Angel Has Fallen

Angel Has Fallen (2019), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Action / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

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Inhalt

Immer an vorderster Front, um sein Leben für den Präsidenten zu geben: Mike Banning (Gerard Butler) ist der loyalste Mann des Secret Service. Zweimal in seiner langen Karriere hat er bereits den US-Präsidenten gerettet – Zeit, einen Gang runter zu schalten und über eine Versetzung in den Innendienst nachzudenken. Doch alles ändert sich nach einem vermeintlichen Routineeinsatz: Bei einem großangelegten Anschlag auf Präsident Trumbull (Morgan Freeman) stirbt fast das gesamte Secret Service-Team – nur Mike Banning überlebt und ist plötzlich der Hauptverdächtige. Während der Präsident schwer verletzt im Koma liegt, wird Banning von seinen Kollegen und dem FBI quer durchs Land gejagt und muss beweisen, wer die wahren Drahtzieher sind. Ein gnadenlos rasantes Katz-und-Maus-Spiel beginnt…

Gerard Butler, Morgan Freeman und Jada Pinkett Smith | mehr Cast & Crew


Angel Has Fallen - Trailer




Filmkritik Angel Has Fallen

Filmwertung: | 5/10


Nach einem gerade so durchschnittlichen ersten und einem miserablen zweiten Teil, bringt Universum Film diese Woche den Abschluss der „Fallen“-Trilogie, „Angel has Fallen“ in die deutschen Kinos. Gerard Butler kehrt ein letztes Mal als Mike Banning zurück, um wie in den beiden Vorgängerfilmen „Olympus has Fallen“ und „London has Fallen“ den amerikanischen Präsidenten zu beschützen. Dieses Mal gerät nach einem Anschlag auf Amerikas Staatschef Banning selbst in Verdacht, für das Attentat verantwortlich zu sein und muss nun seine Unschuld beweisen. Während Präsident Trumbull schwerverletzt im Koma liegt, wird Banning von seinen Kollegen, dem FBI und den tatsächlichen Attentätern quer durchs Land gejagt.

Regie führt „Snitch“-Schaffer Ric Roman Waugh, der in diesem Film so ziemlich alle Freiheiten bekommt, die er sich wünschen konnte. Er darf die zwei vorangegangenen Filme komplett ignorieren, nicht eine einzige Szene bzw. ein einziger Dialog beschäftigen sich mit den (durchaus verheerenden) Ereignissen der beiden Vorgänger, wie z.B. der Zerstörung von halb London und dem Weißen Haus. Selbst über den Mann, der bei beiden Anschlägen im Mittelpunkt stand, Ex-Präsident Asher (Aaron Eckhart) wird kein einziges Wort verloren. Und Apropos Weißes Haus: Während der gesamten Laufzeit von 114 Minuten spielt nur eine einzige (unbedeutende) Szene im Sitz des Präsidenten.

Unerschütterliches Vertrauen: Präsident Trumbull (Morgan Freeman) bietet Mike Banning (Gerard Butler) den Posten des Geheimdienst-Direktors an.
Unerschütterliches Vertrauen: Präsident Trumbull (Morgan Freeman) bietet Mike Banning (Gerard Butler) den Posten des Geheimdienst-Direktors an. © Universum Film
Das Ziel der Produzenten ist klar: Mehr Geballer, weniger Gerede. Man scheint sich mittlerweile bewusst, dass Fans der Reihe nicht auf Dialoge, sondern auf Schießereien aus sind. Tatsächlich werden ihre Erwartungen erfüllt. Es vergeht keine Minute, in der kein Schuss fällt. Ausgefallene, mutige Kampf-Sequenzen wie zuletzt in den John Wick Filmen sucht man allerdings vergeblich. „Angel has fallen“ traut sich nichts Besonderes, man setzt auf die altbewehrte, mehr oder weniger erfolgreiche Formel „Butler gegen alle“. Um ihn herum durchgehend neue Figuren, deren einziger Zweck es ist, den Hauptdarsteller cool aussehen zu lassen. Mit solch einer Vorgehensweise kann man allerdings keinen guten Film schaffen, das müsste den Verantwortlichen klar sein.

 FBI-Agentin Thompson (Jada Pinkett Smith) und ihr Team
FBI-Agentin Thompson (Jada Pinkett Smith) und ihr Team © Universum Film
Im Film folgt dann Action-Sequenz auf Action-Sequenz, und nach der Hälfte des Films ist man als Zuschauer davon ermüdet. Selbst eine LKW-Verfolgungsjagd, die in anderen Filmen sicherlich spannend gewesen wär, ist dem Zuschauer irgendwann egal. Es ist eben irgendwann einfach zu viel von dieser eindimensionalen Action. Doch der Film hat auch durchaus Fortschritte gegenüber seinen Vorgängern gemacht. Bessere Effekte, übersichtlichere Kämpfe, ein annehmbares Finale und ein zumindest etwas attraktiverer Antagonist machen den Abschluss der Trilogie zum besten Teil, auch wenn man sich dabei nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat.

 Mike Banning (Gerard Butler) kämpft für seine Unschuld
Mike Banning (Gerard Butler) kämpft für seine Unschuld © Universum Film
Neben Hauptdarsteller Butler kehrt auch Morgan Freeman zurück, der nach zwei Filmen als Speaker dieses Mal als Präsident persönlich zu sehen ist. Die größte Überraschung ist Nick Nolte als paranoider Banning-Vater. Das erste Zusammentreffen von Vater und Sohn ist, gerade wegen der darauffolgenden Kampf-Szene, das einzige richtige Highlight des Blockbusters. Neben Nolte gesellen sich Jada Pinkett Smith (Collateral) als obligatorisch patriotische und nerv tötende FBI-Agentin und Tim Blake Nelson (The Ballad of Buster Scruggs) als Vizepräsident zum namentlich durchaus ansehnlichen Cast dazu. Beide spielen allerdings dermaßen langweilige Charaktere, dass man sie nach dem Kinobesuch sofort wieder vergisst.


Fazit:
„Angel has Fallen“ ist der stärkste Teil der „Fallen“-Trilogie, was ihn aber nicht zu einem guten Film macht. Trotz besseren CGI und Kampfszenen und einem guten Nick Nolte kommt der Film aber nicht über die Probleme seiner Vorgänger hinweg: Schlechte Dialoge, langweilige und stereotypische Charaktere und keine originellen Eigenschaften machen ihn zu nur einen von vielen 0815-Blockbustern diesen Jahres. Der Film will nur unterhalten und für Fans der ersten beiden Teile ist der dritte Teil des Franchises auch sicherlich empfehlenswert, doch wer wirklich gute Action erwartet, wird hier auf ganzer Linie enttäuscht. Diesen Film hat jeder von uns in abgewandelter Form schon zwei- oder dreimal gesehen.
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Bilder © Universum Film