Amazonia - Abenteuer im Regenwald

Amazonia - Abenteuer im Regenwald (2013), Frankreich / Brasilien
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Abenteuer / 3D
Kinostart Deutschland: - Verleih: Polyband

Amazonia - Abenteuer im Regenwald Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Nach einem Flugzeugabsturz kann der Kapuzineraffe Saï aus seinem Käfig entkommen und begibt sich in der Wildnis des Amazonas-Dschungels auf eine außergewöhnliche Reise. In Gefangenschaft geboren und aufgewachsen, jagen ihm der riesige Regenwald und seine Bewohner gehörigen Respekt ein. Allein auf weiter Flur wagt sich das Äffchen Schritt für Schritt in die neue Freiheit vor und entdeckt dabei die großartige Artenvielfalt des größten Regenwalds der Erde. Ein wundervolles Abenteuer voller Geheimnisse, Gefahren und Herausforderungen beginnt. Im Dickicht der Natur begegnet Saï unter anderem geschmeidigen Jaguaren, hungrigen Krokodilen, gigantischen Anakondas und skurrilen Ameisenbären. AMAZONIA nimmt uns mit in das Herz des größten Regenwaldes der Erde.



DVD und Blu-ray | Amazonia - Abenteuer im Regenwald

Blu-ray
Amazonia - Abenteuer im Regenwald Amazonia - Abenteuer im Regenwald
Blu-ray Start:
14.11.2014
FSK: 0 - Laufzeit: 83 min.

zur Blu-ray Kritik
Amazonia - Abenteuer im Regenwald (3D Blu-ray) Amazonia - Abenteuer im Regenwald (3D Blu-ray)
Blu-ray Start:
14.11.2014
FSK: 0 - Laufzeit: 83 min.
DVD
Amazonia - Abenteuer im Regenwald Amazonia - Abenteuer im Regenwald
DVD Start:
14.11.2014
FSK: 0 - Laufzeit: 80 min.

Filmkritik Amazonia - Abenteuer im Regenwald

Filmwertung: | 7/10


Der französische Naturfilmer Thierry Ragobert ist durch seine Dokumentationen auch bereits einem internationalen Publikum bekannt. Bei seinem Dokumentarfilm „Der weiße Planet“ (2006) verwendete er alle vor allem distanzierte, wenn auch beieindruckende Aufnahmen. Bei seinem neuesten Film „Amazonia – Abenteuer im Regenwald“ (Originaltitel: „Amazonia“, Frankreich, Brasilien, 2013) wollte er die Distanz überwinden, indem er die rein dokumentarischen Aufnahmen um eine fiktionale Story erweitert.

Der Kapuzineraffe Saï ist als Haustier in Brasilien aufgewachsen. Beim Umzug der Familie soll er mit einem Transportflugzeug zusammen mit vielem Hausrat zu seinem neuen Zuhause gebracht werden. Doch über dem Amazonasgebiet stürzt durch das Flugzeug durch ein Unwetter ab. Auf sich allein gestellt, macht er sich auf den Weg in den Dschungel, um ein sicheres Plätzchen und Nahrung zu finden. Eine fremde und auch gefährliche Welt erwartet ihn und seine Reise führt ihn immer tiefer in den Urwald hinein, wo er auf viele unbekannte Kreaturen aber vielleicht auch auf eine neue Familie trifft.

