American Ultra

American Ultra (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Action / Abenteuer / Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

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American Ultra Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Das Leben des unmotivierten, glücklosen Kiffers Mike (Jesse Eisenberg) und seiner Freundin Phoebe (Kristen Stewart) in der amerikanischen Provinz verläuft alles andere als spektakulär. Den Großteil ihres Alltags verbringen die beiden mit ihren langweiligen Kleinstadt-Jobs und dem Konsumieren von Drogen. Doch dann wird das Leben des Paares schlagartig auf den Kopf gestellt. Denn was Mike selbst nicht (mehr) weiß: Er ist ein hochqualifizierter und zum effizienten Töten ausgebildeter Schläfer-Agent. Verfolgt von seiner geheimen Vergangenheit findet er sich plötzlich inmitten einer tödlichen Regierungsoperation wieder. Um zu überleben, muss er von seinem Trip herunterkommen und seinen inneren Actionhelden zum Leben erwecken…

Jesse Eisenberg, Kristen Stewart und Walton Goggins | mehr Cast & Crew


American Ultra - Trailer




DVD und Blu-ray | American Ultra

Blu-ray
American Ultra American Ultra
Blu-ray Start:
25.02.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 96 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
American Ultra American Ultra
DVD Start:
25.02.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 92 min.

Filmkritik American Ultra

Filmwertung: | 4/10


Ein kiffender Schläferagent der US-Regierung soll liquidiert werden, da er mittlerweile als Sicherheitsrisiko gilt, nachdem er mehrmals versuchte die Stadt zu verlassen. Um dies zu verhindern, aktiviert seine ehemalige Chefin mittels eines Codes die in ihm verborgenen Kräfte und Fähigkeiten. Was sich hier Regisseur Nima Nourizadeh - dem mit Project X ein starkes Debüt geglückt ist - ausgedacht hat, sieht auf den ersten Blick wie eine Actionkomödie mit leicht trashigen Zügen aus, der mit einer abstrusen Geschichte und verrückten Charakteren den Zuschauer über die kurze Lauflänge von 96 Minuten zu unterhalten versucht. Doch dabei scheitert er kläglich und am Ende bekommt der Zuschauer den Eindruck, dass die Filmemacher am Set und beim Schreiben des Drehbuchs selbst „stoned“ waren. Hierfür gibt es verschiedene Gründe, doch zunächst wird ein genauerer Blick auf den Inhalt geworfen.

Mike Howell, gespielt von Jesse Eisenberg, führt mit seiner Freundin Phoebe (Kristen Stewart) ein recht unbeschwertes Leben in einer amerikanischen Kleinstadt. Er konsumiert Drogen, zeichnet seine Comics und sitzt dabei meist bei seiner Arbeit gelangweilt vor der Kasse im Supermarkt. In Wirklichkeit besitzt Mike ungeahnte Kräfte und Fähigkeiten mit denen er jeden Top-Agenten der CIA ausschalten kann. Nur ist ihm dies - womöglich aufgrund seines Drogenkonsums - gar nicht mehr bewusst. Für den schmierigen und arroganten CIA-Agenten Yates (Topher Grace) ist Mike mittlerweile ein Sicherheitsrisiko, da er mehrmals versuchte die Stadt zu verlassen. Dabei handelte es sich jedoch lediglich um Flüge in den Urlaub mit seiner Freundin Phoebe. Yates setzt nun alles daran, Mike zu liquidieren. Glückt die von ihm leitende Operation, würde dies für ihn einen weiteren Sprung auf der Karriereleiter bedeuten. Mikes ehemalige Vorgesetzte Victoria (Connie Britton) versucht ihren „Welpen“ zu beschützen, indem sie ihn mit der Mitteilung eines Codes aktiviert und ihn damit wieder in den Dienst holt. Ausgestattet mit außerordentlichen Fähigkeiten, kann sich Mike bereits gegen die ersten beiden Angreifer, die ihn töten sollten, wehren. Panisch teilt er dies seiner Freundin mit, die nun beide auf der Flucht vor Agenten der US-Regierung sind. Damit beginnt eine Hetzjagd voller wilder Schießereien, brutalen Kämpfen und vielen Opfern.

