Annabelle

Annabelle (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Horror
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

Annabelle Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

John Form findet das perfekte Geschenk für seine schwangere Frau Mia: eine wunderschöne, sehr seltene historische Puppe in einem strahlend weißen Hochzeitskleid. Doch Mia freut sich nicht lange an Annabelle. In einer schrecklichen Nacht dringen Sektenmitglieder eines Satanskults in das Haus des Paares ein und überfallen es brutal. Doch mit dem vergossenen Blut ist das Grauen noch nicht ausgestanden. Denn die Kultgemeinde hat ein Wesen beschworen, gegen dessen Heimtücke die bisherigen Verbrechen verblassen: Durch Annabelle ergibt sich jetzt eine direkte Verbindung ins Reich der Verdammten.

Annabelle Wallis, Alfre Woodard und Tony Amendola | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Annabelle

Blu-ray
Annabelle Annabelle
Blu-ray Start:
19.02.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 99 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Annabelle Annabelle
DVD Start:
19.02.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 95 min.

Filmkritik Annabelle

Filmwertung: | 6/10


Es ist gerade mal ein Jahr vergangen, seitdem James Wans effektiver Gruselschocker „Conjuring“ im Kino für Angst und Schrecken sorgte und sich schnell als echter Publikumsmagnet entpuppte. Ein wenig verwunderlich ist es daher schon, dass nun mit „Annabelle“ bereits ein Spin-off in den Startlöchern steht. Schlecht ist die Idee, der gruseligen Puppe aus dem „Conjuring“ – Prolog einen eigenen Film zu widmen sicherlich nicht, immerhin gehörten ihre Szenen zu den schaurigsten Momenten des gesamten Filmes. Allerdings ließen das im Vergleich zum Vorgänger deutlich verringerte Budget und die kurze Produktionszeit auch durchaus Befürchtungen entstehen, es könne sich bei „Annabelle“ lediglich um ein schnell nachgeworfenes, qualitativ enttäuschendes „Conjuring“-Anhängsel handeln, mit dem vor der echten Fortsetzung noch ein wenig Geld abkassiert werden soll. Aber keine Sorge, es hätte weitaus schlimmer kommen können. Denn obgleich finanzielles Kalkül eindeutig die Hauptantriebsfeder bei „Annabelle“ gewesen sein dürfte, handelt es sich trotz allem um einen grundsoliden und stellenweise richtig gruseligen Horrorfilm, der tatsächlich genau das bietet, was er mit seinem Trailer verspricht.

Der Film erzählt im Grunde eine typische „Origin“-Story, nur dass selbige sich in diesem Fall auf eine dämonische Puppe bezieht. So wird man Zeuge eines grausigen, satanistisch motivierten Mordes, der zum Auslöser schrecklicher Ereignisse wird. Die Nachbarfamilie, bestehend aus Mia (Annabelle Wallis), John (Ward Horton) und ihrer kleinen Tochter kommt zwar mit dem Schrecken davon, wird aber fortan von einem Dämon heimgesucht. In der Gestalt einer Puppe trachtet dieser nach der Seele eines Unschuldigen und hat schon bald ein Auge auf Mias und Johns Baby geworfen. Mia sucht deshalb verzweifelt Hilfe bei der Buchhändlerin Evelyn (Alfre Woodard) und dem freundlichen Priester Perez (Tony Amendola). Doch sie haben es mit einem unbarmherzigen Gegner zu tun, der vor absolut nichts zurück schreckt…

Zugegeben, optisch kann es „Annabelle“ bei weitem nicht mit James Wans „Conjuring“ aufnehmen, was vor allem an der Wahl der Schauplätze liegt. Wo der Vorgänger noch ein atmosphärisch eindrucksvolles Haus samt gruseligem Keller und nah gelegenem, geradezu mystisch wirkendem See präsentierte, liefert „Annabelle“ lediglich austauschbare Bilder aus uninteressant eingerichteten Wohnungen. Das Budget ermöglichte es außerdem nicht mehr, auf bekannte Darsteller zurückzugreifen, was man als weiteren Minuspunkt gegenüber der letztjährigen „Heimsuchung“ werten könnte. Muss man aber nicht, denn Annabelle (!) Wallis und Ward Horton machen ihre Sache verdammt gut und harmonieren glaubhaft als Leinwandliebespaar. Tony Amendola, der in die Rolle des loyalen Priesters schlüpfen darf, muss zwar bei seiner Darstellung gegen das banale Drehbuch ankämpfen, lässt aber dennoch einen recht charismatischen Charakter entstehen. Allerdings spielen die menschlichen Figuren ohnehin nur eine untergeordnete Rolle, denn der eigentliche Star des Filmes ist – wie könnte es anders sein – die titelgebende Dämonen-Puppe Annabelle. Wer den „Conjuring“-Prolog im letzten Jahr mochte, wird von dem Spin-off garantiert solide unterhalten werden. Denn Regisseur John R. Leonetti, der sich bereits für die Kameraarbeit des Vorgängers verantwortlich zeichnete, überrascht mit einem perfiden Gespür für effektive Schockeffekte und holt visuell, trotz des geringen Budgets, definitiv einiges aus dem Film heraus. Das Gesicht der Puppe alleine reicht schon aus, um dem Betrachter eine gehörige Portion Angst einzujagen und Leonetti schafft es, diese Grundanspannung durch seine clevere Inszenierung stellenweise in richtig fiesen, akustisch eindrucksvollen Schockmomenten kulminieren zu lassen. Hinsichtlich der Atmosphäre wurde also ziemlich viel richtig gemacht, doch leider hat sich der Drehbuchautor bei der Geschichte nicht so viel Mühe gegeben, wie der Regisseur bei seiner Leinwandumsetzung. Die Story folgt konsequent den typischen Genremustern, bietet eine fast schon ironisch wirkende Gruselfilm-Standardfigurenkonstellation und ist jederzeit vorhersehbar. Außerdem schleichen sich immer wieder ärgerliche Leerlaufpassagen ein, die den Zuschauer mit langweiligen Lückenfüllerdialogen torpedieren und den Film in regelmäßigen Abständen ausbremsen. Da hätte eine längere Vorbereitungszeit vielleicht doch ganz gut getan.

Fazit:
Auch wenn „Annabelle“ weder inhaltlich noch visuell „Conjuring“-Niveau erreicht, handelt es sich dennoch um grundsolides Gruselkino, das stellenweise mit richtig intensiven Schauermomenten aufwarten kann.
by Jonas Hoppe

Bilder © Warner Bros.