Aushilfsgangster

Tower Heist (2011), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universal Pictures Intl.

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Aushilfsgangster Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

„Aushilfsgangster” schickt ein paar ganz normale Typen auf einen verwegenen Einbruchscoup. Sie arbeiten in einem exklusiven Wolkenkratzer in New York und nachdem ein übler Wall-Street-Schwindler seine Milliardenverluste unter anderem mit ihren Pensionsfonds gemacht hat, entschließen sie sich zum Gegenschlag. Um doch noch irgendwie an ihre Rente zu kommen, wollen sie den dreisten Anlagebetrüger in seinem exklusiven Wolkenkratzer-Penthouse stellen.
Mit einem ausgeklügelten Plan, einer gehörigen Portion Mut und ihren ganz speziellen Talenten machen sich die Amateurräuber daran, den doppelt und dreifach gesicherten Turm des skrupellosen Spekulanten zu stürmen und ihm „ihre” 20 Millionen Dollar wieder abzunehmen.


Ben Stiller, Eddie Murphy und Casey Affleck | mehr Cast & Crew


Aushilfsgangster - Trailer




DVD und Blu-ray | Aushilfsgangster

Blu-ray
Aushilfsgangster Aushilfsgangster
Blu-ray Start:
08.03.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 104 min.
DVD
Aushilfsgangster Aushilfsgangster
DVD Start:
08.03.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 100 min.

Filmkritik Aushilfsgangster

Filmwertung: | 4/10


Brett Ratners neuer Film “Aushilfsgangster” beginnt mit einem ikonischen Bild. Die erste Einstellung zeigt eine Nahaufnahme von Benjamin Franklins berühmten Porträt, welches auf dem aktuellen 100-Dollar Schein für immer verewigt wurde. Langsam bewegt sich die Kamera nach oben, bis dem Zuschauer klar wird, dass er hier nicht auf eine Banknote, sondern auf den speziell designten Untergrund eines riesigen Swimmingpools blickt. Es befindet sich auf dem Dach einer luxuriösen Wohnanlage mitten in New York City und ein älterer Mann zieht gerade gemütlich ein paar Bahnen. Es ist ein sehr passendes Bild für das eigentliche Thema des Films: Trotz Finanzkrise, trotz schwächelnder amerikanischer Wirtschaft, trotz Staatspleiten - das aktuelle Wirtschaftssystem bringt immer mehr Menschen hervor, die quasi im Geld schwimmen.

In diesem Fall handelt es sich dabei um Arthur Shaw (Alan Alda), einen Finanzguru, der sich komfortabel in einem Apartment des genannten Hochhauses eingerichet hat. Zu dieser Wohnanlage der Superreichen gehören jedoch nicht nur ein luxuriöses Ambiente und die modernsten Sicherheitssysteme, sondern ebenso eine große Anzahl von Angestellten, die den Bewohnern jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Der Manager des Hauses Josh Kovacs (Ben Stiller) ist dabei stets um ein gutes Klima zwischen Angestellten und Bewohnern bemüht, denn besonders mit Shaw sieht er sich trotz der unterschiedlichen finanziellen Lage eng verbunden. Der Milliardär gibt sich „volksnah“, betont immer wieder seine Herkunft aus einfachen Verhältnissen, hat stets ein Lächeln für die Angestellten übrig und übernimmt sogar regelmäßig die Rolle des Schachtutors für Josh. Doch mit der Harmonie im Tower ist es schnell vorbei, als Shaw vorgeworfen wird, seinen Reichtum mit Hilfe illegaler Machenschaften angehäuft zu haben. Durch seine Anklage steht plötzlich auch die Zukunft der kompletten Tower-Belegschaft auf dem Spiel, hatte Kovacs Shaw doch deren kompletten Pensionfonds zur Verwaltung überlassen. Zusammen mit Rezeptionist Charlie (Cassey Affleck), dem kurz vor der Pleite stehenden Ex-Broker Mr. Fitzhugh (Matthew Broderick), dem Gelegenheitsdieb Slide (Eddie Murphy) und anderen Helfern schmiedet Kovacs einen Plan, der den Lebensabend der Arbeiter doch sichern soll.

Eigentlich kommt „Aushilfsgangster“ von Brett Ratner (u.a. „Rush Hour 1-3“) genau zur richtigen Zeit und mit einem cleveren Ansatz daher, der viel Raum bietet, die aktuellen wirtschaftlichen Probleme in Form einer Action-Komödie auf das Wesentliche herunterzubrechen. „Wir sind die 99%“ skandieren aktuell die Anhänger der so genannten Occupy Wall Street Bewegung. Und es ist genau diese Idee der großen benachteiligten Mehrheit, die sich gegen die privilegierte Minderheit erhebt, die hier in einer Mischung aus Komödie (mit dramatischen Elementen) und Heist-Movie à la „Oceans Eleven“ filmisch umgesetzt werden sollte. Doch leider wussten Drehbuchautoren und Regisseur mit keinem der Elemente so richtig umzugehen.

Für eine gute Komödie beinhaltet der Film einfach zu wenig Witz. Stiller macht das, was er immer macht, nur diesmal mit Murphy anstatt DeNiro als klassischen Gegenpol. Wobei man sagen muss, dass Eddie Murphy in seiner Rolle als Kleinkrimineller etwas weniger anstrengend daher kommt, als man vielleicht zunächst vermuten würde. Die meiste Zeit werden peinliche Kalauer vermieden und letztendlich hat gerade die Figur des Slide die wenigen Lacher des Films auf seiner Seite. Murphy dürfte es dadurch vermieden haben, sich karrieretechnisch endgültig sein eigenes Grab zu schaufeln. (Vielleicht klappts ja doch noch mit dem Comeback?)
Spielt der Film Anfangs noch mit einigen dramatischen Elementen, die die Existenzängste der betrogenen Dienstleister gegen die fehlenden moralischen Werte der Superreichen aufstellt, werden diese Ansätze im weiteren Verlauf zu Gunsten seichter Actionssequenzen und simpler schwarz-weiß Malerei aufgegeben. Die zu Beginn noch ambivalente Figur des Milliardärs Shaw beispielsweise ist am Ende nicht mehr als ein stereotyper Bösewicht, dem andere Menschen scheinbar schon immer egal waren. Obwohl beide Elemente offensichtlich da sind, findet der Film nie eine gesunde Mischung, durch die Comedy und Drama hätten passend verbunden werden können. Und auch als Heist-Movie, in dem für gewöhnlich ein besonders spektakulärer Raubüberfall möglichst minutiös geplant und ausgeführt wird, scheitert „Aushilfsgangster“. So groß sind die Lücken in der Narration, dass man sich am Schluss manchmal fragt, ob der Projektionist nicht vergessen hat, einen der Akte einzufügen. Und so stolpert der ganze Film besonders im letzten Drittel regelrecht vor sich hin, anstatt einen leichtfüßigen Zieleinlauf im Stile eines Danny Ocean hinzulegen.
by Thomas Zimmer

Bilder © Universal Pictures Intl.