Babycall

Babycall (2011), Norwegen
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Horror / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: NFP

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Babycall Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Anna (Noomi Rapace) beginnt mit ihrem achtjährigen Sohn Anders (Vetle Q. Werring) ein neues Leben. Gerade hat sie die schwierige Beziehung zu Anders’ Vater beendet, nun zieht sie gemeinsam mit ihrem Sohn in einen anonymen Wohnblock. Doch die Angst zieht mit. Weil Anna Anders auch nachts nicht unbeschützt lassen möchte, kauft sie ein Babyphon. Damit hört sie jedoch nicht nur ihren Sohn, sondern auch Stimmen und Geräusche aus benachbarten Wohnungen, die die Frequenz überlagern. Unter diese Stimmen mischt sich auf einmal etwas, das auf einen Mord an einem Kind hindeutet. Gleichzeitig bringt Anders einen seltsamen neuen Freund mit nach Hause. Hat er vielleicht etwas mit den Geräuschen aus dem Babyphon zu tun? Und warum ist Blut auf einer von Anders` Zeichnungen? Sind Anna und Anders wieder in Gefahr…?

Noomi Rapace, Kristoffer Joner und Henrik Rafaelsen | mehr Cast & Crew


Babycall - Trailer




DVD und Blu-ray | Babycall

DVD
Babycall Babycall
DVD Start:
14.02.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 92 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Babycall

Filmwertung: | 8/10


Anna (Noomi Rapace – „Prometheus“) und ihr achtjähriger Sohn Anders (Vetle Q. Werring) ziehen in die neue Wohnung, inmitten einen anonymen Wohnblocks. Bereits nach wenigen Minuten leidet man als Zuschauer mit der jungen Frau, die von unbändiger Angst gequält wird. Doch der Grund für ihre Ängste und die zwanghafte Fürsorge für ihren Sohn bleibt zunächst unbegründet. Das trostlose Schweden dominiert in grauschwarzen Tönen, was das Leben von Mutter und Sohn noch dramatischer erscheinen lässt. Der Kauf eines Babyphones soll das angespannte Verhältnis zwischen Mutter und Sohn entlasten. Doch das technische Gerät bürgt weitere Quellen der Angst in sich. Als Anna eines nachts den Übergriff eines Kindes hört, vergewissert sie sich panisch, dass ihr Sohn in Sicherheit ist. In den eigenen Wänden ist alles normal, aber irgendwo passierte eine grausige Tat, die Anna aufzuklären versucht. Das Jugendamt kommt regelmäßig zu Besuch, um sich davon zu überzeugen, dass Mutter und Kind die Übergriffe der häuslichen Gewalt durch den Vater überwunden haben. Die Besuche scheinen die einzige Verbindung zur Außenwelt zu sein, da sich Anna zunehmend von ihrer Umwelt abschottet. Lediglich die lose Verbindung zu dem freundlichen Verkäufer Helge (Kristoffer Joner -„Nachbarn“) ist im Maße des Ertragbarem. Aber trotz der zurückhaltenden Nähe, gelingt es beiden, sich einander zu stützen. Helge, dessen Mutter gerade im Sterben liegt, findet in Anna eine Vertraute. Auch Sohn Anders scheint ebenfalls einen Verbündeten in seiner aufgedrängten Einsamkeit gefunden zu haben, mit dem er ein tragisches Geheimnis teilt.

Regisseur und Drehbuchautor Pål Sletaune („Wenn der Postmann gar nicht klingelt“) spielt mit einer surrealen Wirklichkeit, die seine Hauptfigur, als auch die Zuschauer als real auffassen. Doch nach und nach passieren mysteriöse Dinge, die sich nicht mehr mit der Realität vereinbaren lassen. Die Grenzen zwischen Realem und Surrealem verschwimmen zusehends, ohne das dies bewusst wahrgenommen werden kann. Erst am Ende des Films offenbaren sich grausame Details, die dem Film eine ungeahnte Wendung verleihen. Einfühlsam inszeniert der Film die Geschichte einer Frau, die alles tut, nur um ihr Kind zu beschützen. Von ihren Ängsten geplagt skizziert sie sich ihre eigene Welt, in der sie selbst zum Opfer ihrer Zwänge wird.

Der Zuschauer wandelt mit der unsicheren und zuteil fahrigen Hauptfigur durch die beklemmende Welt und durchlebt mit ihr die verstörenden Situationen. Die Frage, ob die Geschehnisse wirklich noch real oder bereits Gespinste der Fantasie sind, werden dabei immer lauter. Und so wird man als Zuschauer Zeuge einer gewalttätigen Handlung, die sich in atmosphärisch meisterhaft inszenierten Bildern widerspiegelt. Auch wenn die letztendliche Auflösung rapide erfolgt und ein unbefriedigendes Gefühl hinterlässt, überzeugt der Thriller durch seine bewusst inszenierte Nüchternheit.

Fazit: Ein sehr emotionaler Thriller über Ängste, Einfühlungsvermögen und die Grenzen der eigenen Wahrnehmung.
by Sandy Kolbuch

Bilder © NFP