After Passion

After (2019), USA
Genre: Romanze / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Constantin Film

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Inhalt

Tessa Young (JOSEPHINE LANGFORD) ist ein braves Mädchen, wie es im Buche steht. Klug, wohlerzogen und mit klaren Plänen für die Zukunft. Als sie ans College kommt, lernt sie den Bad Boy Hardin Scott (HERO FIENNES TIFFIN) kennen, der sie wie magisch anzieht. Düster, unverschämt, unberechenbar und verdammt sexy – er verkörpert all das, was sie nicht sein will. Hals über Kopf verliebt sie sich und je mehr sie ihm verfällt, desto mehr wird ihr klar: Sie wird selbst nie wieder die sein, die sie einmal sein wollte.

Josephine Langford, Hero Fiennes Tiffin und Selma Blair | mehr Cast & Crew


After Passion - Trailer




Filmkritik After Passion

Filmwertung: | 3/10


Mitte April startete ein neuer Teenie Film in den Kinos, namens “After Passion”. Schnell wurde ihm nachgesagt, er hätte das was von 2015 - 2018 auch die Reihe “Fifty Shades of Grey” ausmachte: Erotische und knisternde Momente zwischen zwei Figuren, die nicht unterschiedlich sein konnten und sich doch magisch anzogen. Es schien so, als sei “After Passion” eben das nur für ein jüngeres Publikum. Für ein sehr viel jüngeres Publikum, wenn man nach der FSK geht. Denn die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft hat dieses Werk nämlich ab 0 festgelegt. Eine Einstufung, die viele verwundert zurück ließ und auch ich war etwas verdutzt. Der erste Trailer war nämlich ziemlich erotisch und schloss ein FSK unter 12 auf jedenfall aus. Ich dachte sogar an ein FSK 16… Nun ja, ich dachte es. Nun weiß ich es besser und weiß warum ein FSK 0 doch Sinn macht… Der fertige Film setzt nämlich nicht mehr auf die sexuellen Begegnungen zweier Teenager, sondern viel mehr auf ihre Liebesgeschichte und entfernt sich damit sehr stark vom Buch, wo das Sexuelle deutlich mehr im Vordergrund steht.

Hero Fiennes Tiffin als Bad Boy Hardin Scott
Hero Fiennes Tiffin als Bad Boy Hardin Scott © Constantin Film Verleih GmbH
In dem ersten Teil der “After”-Reihe, “After Passion”, geht es dabei um Tessa Young, ein braves, gut erzogenes und ehrliches Mädchen, dass alles für ihre Mutter tun würde, sich von Partys, Alkohol und Drogen fernhält, nicht gerne im Mittelpunkt steht und klare Pläne für die Zukunft hat. Sie liebt ihren Freund, den sie aus Kindheitstagen an kennt und würde alles für ihn tun. Doch das alles ändert sich schlagartig, als sie aufs College kommt und auf den Bad Boy Hardin trifft. Hardin wirkt auf sie gleich so düster, unverschämt, unberechenbar und verdammt sexy, all das was sie eigentlich nicht sein will und doch zieht er sie irgendwie magisch an. Doch umso näher sich die zwei kommen, desto mehr wird ihr klar: Sie wird selbst nie wieder die sein, die sie einmal sein wollte.

Tessa (Josephine Langford) liebt es zu lesen.
Tessa (Josephine Langford) liebt es zu lesen. © Constantin Film Verleih GmbH
Selbst die Beschreibung des Films deutet auf kein Film ab 0 und das wäre er auch nicht, hätten die Produzenten tatsächlich das gesamte Buch umgesetzt und nicht 80% der Geschichte weggelassen um möglichst noch eine niedrige FSK Einstufung zu bekommen. So ist der Film nicht viel mehr als platt, steif und lustlos und erzeugt in keinem einzigen Moment auch nur einen Hauch von Erotik oder intimer Stimmung. Vielmehr ist er das was heraus kommt, wenn man schleimige Kalendersprüche wild zusammen mischt und irgendwie probiert diese aneinanderzureihen. Kein einziger Satz davon würde man im richtigen Leben so sagen und vor allem Haden hat mich doch durch seine schlechten Sprüche sehr oft ins Lachen gebracht. Die Sätze sind in keinster weise romantisch, ernst zu nehmen oder ergreifend, viel mehr das dümmste und sinnfreiste was ich dieses Jahr im Kino gesehen habe. So wirkt alles einfach so als hätte man zwanghaft versucht sich an den Erfolg von “Fifty Shades of Grey” zu klemmen - der schon keinen wirklichen Tiefgang oder sinnige Gespräche besaß - ohne sich dessen Bewusst zu werden, was man eigentlich erzählen möchte und das beginnt schon direkt beim Kennenlernen der Zwei. Das Kennenlernen wurde gefühlt mit einer Brechstange eingefädelt, um dann absteigend immer dümmer und lustloser zu werden.

Tessa (Josephine Langford) und Hardin (Hero Fiennes Tiffin) kommen sich näher.
Tessa (Josephine Langford) und Hardin (Hero Fiennes Tiffin) kommen sich näher. © Constantin Film Verleih GmbH
Die Hauptdarstellerin Josephine Langford blieb dabei das Einzige was ich an dem Film gut fand. Sie war mir sympathisch und man konnte ihr ansehen, dass sie Lust auf den Film hatte und ihn super auf ihren Schultern tragen konnte. Ich denke, sie könnte bei einem besseren Drehbuch zukünftig auch in ersteren Filmen mitspielen. Doch nur sie. Bei ihrem Filmpartner fangen die Schwachstellen des Films nämlich schon an. Hero Fiennes-Tiffin versucht zwanghaft auf taff und hart zu machen, was ihm als Sunnyboy aber nicht mal einem einzigen Moment gelingt. Viel mehr sieht er im Film genervt aus und so als hätte er keine wirkliche Lust im Film zu spielen und täte dies nur um seinem Onkel Ralph Fiennes (Voldemort aus den “Harry Potter”Filmen) zu beweisen, dass auch er in einer Buchverfilmung mitspielen könne, ohne vorher dieses Buch überhaupt erst gelesen zu haben.


Fazit:
Aufgrund der Geschichte, dem Plot, den fehlenden Sexszenen und der Lustlosigkeit von Hero Fiennes war ich von dem Film mehr als abgeschreckt. Fans haben sich ein Buchverfilmung gewünscht und nicht den Versuch einen Stoff möglichst niedrig zu halten um ein anderes FSK zu bekommen. Hätten die Produzenten sich mit dem Stoff auseinandergesetzt und wären mutiger gewesen, dann hätte er auch vielleicht besser werden können. So besaß der Film aber - neben seiner Hauptdarstellerin der ich mehr zutrauen würde - absolut keine Daseinsberechtigung und ich kann nur hoffen, dass Teil 2 da noch einiges verbessern wird.
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Bilder © Constantin Film