Schon während des Dreharbeiten zu „Der weiße Planet“ (2006) kam dem Regisseur Ragobert und dem Produzent Stéphane Millière die Idee auch einen Film über den ‚grünen Planeten’ – das Amazonas-Gebiet – zu machen. Mit einer Fläche von über sechs Millionen Quadratkilometern (damit der größte Urwald der Welt) und der Beherbergung von zehn Prozent aller Tierarten, ist dieses Gebiet von ungemeiner Bedeutung für die Balance in der Natur. Durch seine ständigen und regelmäßigen Überflutungen scheint es auf den ersten Blick ein lebensfeindlicher Ort zu sein, doch haben sich die Tiere und Pflanzen auf erstaunliche Weise an diesen Rhythmus angepasst. Diese Welt wollten die Filmemacher festhalten. Doch um auch einen emotionalen Orientierungspunkt zu bieten, schufen sie die Figur des Kapuzineraffen Saï, der, wie die Betrachter, neu in diese fremde Welt eintaucht. So kann der Zuschauer mit dem Affen zusammen diesen Ort für sich entdecken und, wie die Filmemacher hoffen, mit ihm mitfühlen und seine Ängste teilen. Für ein jüngeres Publikum ist dieser Ansatz nicht verkehrt, doch um einen erwachsenen Zuschauer zu faszinieren, war dieser Kniff nicht notwendig. Die grandiosen Aufnahmen allein hätten dafür ausgereicht. Die kindliche Geschichte wird durch einen Off-Kommentar, der auch allerhand Wissenswertes (gerade wenn man gar keine Vorkenntnisse besitzt) beinhaltet, erzählt. Obwohl die Filmemacher gerade versucht haben, eine Vermenschlichung zu vermeiden, passiert dies an manchen Stellen, wenn auch in einem erträglichen Maß. So kann die Rahmenhandlung gut als Gerüst für die Dokumentation dienen, doch schafft sie es nicht, trotz stellenweise, starker Sentimentalisierung (vor allem durch die Musik) die emotionale Tiefe, wie erwünscht, zu erreichen. Die Filmaufnahmen – die eigentliche, unsentimentale Dokumentation an sich – sind das wahre Herzstück des Films. Im stereoskopischem 3D-Verfahren aufgenommen, geben sie einen lebendigen Eindruck des Dschungels wieder. Unter erschwerten Bedingungen wurden die Filmaufnahmen über 18 Monate im Dschungel aufgenommen. Zweimal war es nötig, dass eine Crew noch einmal von Frankreich nach Brasilien flog, um fehlende Aufnahmen nachzuholen. Für die jeweilige Filmcrew gab es diverse Probleme, mit denen sie zu kämpfen hatten: Das extreme Klima, der Transport der Ausrüstung und das mögliche Auftauchen der Tiere, welche sich dann auch noch wie gewünscht verhalten sollten, die Eingewöhnung der zehn ‚Schauspieler’-Affen in den natürlichen Lebensraum sowie die schwierige Lichtsituation machten den Dreh zu einer Herausforderung. Unterstützung bekamen sie durch den brasilianischen Fotografen Araquém Alcântara, der bereits einige Male den Amazonas abgelichtet hatte und durch die ebenfalls brasilianischen Produzenten Fabiano Gullane und Caio Gullane, die seit Jahren diesen Dschungel bereisten. Herausgekommen dabei sind eindrucksvolle Tier- und Naturaufnahmen, die durch das eingesetzte 3D vor allem an Tiefenwirkung gewinnen. Aufgrund dessen allein ist der Film empfehlenswert und der erwachsene Betrachter kann so gut über die naive Erzählweise und Story hinwegsehen. Im Gesamten ist ein gut recherchierter, wunderschön bebilderter, und familiengerechter Film entstanden, der die lange und mühselige Produktion, auch laut der Filmemacher, entlohnt und der zudem einen guten Beitrag leistet zu zeigen, wie wertvoll die Natur ist und so hoffentlich zu einen besseren Umgang mit ihr beitragen kann.

Fazit: Der halbfiktionale Dokumentarfilm „Amazonia – Abenteuer im Regenwald“ schafft es mit seinen atemberaubenden und wunderschönen Aufnahmen den Betrachter zu begeistern. Trotz familiengerechten Off-Kommentars und der recht anrührend gehaltenen Story um Saï ist der Film als Kinoerlebnis zu empfehlen.

by

Bilder © Polyband