Amador und Marcelas Rosen

Amador (2010), Spanien
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Alamode

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Amador und Marcelas Rosen Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Marcela (Magaly Solier), eine Rosenverkäuferin, lebt mit ihrem Freund in Madrid. Da ihnen das Geld an allen Ecken fehlt, wird sie die Pflegerin eines alten Manns namens Amador. Täglich besucht sie ihn und schon bald teilt das ungewöhnliche Paar so manches Geheimnis. Der kluge Amador bemerkt schnell, was Marcelas Freund nicht sieht: Marcela ist schwanger, aber glücklich ist sie nicht. Die besondere Begegnung mit Amador hilft Marcela, die Puzzleteile ihres Lebens wieder zusammenzufügen – doch zu schnell geschieht etwas Unerwartetes

Magaly Solier, Celso Bugallo und Pietro Sibille | mehr Cast & Crew


Amador und Marcelas Rosen - Trailer




DVD und Blu-ray | Amador und Marcelas Rosen

DVD
Amador und Marcelas Rosen Amador und Marcelas Rosen
DVD Start:
12.10.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 108 min.

Filmkritik Amador und Marcelas Rosen

Filmwertung: | 10/10


Die Frage nach dem Sinn eines Puzzles und der mit der Zusammensetzung verbundenen Mühe erscheint nicht ganz unberechtigt, könnte man ein Bild doch auch im Ganzen kaufen. Eine Überlegung wäre, dass das ganze Leben metaphorisch aus Teilen besteht, die man an den richtigen Ort legen muss.

Marcela (Magaly Solier) lebt mit ihrem Freund Nelson (Pietro Sibille), einem Blumenschwarzhändler, in Madrid. Die schwangere junge Frau sitzt mit einem fertigen Abschiedsbrief an ihren Freund auf gepackten Koffern und will ihre enge Wohnung verlassen. In ihrem von Geldsorgen geplagten gemeinsamen Leben sieht sie keine Zukunftsperspektive. Da sie sich aber zu diesem drastischen Schritt noch nicht durchringen kann, unterstützt sie ihren Freund weiterhin bei der Verarbeitung der Rosen in ihrer eigenen Wohnung. Um die Blumen frisch zu halten benötigen sie ihren Kühlschrank, der aber gerade kaputt geht. Quasi zur Existenzsicherung müssen sie nun einen Neuen kaufen, was sie vor eine finanzielle Hürde stellt.

Marcela nimmt über den Sommer einen Job als Pflegerin eines bettlägerigen, alten Mannes namens Amador (Celso Bugallo), dessen Tochter Yolanda (Sonia Almarcha) fortan Marcelas Arbeitgeberin ist. Marcela und Amador beginnen sich gegenseitig intime Geheimnisse anzuvertrauen und diese besondere Verbindung hilft Marcela, die Puzzle-Teile ihres Lebens zusammenzufügen. Als Amador Marcela sagt, dass ihr Baby seinen Platz in der eigentlich zu vollen Welt einnehmen soll, steht ihr wenig später eine Entscheidung bevor, die sie psychisch belasten wird.

Dem spanischen Regisseur Fernando León de Aranoa ("Princesas", "Montags in der Sonne") ist mit "Amador und Marcelas Rosen" ein poetisches Alltagsmärchen mit einer Mischung aus leiser Melancholie und trockenem Humor gelungen. Die Hauptrollen sind mit der peruanischen Schauspielerin Magaly Solier, die 2009 in "La Teta Asustada - Eine Perle Ewigkeit" (Goldener Bär als bester Film bei der Berlinale) einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde und Celso Bugallo, der u.a. in dem Oscar-prämierten Film "Das Meer in mir" zu sehen war, glänzend besetzt.

Der Film trägt ganz klar die Handschrift eines von der Wirtschaftskrise gebeutelten Spaniens und bezieht gerade davon auch seine Tiefe. Wenn Marcelas Freund sagt, dass das Blumenverkaufen ein sicheres Geschäft ist, weil es im Leben mit der Liebe, dem Leben und dem Tod nur drei Dinge gibt, die sicher sind und die Menschen alle drei Anlässe mit Blumen feiern, erahnt man, dass es sich hierbei nicht mehr um Luxusprobleme, sondern um existentielle Erwägungen handelt. Andererseits wirft der Film die nicht gerne gehörte Frage auf, ob denn ohne ein gewisses Maß an wirtschaftlicher Sicherheit ein glückliches Leben überhaupt möglich sei. Auch diese Sorge spiegelt sich in Marcelas Gesicht wieder, was wohl stellvertretend für Millionen junger Leute in den südlichen EU-Krisenländern gesehen werden kann.

"Amador und Marcelas Rosen" ist nicht zuletzt durch die intensive, nahe und hintergründige Darstellung der Marcela durch Magaly Solier eine herausragende Sinfonie aus Alltagspoesie, feinem tröstenden Humor und melancholischem Grundton.
by André Scheede

Bilder © Alamode