Wie eingangs erwähnt, ist dies kein gelungener Film von Nima Nourizadeh. Der Film hat über die gesamte Lauflänge keine einzige witzige Szene. American Ultra, dessen Trailer mit einer humoristischen Note geschnitten ist und welcher als Action-Komödie angepriesen wurde, kann den Zuschauer zu keinem Zeitpunkt zum Lachen bringen. Und das ist die ganz große Schwäche des Films. Denn zum einen klingt die Story über die „kiffende Killermaschine“ doch sehr absurd, aber zum anderen wird der Zuschauer dauerhaft mit solch ernsten und aufgesetzt wirkenden Dialogen und Szenen konfrontiert, die so in Kontrast mit der ridikülen Filmidee stehen, dass man diesen Film nicht mehr ernst nehmen kann. All die Stärken, die Nourizadeh in seinem Regiedebüt Project X (2012) aufweisen konnte, wie beispielsweise die frechen Dialoge, die sympathischen Charaktere oder der toll getimte Humor in den verschiedensten Szenen, sind hier nicht im Entferntesten vorhanden.

Auch das Drehbuch weist viele Schwächen auf. Zum einen ist es für den Zuschauer in vielen Szenen vorhersehbar, zum anderen sind die Charaktere äußerst klischeehaft geschrieben. Die Figur des karrieregeilen Adrian Yates hat man gefühlt in unzähligen Filmen gesehen. Die Geschichte selbst hat dramaturgisch weder große Wendungen noch besondere Höhepunkte, sodass kaum Spannung aufkommen mag. Der Film hangelt sich von Schießerei zu Schießerei, versucht in den ruhigen Phasen dazwischen eine sentimentale Atmosphäre zu schaffen, welche für den Zuschauer jedoch mehr als unglaubwürdig erscheint. So ist man schnell von Mikes Tränen genervt statt berührt. Denn letzten Endes geht man in diesen Film in der Hoffnung eine witzige Kiffer-Action-Komödie, ähnlich wie Ananas Express (2008), zu bestaunen. Jedoch wird hier der Drogenkonsum wirklich nur rudimentär gezeigt, sodass es unter dem Strich nur ein reiner Actionfilm geworden ist.

Doch dieser hat auch seine Stärken, die nicht unerwähnt bleiben dürfen. Technisch sind die Action-Sequenzen wirklich ordentlich inszeniert. Es sind flüssige Kampfsequenzen, die ohne hektische Schnitte auskommen. Speziell die Tonmischung bei den Schießereien ist zwar weit entfernt von der Qualität von Michael Mann-Filmen (Heat, Collateral), doch grundsätzlich mehr als solide. Des Weiteren wurde hier sehr oft CGI-Blut eingesetzt, also Blut, welches mittels visueller Effekte am PC nachträglich in die Szenen eingebaut wurde. Dies wurde zum einen auch deshalb oftmals eingesetzt, um die Schießereien und Schlägereien noch brutaler wirken zu lassen. Dies war aber absolut nicht von Nöten. Denn vor allem bei den Schlägereien im Supermarkt bei denen sich Mike mit alltäglichen Dingen wehrt, muss man hier zwangsläufig an die äußerst humorvolle Slap-Stick-Comedy von Jackie Chan denken. Doch Nourizadeh legte leider mehr wert, dass jeder Schlag äußerst brutal wirkt und das Blut nur so förmlich durch die Gegend spritzt und verpasst es auch hier ein wenig Humor rein zu bringen.

Ein weiterer kleiner Pluspunkt in American Ultra ist das Gaunerpärchen Mike und Phoebe. Zwischen Jesse Eisenberg und Kristen Stewart, welche vor allem in Adventureland (2009) zu überzeugen wussten, stimmt die Chemie und die beiden Darsteller harmonieren in jeder Szene. Doch insgesamt konnten sie mit ihrem Schauspieltalent diesen Film nicht tiefgreifend aufwerten.


Fazit:
Action-Komödie mit schwachem Humor, schlechten Dialogen, einem überraschungs – und spannungsarmen Drehbuch, die lediglich mit seinen beiden Hauptdarstellern und der ordentlichen Technik in den Action-Sequenzen ein kleines Stück überzeugen konnte.
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Bilder © Concorde Filmverleih GmbH