tut sich für Elizabeth erst dann auf, als das Lehrerteam Zuwachs durch den jungen und engagierten Nachwuchspädagogen Scott Delacorte (Justin Timberlake) bekommt. Dieser sieht nicht nur hervorragend aus, sondern ist gleichzeitig Erbe eines Millionenunternehmens. Leider hat Scott hat eine besondere Vorliebe für große Oberweiten, wodurch sich Elizabeth gezwungen sieht, Geld für eine Brust-OP zusammenkratzen zu müssen. Glücklicherweise winkt am Ende des Jahres ein Bonus für den Lehrer, der mit seiner Klasse bei den staatsweiten Tests am besten abschneidet und so versucht Elizabeth alles, um sich die winkende Kohle unter die falschen Nägel zu reißen.

Betrachtet man die vorherigen Arbeiten, an denen die Teammitglieder von „Bad Teacher“ bereits mitgewirkt haben, stößt man auf eine Reihe prominenter Comedy-Projekte. So zeichnete sich Regisseur Jake Kasdan u.a. für die Pilotfolge der leider viel zu früh abgesetzten Highschool-Serie „Freaks and Geeks“ verantwortlich, in der so bekannte Namen wie Seth Rogen, James Franco und auch Jason Segel ihre ersten Schritte Richtung Hollywood machten. Drehbuchautoren Gene Stupnitsky und Lee Eisenberg dürfen sich sogar schon Emmy-Nominierungen für die amerikanischen Version von „The Office“ auf die Fahne schreiben. Umso mehr verwundert es, dass von der Qualität dieser Projekte so gut wie nichts in „Bad Teacher“ zu sehen ist. Dem Skript mangelt es eigentlich an Allem, besonders aber an Timing und guten Gags. Viel zu sehr konzentriert sich der Film auf seinen Megastar Cameron Diaz, ganz egal, dass diese eigentlich mindestens 10Jahre zu alt für die Rolle ist. Wenn Stars zu lange an ihren einstigen Paraderollen festhalten, ist das fast immer ein schlechtes Zeichen. Den Mangel an Pointen, die man Elizabeth in den Mund legt, scheint man durch die Verwendung von Kraftausdrücken ausgleichen zu wollen, was prinzipiell durchaus passend für die Rolle ist, dem deutschen Zuschauer auf Grund der FSK 12 Freigabe aber wohl zusätzlich vorenthalten bleiben wird. Rund um Diaz reiht man eine Gruppe von Schauspielern, die durchaus komödiantisches Talent besitzen, von denen aber ausschließlich Lucy Punch als übermotivierte Vorzeigepädagogin Amy Squirrel ein paar nette Szenen bekommt. Völlig verschenkt sind dagegen die beiden männlichen Rollen, die von Justin Timberlake und Jason Segel übernommen wurden. Timberlake darf zwar einmal in einer bizarren Szene komplett angezogen „Sex“ mit seiner Realo-Ex haben, muss sich aber ansonsten wie so oft darauf beschränken, sich über sein eigenes Superstar Image lustig zu machen. Segel, der als lockerer Sportlehrer Russel Gettis den Gegenpol zur restlichen verklemmten Lehrerschaft darstellt und trotz Mangel an Millionen ein Auge auf Elizabeth geworfen hat, wird kaum in die Story eingebunden und bekommt immer nur dann einige Leinwandminuten, als man ihn schon fast wieder vergessen hat. Seine Auftritte gewinnen zumindest dadurch an Reiz, dass er sie so süffisant runterspielt, als wäre ihm die Lächerlichkeit des ganzen Filmprojekts als einzigem Beteiligten völlig klar.

Hätte man die Idee rund um „Bad Teacher“ konsequenter verfolgt, beispielsweise im Stile des Herzogs Remake von „Bad Lieutenant“, wäre hier Potenzial für eine bitterböse Satire vorhanden gewesen. Doch trotz einiger moralisch fragwürdiger Handlungen der Hauptfiguren, spielt der Film jene Ansätze nie bis zum bitteren Ende aus und scheint fast Angst vor der eigenen Courage zu haben. Was übrig bleibt ist eine belanglose Geschichte über eine genervte Lehrerin, die jeder Mittelstufenschüler mit besseren Gags aus seinen Alltag hätte auffüllen können.
by Thomas Zimmer

Bilder © Sony Pictures